99mTc-Skelettszintigraphie

Autor: PD Dr. med. Gesche Tallen, Redaktion: Maria Yiallouros, Freigabe: Prof. Dr. med. Dr. h. c. Günter Henze, Zuletzt geändert: 22.04.2015

Die Skelett-Szintigraphie gehört in der Krebsheilkunde zu den am häufigsten durchgeführten nuklearmedizinischen bildgebenden Verfahren [Nuklearmedizin‎‎]. In der Diagnostik‎‎ von Krebserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen dient sie hauptsächlich dem Nachweis oder Ausschluss von Knochen-Metastasen.

Um Tumorgewebe nachzuweisen, wird dem Patienten zunächst über eine Vene‎‎ radioaktives Technetium‎‎ (99Tc) verabreicht, das an eine Phosphat‎‎verbindung gebunden ist.

Phosphat ist ein natürlicher Bestandteil der Grundsubstanz von Knochen. Entsprechend kann sich das an Phosphat gebundene Technetium besonders dort vermehrt anreichern, wo ein erhöhter Knochenstoffwechsel stattfindet. Bei gesunden Kindern ist dies beispielsweise im Bereich der Wachstumsfugen der Gelenke der Fall. Ein vermehrter Knochenstoffwechsel kann aber auch bei Erkrankungen auftreten, die das Skelettsystem betreffen, also zum Beispiel bei Knochenentzündungen, Knochenmetastasen oder Knochentumoren.

Eine Kamera, die die radioaktive Strahlung registriert, ortet anschließend die verdächtigen Bereiche. Die radioaktive Strahlung klingt sehr rasch ab.

Vor jeder nuklearmedizinischen Untersuchung werden der Patient und (solange dieser jünger als 18 Jahre ist) seine Angehörigen von einem erfahrenen Facharzt für Röntgen- und Strahlentherapie (Neuroradiologe, Kinderradiologe) unter anderem über die Notwendigkeit und die Durchführung dieser Untersuchung aufgeklärt. Ohne Ihre schriftliche Einwilligung nach der Aufklärung darf die Untersuchung nicht durchgeführt werden.