Röntgenuntersuchung

Autor: PD Dr. med. Gesche Tallen, erstellt am: 28.08.2009, Redaktion: Maria Yiallouros, Freigabe: Prof. Dr. med.Dr. h.c. G. Henze, Zuletzt geändert: 14.11.2014

Die Röntgendiagnostik ist unter den bildgebenden Verfahren am längsten im Einsatz. Sie hat, trotz der stetigen Neuentwicklung moderner bildgebender Verfahren, ihren grundlegenden Stellenwert bei der Diagnose von Krebserkrankungen beibehalten.

Bei der Röntgenuntersuchung werden energiereiche Röntgenstrahlen eingesetzt. Sie können den Körper durchdringen und werden dabei von unterschiedlich dichten Geweben verschieden stark abgefangen. Die Strahlen, die bei der Durchstrahlung einer bestimmten Körperregion wieder aus dem Körper austreten, werden auf einer Filmplatte aufgefangen. Auf diese Weise werden bei einer Röntgenuntersuchung dreidimensionale Strukturen auf die zweidimensionale Fläche eines Röntgenfilms abgebildet.

Im Wesentlichen lassen sich drei verschiedene Gewebsdichten unterscheiden, die im Röntgenbild an ihrer Schattierung (zwischen weiß und schwarz) erkennbar sind:

  • knochen- oder kalkdichte Strukturen (zum Beispiel Rippen, Schädelknochen): weiß
  • weichteildichte Strukturen (zum Beispiel Herz): verschiedene Grauabstufungen
  • luftdichte Strukturen (zum Beispiel Lunge, Darm): schwarz

Bei einer Krebserkrankung können Übersichtsaufnahmen der Lunge, des Skelettsystems oder des Bauchraumes Abweichungen von der normalen Anatomie zeigen – zum Beispiel knöcherne Veränderungen, eine Verdrängung von Weichteilen, Flüssigkeitsansammlungen, Lymphknotenvergrößerungen, Metastasen und/oder Entzündungszeichen – und so erste Hinweise auf die Ausdehnung der Erkrankung liefern.

Die Durchführung einer Röntgenübersichtsaufnahme geht schnell und tut nicht weh. Sie ist jedoch mit einer gewissen Strahlenbelastung verbunden. Daher wird bei Kindern und Jugendlichen darauf geachtet, dass (abgesehen von den für die Erstdiagnose notwendigen Untersuchungen) so wenig wie möglich geröntgt wird. Die Beurteilung der Röntgenübersichtsaufnahme erfolgt immer durch einen Facharzt für Radiologie gemeinsam mit dem Behandlungsteam.