SIOP CNS GCT II

Autor: J. Dobke, erstellt am: 07.11.2011, Zuletzt geändert: 13.05.2016

Titel SIOP CNS GCT II: Prospektive Studie für die Diagnose und Behandlung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit intrakranialem Keimzelltumor
Erkrankung Intrakranieller Keimzelltumor
Art Prospektive, nicht-randomisierte multizentrische Studie mit risiko-stratifizierten Patientengruppen
Fragestellung / Ziel

Germinome

  • Die derzeitige hohe Ereignisfreie Überlebensrate durch den Risiko-addaptierten Behandlungsansatz zu erhalten.
  • Bei lokalisierten Germinomen: Die Bestrahlung des Gehirns und des Spinalkanals durch eine kombinierte Behandlung mit Standard-Chemotherapie und ventrikulärer Bestrahlung (+/- Boosts) zu ersetzen.
  • Bei bifokalen Tumoren (pineal + suprasellär): Wie nicht-metastasierte Erkrankungen zu behandeln und die Bestrahlung des Gehirns und des Spinalkanals durch eine kombinierte Behandlung mit Standard-Chemotherapie und ventrikulärer Bestrahlung (+/- Boosts) zu ersetzen.
  • Bei metastasierten Germinomen: Die derzeitige hohe exzellente Ereignisfreie Überlebensrate durch kraniospinal Bestrahlung zu erhalten.

Maligne Non-Germinome

Verbesserung des Ereignisfreien Überlebens:

  • durch dosiseskalierte Chemotherapie bei allen Patienten, die bei Diagnose als Hoch-Risiko-Patienten eingestuft wurden (AFP Serum/Liquor > 1000 ng/ml).
  • durch Standardisierung des chirurgischen Vorgehens bei Resttumor nach Behandlung.

Teratome

  • Patienten zu registrieren und Daten bzgl. Diagnose, Behandlung und Wirkung zu sammeln, um zukünftige Behandlungsstrategien zu entwickeln.
Therapie / Studienarme

Germinome

Chemotherapie:

Nicht-metastatische, vollständig diagnostizierte Germinome (± Teratom)
Zwei Kurse (1 und 3) Etoposid und Carboplatin, alternierend mit zwei Kursen (2 und 4) Etoposid und Ifosfamid
Cave: Bifokale Germinome (pineal + suprasellär) werden wie nicht-metastatische Germinome behandelt, falls die Diagnostik keine weitere Ausbreitung zeigt.

Metastatische oder unvollständig diagnostizierte Germinome (± Teratom)
Erhalten keine Chemotherapie in diesem Protokoll

Radiotherapie:

Nicht-metastatische, reine Germinome in PR/SD
Nach Chemotherapie: 24 Gy (15 Fraktionen) des gesamten Ventrikelsystems mit 16 Gy (10 Fraktionen) Tumor-boost (Gesamttumordosis 40 Gy)

Nicht-metastatische Germinome in CR
Nach Chemotherapie: 24 Gy (15 Fraktionen) des gesamten Ventrikelsystems

Metastatische oder unvollständig diagnostizierte reine Germinome
24 Gy (15 Fraktionen) kraniospinal mit 16 Gy (10 Fraktionen) Boost des Tumorgebietes sowie jeder intrakranialen und spinale Metastase (Gesamttumordosis 40 Gy)

Nicht-metastatische Germinome mit Teratomanteil (inkomplett reseziert)
Nach Chemotherapie: 24 Gy (15 Fraktionen) des gesamten Ventrikelsystems mit 30.4 Gy (19 Fraktionen) Tumorboost (Gesamttumordosis 54.4Gy)

Metastatische Germinome mit Teratomanteil (inkomplett reseziert)
24 Gy (15 Fraktionen) kraniospinal mit 30.4 Gy (19 Fraktionen) Tumorboost und 16 Gy (10 Fraktionen) Boost auf Metastasenlokalisation (Gesamttumordosis 54.4Gy)

NON- GERMINOME (± TERATOM)

Chemotherapie:

Standard-Risiko nicht-germinomatöse maligne Keimzelltumoren
Vier Kurse Etoposid, Cisplatin und Ifosfamid (Standardbehandlung)

Hoch-Risiko nicht-germinomatöse maligne Keimzelltumoren
Zwei Kurse Standarddosen Etoposid, Cisplatin und Ifosfamid, gefolgt von zwei dosisintensivierten Kursen Etoposid, Cisplatin und Ifosfamid mit Stammzellsupport
Resektion von Resttumor nach drei Kursen Chemotherapie (wenn indiziert) gefolgt vom vierten Kurs Chemotherapie. Wenn vitale Tumorzellen im Resektat gefunden wurden, wird der Patient der Hoch-Risikogruppe zugeführt.

Radiotherapie

Standard-Risiko und Hoch-Risiko nicht-germinomatöse maligne Keimzelltumoren:

Patienten mit lokalisierter Erkrankung bei Diagnose
Nach Chemotherapie: 54 Gy fokale Bestrahlung (30 Fraktionen)

Patienten mit metastatischer Erkrankung bei Diagnose
Nach Chemotherapie: 30 Gy (20 Fraktionen) kraniospinal mit 24 Gy (15 Fraktionen) Boost des Tumorgebietes sowie jeder intrakranialen Metastase Gesamttumordosis 54Gy) und 20.8 Gy (13 Fraktionen) Boost der spinalen Metastasen (Gesamtdosis 50.8 Gy)

Einschluss-Kriterien
  • Hauptwohnsitz in einem der teilnehmenden Ländern
  • Primäre Diagnose eines intrakranialen Keimzelltumores
  • Unterschriebene Einverständniserklärung zur Studienteilnahme, Behandlung nach Studienprotokoll und Datenweitergabe
Ausschluss-Kriterien
  • Tumorentität entspricht keinem primären intrakranialem Keimzelltumor oder intrakranialer Keimzelltumor als Zweitmalignom
  • Primäre Diagnose vor Start der SIOP CNS GCT II-Studie in den registrierenden Ländern
  • Medizinische, psychische oder soziale Bedingungen nicht vereinbar mit der Studienbehandlung oder eine Be-handlung nach Studienprotokoll ist nicht geplant
  • Teilnahme an einer anderen Therapiestudie für Keimzelltumoren und/oder einer konkurrierenden Behandlung innerhalb einer anderen klinischen Studie. Ausnahmen sind Studien mit anderen Zielen, Studien die Aspekte der Supportivtherapie beinhalten und parallel zu SIOP CNS GCT II durchgeführt werden können ohne das Re-sultat dieser Studie zu beeinflussen z.B. Studien zu Antiemesis, Antimykotika, Strategien zur psychosozialen Unterstützung, etc.
  • Schwangerschaft oder Stillzeit
  • Jede vor Registrierung verabreichte Therapie, die nicht dem Protokoll entspricht
Patientenanzahl 400 maligne Keimzelltumoren
Status Oktober 2011-Oktober 2016 (Ende der Patientenrekrutierung)
EudraCT 2009-018072-33
Eintrag Studien- Register ClinicalTrials.gov: NCTNCT01424839
Leiter Dr. Gabriele Calaminus
E-Mail mailto:makei@uni-muenster.de
Kontakt

Koordinierender Prüfer

Dr. med. Gabriele Calaminus
Universitätsklinikum Bonn Zentrum für Kinderheilkunde
Päd. Hämatologie/ Onkologie
Konrad-Adenauer-Allee 119
53113 Bonn
Telefon +49 (228) 287 33305
Fax +49 (228) 287 33305
Gabriele.Calaminus@ukb.uni-bonn.de

Datenmanagement

Carmen Teske

Referenzpathologie

Prof. Dr. med. Ivo Leuschner
Institut für Pathologie der Universität Kiel
Sektion Kinderpathologie, Haus 14
Arnold-Heller-Str. 3
24105 Kiel
Telefon +49 (431) 597 3444
Fax +49 (431) 597 3486
ileuschner@path.uni-kiel.de

Prof. Dr. med. Torsten Pietsch
Institut für Neuropathologie
ME der Universität
Sigmund-Freud-Str. 25
53105 Bonn
Telefon +49 (228) 287 16602
Fax +49 (228) 287 14331
t.pietsch@uni-bonn.de

Referenzradiologie

Prof. Dr. Monika Warmuth-Metz
Universitätsklinikum Würzburg
Abt. für Neuroradiologie
Josef-Schneider-Str. 11
97080 Würzburg
Telefon +49 (931) 201 34799
Fax +49 (931) 201 34789
hit@ukw.de

Teilnehmer GPOH, Frankreich, Italien, Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Spanien, Niederlande, Großbritannien
Förderung Deutsche Kinderkrebsstiftung