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HIT 2000

Autor: Prof. Dr. med. Stefan Rutkowski, Julia Dobke, erstellt 24.07.2003, Zuletzt geändert: 10.01.2012

Titel Multizentrische Therapie-Optimierungsstudie zur Behandlung von Kindern und jungen Erwachsenen mit einem intrakranial lokalisierten primitiv neuroektodermalen Tumor (PNET/Medulloblastom) und Ependymom
Achtung: Seit 01.01.2012: HIT 2000 Interim Register
Erkrankung Hirntumoren (Medulloblastom, Ependymom, supratentorieller ZNS-PNET)
Art multizentrische Therapieoptimierungsstudie
Fragestellung / Ziel

Ziel der multizentrischen Therapieoptimierungsstudie HIT 2000 ist es, Patienten bis zu einem Alter von 21 Jahren mit einem intrakranial lokalisiertem Medulloblastom / PNET oder Ependymom eine nach dem heutigen Stand der Erkenntnisse bestmögliche und risikoadaptierte Therapie flächendeckend in Deutschland und Österreich zu bieten.

Primäre Ziele sind das Erreichen einer vergleichsweise hohen Überlebenswahrscheinlichkeit der Studienpatienten durch Intensivierung von Chemotherapie und/oder Bestrahlung, durch risikoadaptierte Therapie bei exakt definierter Risikogruppenzuordnung sowie durch verbesserte Qualitätskontrollen von Operation, Bestrahlung und Chemotherapie. Weitere Ziele sind eine vergleichsweise geringe Rate möglicher Spätfolgen durch Verzicht auf eine Bestrahlung oder Reduktion der kranio-spinalen Bestrahlungsdosis bei jüngeren Kindern (<4 Jahre) mit einem Medulloblastom.

Zur Erfassung von Spätfolgen und Lebensqualität von Kindern mit Medulloblastom werden entsprechende neuropsychologische Begleitstudien durchgeführt.

Ziele des Interim Registers

Ziel des Registers ist es, bis zur Eröffnung der verschiedenen Folgestudien weiterhin die Qualitätssicherung durch die entsprechenden Referenzbefunde der für die Therapiezuordnung wichtigen Untersuchungen zu erhalten und epidemiologische Daten zu sammeln. Außerdem soll durch das Register eine Fortführung der Sammlung von biologischem Material (Tumormaterial, Liquor und Blut) ermöglicht werden, um die für weitere Fortschritte essentiellen biologischen Begleitstudien fortsetzen zu können. Dazu sollen auch Daten über die angewendeten Therapien gesammelt werden.

Therapie / Studienarme

Um einer möglichst individuellen, dass heißt dem Rezidiv- und Spätfolgenrisiko angepassten Therapie näher zu kommen, wird die Therapie unter Berücksichtigung von Histologie (Medulloblastom,supratentorieller ZNS- PNET, Ependymom WHO II° und Ependymom III°), des Alters (4 Jahre), und des Metastasierungsstadiums (MO versus M1 versus M2-M4) in 10 relevante Therapiegruppen stratifiziert.

Im Rahmen einer prospektiven randomisierten Phase III-Studie wird bei Patienten mit Medulloblastom ohne Metastasierung in der Altersgruppe von 4-21 Jahren der Vorteil einer hyperfraktionierten Strahlentherapie gegenüber einer konventionellen Strahlentherapie mit reduzierter kranio-spinaler Dosis in Bezug auf die Spätfolgen und die ereignisfreie Überlebenszeit geprüft. Dieser Therapiezweig wird seit 2003 im Rahmen der gemeinsamen internationalen Studie (SIOP/HIT PNET 4) fortgeführt. Der experimentelle Zweig wurde zum 31.12.2006 geschlossen.

Für Kinder mit supratentoriellen ZNS-PNET ohne Metastasen wurde Ende 2004 per Amendment eine Änderung der Behandlungsstrategie (siehe Therapieübersichten als PDF-Datei) beschlossen.

Therapieempfehlungen nach Studienende

Im Anhang des Registers finden sich Therapieempfehlungen, die den in HIT 2000 evaluierten Therapiekonzepten entsprechen. In manchen Zweigen wird die Durchführung der Therapie wie nach amendment empfohlen. In den Zweigen, in denen die HIT 2000 Therapie nach amendment keinen klaren Vorteil gezeigt hat, wird die Therapie wie vor dem HIT 2000 amendment empfohlen. Diese Empfehlungen wurden basierend auf aktuellen Zwischenergebnissen der Studie HIT 2000 im September 2011 von der HIT 2000 Studienkommission beschlossen und sind nicht bindend.

Einschluss-Kriterien
  • Medulloblastom und Medulloblastom-Varianten (desmoplastisches Medulloblastom, anaplastisches Medulloblastom, großzelliges Medulloblastom, Medullomyoblastom, melanotisches Medulloblastom)
  • supratentorieller ZNS-PNET (primitiver neuroektodermaler Tumor)
  • Ependymoblastom
  • Pineoblastom
  • zerebrales Neuroblastom
  • Ependymom Grad II und Grad III
  • intrakranielle Sarkome
  • Medulloepitheliom
  • spinale PNET (primitive neuroektodermale Tumoren)
  • spinale Ependymome Grad II und Grad III
  • hochmaligne intrakranielle Tumoren ohne nähere Zuordnung
Status seit dem 01.01.2001, Ende 31.12.2011, Interim Register: Beginn 01.01.2012, geplantes Ende 31.12.2013
Leiter Prof. Dr. med. Stefan Rutkowski
E-Mail mailto:hitchem@uke.uni-hamburg.de
Kontakt

Leitung

Prof. Dr. med. Stefan Rutkowski
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Klinik u. Poliklinik f. Päd. Onkologie u. Hämatologie, Haus N21
Martinistr. 52
20246 Hamburg
Telefon +49 (40) 7410 58200
Fax +49 (40) 7410 58300
mailto:s.rutkowski@uke.de

 

Stellvetretende Leitung

Dr. med. Katja von Hoff
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie
Martinistr. 52
20246 Hamburg
Telefon +49 (40) 7410-53394
Fax +49 (40) 7410 58300
mailto:k.von-hoff@uke.de

 

Studienassistenz

Dr. med. Carsten Friedrich
Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf
Klinik und Poliklinik für päd. Onkologie u. Hämatologie
Martinistr. 52
20246 Hamburg
Telefon +49 (40) 7410 53394
Fax +49 (40) 7410 58300
mailto:cfriedri@uke.de

 

Studiendokumentation

Wiebke Treulieb
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Klinik u. Poliklinik f. Päd. Onkologie u. Hämatologie, Haus N21, Studienzentrale HIT2000
Martinistr. 52
20246 Hamburg
Telefon +49 (40) 7410-58200
Fax +49 (40) 7410-58300
mailto:hitchem@uke.de

 

Christine Lindow
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Klinik u. Poliklinik f. Päd. Onkologie u. Hämatologie, Haus N21, Studienzentrale HIT2000
Martinistr. 52
20246 Hamburg
Telefon +49 (40) 7410 58200
Fax +49 (40) 7410 58300
mailto:hitchem@uke.de

 

Studienzentrale für Österreich

Prof. Dr. med. Christian Urban
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde
Pädiatrische Hämatologie und Onkologie
Auenbruggerplatz 38
8036 Graz
Telefon +43 (316) 385 13485
Fax +43 (316) 385 3450
mailto:christian.urban@medunigraz.at

 

Dr. med. Martin Benesch
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde
Auenbruggerplatz 38
8036 Graz
Telefon +43 (316) 385 80 427
Fax +43 (316) 385 3450
mailto:martin.benesch@klinikum-graz.at

 

Referenzzentrum Strahlentherapie

Prof. Dr. med. Rolf-D. Kortmann
Universitätsklinikum Leipzig AöR
Referenzzentrum für Hirntumoren (Radioonkologie)
Johannisallee 34
04103 Leipzig
Telefon +49 (341) 9718 400
Fax +49 (341) 9718 409
mailto:rolf-dieter.kortmann@medizin.uni-leipzig.de

 

Referenzzentrum Liquordiagnostik

Katharina Petrasch
Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Kinderklinik
Referenzzentrum HIT2000 - Liquordiagnostik, Onkologisches Labor
Martinistr. 52
20246 Hamburg
mailto:k.petrasch@uke.de

 

Referenzzentrum Neuroradiologie

Prof. Dr. Monika Warmuth-Metz
Universitätsklinikum Würzburg
Abt. für Neuroradiologie
Josef-Schneider-Str. 11
97080 Würzburg
Telefon +49 (931) 201 34799
Fax +49 (931) 201 34789

 

Neuropsychologische Begleitstudie

Dipl. Psych. Anika Resch
Universitätsklinik Hamburg Eppendorf
Kinder-und Jugenmedizin
Martinistr. 52
20246 Hamburg
Telefon +49 (40) 7410 56222
Fax +49 (40)7410 58300
mailto:a.resch@uke.de

 
Weitere Informationen Bei der HIT 91-Studie wurde für Kinder unter 3 Jahren ohne sichtbare ZNS-Metastasen im so genannten Erhaltungschemotherapiearm ein 4-Jahre-PFS (progressionsfreies Überleben) von 79 % erzielt. Patienten mit Metastasierung hatten ein signifikant schlechteres 4-Jahre-PFS von 34 %. Für die Patienten mit supratentoriellen ZNS-PNET ohne Metastasierung lag das 4-Jahre-PFS bei 50 %.

Beim Ependymom in gleicher Altersgruppe lag das 4-Jahre-PFS bei 49 %. Die Toxizität der Therapien war insgesamt vertretbar. Ergebnisse der Therapiestudie HIT SKK 92: Säuglinge und junge Kleinkinder mit Medulloblastom ohne Metastasierung und ohne postoperativen Resttumor konnten zu 74 % auch unter Verzicht auf eine Strahlentherapie durch zusätzliche intraventrikuläre Chemotherapie mit Methotrexat geheilt werden (6-Jahre-PFS). Dieses Ergebnis wurde im internationalen Vergleich auch durch andere, aggressivere Therapieformen bislang nicht erreicht.

Die Ergebnisse der bisherigen Zwischenauswertungen zur laufenden Studie HIT 2000 waren insgesamt sehr zufriedenstellend. Für Kinder mit supratentoriellen ZNS-PNET ohne Metastasen wurde Ende 2004 per Amendment eine Änderung der Behandlungsstrategie (siehe Therapieübersichten als PDF-Datei) beschlossen.
Dokumente
Verweis(e) Studienliteratur Medulloblastome, Ependymom, PNET
Förderung Die Studie HIT 2000 wird mit den angeschlossenen Referenzeinrichtungen (Neuropathologie, Neuroradiologie, Liquordiagnostik, Strahlentherapie) im Rahmen des Behandlungsnetzwerks HIT durch die Deutsche Kinderkrebsstiftung gefördert. Sie wurde mit dem Gütesiegel A der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert.

des HIT-Netzwerks
Das HIT-Netzwerk stellt einen Bildserver zum Verschicken von Bildern zur Referenz- befundung und zum Anfordern von Konsilen zur Verfügung. Hier geht es zur  urlStartseite


 
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