EWING 2008

Autor: Julia Dobke, erstellt am: 11.03.2010, Zuletzt geändert: 19.06.2014

Erkrankung Ewing-Tumoren (Ewing-Sarkom, PNET, Askin-Tumor, Weichteil Ewing-Tumor)
Art Prospektive, randomisierte, internationale, multizentrische Phase 3 Studie
Fragestellung / Ziel

EWING 2008 ist ein gemeinsames Therapieprotokoll von CCLG, COG, DCOG, EORTC, GPOH, SFCE, SIAK und SSG. Das Protokoll strebt an, die Behandlung und die Behandlungsergebnisse für Patienten mit Ewing-Tumor zu optimieren. Das EWING 2008 Protokoll ist offen für alle Patienten mit lokalisiertem oder metastasiertem Ewing-Tumor, bei denen keine Ausschlusskriterien für eine neoadjuvante Chemotherapie vorliegen.

Nach der für alle Patienten identischen Induktionstherapie werden die Patienten in drei Risikogruppen stratifiziert. Die folgenden Studienziele werden verfolgt:

Standardrisiko R1: bei Patienten mit lokalisiertem Ewing-Tumor und gutem histologischen Ansprechen oder mit einem initialen Tumorvolumen < 200 ml wird randomisiert geprüft, ob die Gabe von Fenretinid oder Biophosphonaten, oder Biophosphonaten plus Fenretinid zusätzlich zur Konditionierungstherapie das ereignisfreie Überleben im Vergleich zu Patienten ohne zusätzliche Therapie verbessert.

High Risk R2: bei Patienten mit lokalisiertem Ewing-Tumor und schlechtem histologischen Ansprechen oder mit einem initialen Tumorvolumen >200 ml (R2loc) wird randomisiert geprüft, ob eine Hochdosischemotherapie (Busulfan-Melphalan) mit autologer Stammzellreinfusion im Vergleich zu einer Standard-Konsolidierungschemotherapie das ereignisfreie Überleben verbessert. Bei Patienten mit pulmonalen Metastasen wird die Hochdosistherapie (Busulfan-Melhalan) mit autologer Stammzellreinfusion im Vergleich zu einer Standard-Chmeotherapie gefolgt von Gesamtlungenbestrahlung randomisiert geprüft.

Very High Risk R3
: bei Patienten mit primär metatasierter Erkrankung wird randomisiert geprüft, ob eine Hochdosischemotherapie (Tresulfan-Melphalan) mit anschließender autologer Stammzellreinfusion zusätzlich zu acht Kursen adjuvanter Standard-Chemotherapie im Vergleich zu alleiniger adjuvanter Chemotherapie das ereignisfreie Überleben verbessert.

Therapie / Studienarme

Gemeinsame Induktionstherapie

Alle Studienpatienten erhalten eine Induktionschemotherapie bestehend aus 6 Kursen Vincristin, Ifosfamid, Doxorubicin und Etoposid (VIDE). Die Lokaltherapie, vorzugsweise OP oder OP plus Radiotherapie, ist im Anschluss an Kurs 5 oder 6 der Induktionschemotherapie festzulegen. Eine präoperative Radiotherapie kann in Erwägung gezogen werden, um eine Operabilität ansonsten inoperabler Läsionen zu erreichen. Bei Patienten mit lokalisierter Erkrankung oder mit pulmonalen Metastasen sollte die Lokaltherapie -vorzugsweise als komplette Tumorresektion- nach dem sechsten VIDE-Kurs erfolgen. Die Durchführung einer postoperativen Radiotherapie ist abhängig von der Radikalität der OP und dem histologische Ansprechen auf die Chemotherapie. Nach Ende der Induktionschemotherapie und der lokalen Therapie werden die Studienpatienten einer von drei Risikogruppen zugeteilt.


Standard-Risiko R1

Patienten mit gutem Tumoransprechen (R1) (< 10% vitale Tumorzellen) und lokalisierter Erkrankung werden dem Standard-Risikoarm zugeordnet und erhalten weitere acht Kurse Chemotherapie bestehend aus Vincristin, Actinomycin D und Cyclofosfamid (VAC für weibliche Patienten) oder Vincristin, Actinomycin D und Ifosfamid (VAI für männliche Patienten). Vor Beginn der Konsolidierungstherapie findet eine Randomisierung für eine zusätzliche, vierwöchentliche Therapie mit Fenretinid oder Zoledronsäue oder Fenretinid und Zoledronsäure oder keine zusätzliche Therapie statt.

High Risk R2

Patienten mit schlechtem Tumoransprechen (R2) und lokalisierter Erkrankung erhalten wie in der Vorgängerstudie EURO-E.W.I.N.G. 99 randomisiert entweder acht Kurse VAI-Chemotherapie oder Busulfan/Melphalan Hochdosistherapie mit daran anschließender autologen Stammzellreinfusion
Patienten mit primärer Lungenmetastasierung erhalten ebenfalls wie in der Vorgängerstudie EURO-E.W.I.N.G 99 randomisiert entweder acht Kurse VAI-Chemotherapie oder Busulfan/Melphalan-Hochdosistherapie mit daran anschließender autologer Stammzellreinfusion.

Very High Risk R3

Patienten mit primären Knochenmetastasen, mit oder ohne zusätzlichen Lungenmetastasen, oder Metastasen an anderen Lokalisationen (R3) erhalten nach 6 Kursen VIDE randomisiert entweder acht Kurse Chemotherapie bestehend aus Vincristin, Actinomycin D und Cyclofosfamid (VAC) oder Hochdosischemotherapie mit Treosulfan und Melphalan gefolgt von autologer Stammzellreinfusion und anschließend acht Kursen VAC-Chemotherapie. In Fällen, in denen lange Zeiten der OP-bedingten Immobilisierung zu erwarten sind, z.B. nach Becken-OP, kann es angezeigt sein, die OP erst nach der Hochdosistherapie durchzuführen.

Einschluss-Kriterien
  • Diagnose: histologisch bestätigter Ewing-Tumor des Knochens oder Weichgewebes
  • Alter und Geschlecht: Beide Geschlechter, Alter >48 Monate (Mindesttalter gilt nur für GPOH-Patienten) und < 50 Jahre zum Zeitpunkt der diagnostischen Biopsie. Jüngere oder Ältere können der Studienzentrale gemeldet werden, qualifizieren sich jedoch nicht als Studienpatienten.
  • Meldung: <= 45 Tage nach der diagnostischen Biopsie/OP.
  • Chmeotherapiebeginn: <= 45 Tage nach der diagnostischen Biopsie/OP.
  • Einverständniserklärung: muss vor Aufnahme in die Studie unterzeichnet vorliegen.
  • Allgemeinzustand: Lansky oder Karnowsky Index > 50%, ggf. modifiziert für Patienten mit Behinderungen.
  • Hämatologische Parameter: Hb > 8 g/dl (Transfusion erlaubt), Thrombozyten > 80 000/µ (Transfusion erlaubt), Leukozyten > 2000 /µ
  • Herzfunktion: LVEF > 40%, SF > 28%
Ausschluss-Kriterien
  • Mehr als 1 Kurs Chemotherapie vor Meldung
  • Sekundärmalignom
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Gleichzeitige Behandlung im Rahmen einer anderen klinischen Studie, ausgenommen Studien, die aufgrund der Art ihrer Endpunkte gleichzeitig mit EWING 2008 durchgeführt werden müssen, z.B. Studien zu Antiemetika, Antimykotika, Antibiotika, Strategien psychosozialer Unterstützung, etc. .
  • Sonstige medizinische, psychiatrisch oder soziale Gründe, die der Durchführung der Protokolltherapie entgegenstehen.
Patientenanzahl 1383
Status Patientenrekrutierung über 6,5 Jahre, Start 01.10.2009, voraussichtlich bis 01.07.2015
EudraCT 2008-003658-13
Eintrag Studien- Register
Leiter Leiter internationale Studiengruppe: em. Prof. Sir Allan W. Craft, Prof. Dr. Heribert Jürgens, Studienkoordination: PD Dr. Uta Dirksen
E-Mail mailto:ewing@uni-muenster.de
URL http://klinikum.uni-muenster.de/index.php?id=4810
Kontakt

Studienkoordination Deutschland

Prof. Dr. med. Uta Dirksen
Univ.-Klinikum Münster, Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin
Päd. Hämatologie und Onkologie
Albert-Schweitzer-Campus 1
48149 Münster
Telefon +49 (251) 83 56484
Fax +49 (251) 83 56489
uta.dirksen@ukmuenster.de

Studienberatung

Prof. Dr. med. Heribert Jürgens
Univ.-Klinikum Münster, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Pädiatrische Hämatologie und Onkologie
Albert-Schweitzer-Campus 1
48149 Münster
Telefon +49 (251) 83 47742
Fax +49 (251) 83 47828
heribert.juergens@ukmuenster.de

Studienkoordination Österreich

Prof. Dr. med. Ruth Ladenstein
St. Anna-Kinderspital
Children´s Cancer Research Institute (CCRI)
Kinderspitalgasse 6
1090 Wien
Telefon +43 (1) 40470 4750
Fax +43 (1) 40470 7430
ruth.ladenstein@ccri.at

Teilnehmer GPOH, COG, Czech, DCOG, GPOH Austria, Polish society of pediatric Oncology and Hematology, SFCE, SIAK, SSG, Slovakian Bone Sarcoma Study Group, Slovenian Bone Sarcoma Study Group
Weitere Informationen Sekundäre Fragestellung: Gesamtüberleben

R1: zu püfen, ob die zusätzliche Gabe von Fenretinid, Biophosphanaden oder Fenretinid plus Biophosphanaden das Gesamtüberleben verbessert.

R2: zu prüfen, ob Hochdosistherapie mit Busulfan/Melphalan das Gesamtüberleben verbessert.

R3: zu prüfen, ob Hochdosistherapie mit Treosulfan/Melphalan das Gesamtüberleben verbessert.

In allen Gruppen werden die Akut-und Langzeittoxizität, der Therapieerfolg, die Lebensqualität als Längsschnittuntersuchung und der Wert der Positronenemmissionstomographie überprüft.
Dokumente
Verweis(e) Studienliteratur Ewing Sarkom
Förderung Die EWING 2008 Studie wird durch die Deutsche Krebshilfe gefördert.