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Stammzelltransplantation

Autor: Dr. med. Gesche Tallen, Dr. med. Jörn Kühl, erstellt 01.01.2004, Zuletzt geändert: 06.10.2011 doi:10.1591/poh.kinderkrebsinfo.stammzelltransplantation , Kurz-URL: www.kinderkrebsinfo.de/szt

Seit der ersten erfolgreichen Knochenmarktransplantation (KMT) im Jahre 1975 hat diese Therapieform in der Behandlung zahlreicher Krebserkrankungen, schwerer Erkrankungen des Blut- oder Immunsystems sowie mancher seltener Erbkrankheiten, die mit anderen Behandlungsmethoden nicht heilbar waren, stark an Bedeutung gewonnen.

Bei einer Knochenmarktransplantation werden sehr unreife Zellen übertragen, aus denen lebenslang alle Zellen des Blutes entstehen können. Diese so genannten Vorläuferzellen der Blut bildenden Zellen nennt man auch Blutstammzellen, oder genauer, hämatopoetische Stammzellen (HSZ). Sie entstehen im Knochenmark, dem weichen, schwammartigen Gewebe im Inneren vieler Knochen. Dort reifen sie zu den verschiedenen Blutzellreihen heran, also beispielsweise zu weißen Blutzellen (Leukozyten), roten Blutzellen (Erythrozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten). Anschließend werden sie in die Blutbahn ausgeschwemmt.

Lange Zeit hat man Blutstammzellen für eine Transplantation ausschließlich aus dem Knochenmark entnommen. Die Entnahme erfolgt dabei in Vollnarkose durch wiederholte Punktionen am Beckenkamm (so genannte Knochenmarkpunktion). Heute kann man auch nach entsprechender Vorbehandlung mit Wachstumsfaktoren, beispielsweise dem Wachstumsfaktor G-CSF, Stammzellen aus dem Blutkreislauf (peripheres Blut) durch eine spezielle Blutwäsche (Leukapherese) gewinnen. Dieses Verfahren erfordert keine Narkose, aber gute Blutgefäße und oft auch einen großen Venenkatheter. In seltenen Fällen transplantiert man auch Stammzellen aus dem Nabelschnurblut. Während man oft nur von "Knochenmarktransplantation" spricht, gibt es somit auch die so genannte periphere Blutstammzell- sowie Nabelschnurblut-Transplantation. Aus diesem Grund spricht man heute korrekterweise zusammenfassend von hämatopoetischer Stammzelltransplantation, kurz HSZT oder SZT genannt (mit der englischen Abkürzung "HSCT").

Wir möchten Ihnen im Folgenden einen möglichst breiten Überblick über das Thema "hämatopoetische Stammzelltransplantation" geben, damit Sie eine Vorstellung von dieser Therapieform bekommen und sich auf ein künftiges Gespräch mit dem Transplantationsteam Ihres Kindes vorbereiten können. Diese Informationen ersetzen nicht das ausführliche Gespräch mit den behandelnden Ärzten vor Ort. Auf die individuellen Besonderheiten Ihres Kindes und seiner Erkrankung muss im persönlichen Arztgespräch ebenso eingegangen werden wie auf eventuell in "Ihrer" Klinik abweichende Praktiken, die sich dort als besonders vorteilhaft erwiesen haben. Da die HSZT noch eine relativ neue Behandlungsform darstellt, ist die Behandlung in den unterschiedlichen Zentren noch nicht so standardisiert, wie Sie es im Rahmen der Therapieoptimierungsstudien für die Kinderkrebsheilkunde gewohnt sind. Auch kann es sein, dass aufgrund des ständigen Zuwachses an wissenschaftlichen Erkenntnissen relativ rasch Neuerungen eingeführt werden. Da in den Arztgesprächen immer wieder auch die Fachausdrücke fallen, haben wir hier bewusst nicht auf deren Nennung verzichtet, sondern versucht, diese entweder direkt im Text oder im Glossar des Informationsportals zu erklären.

Basisliteratur

  1. Gadner H, Gaedicke G, Niemeyer CH, Ritter J (Hrsg): Pädiatrische Hämatologie und Onkologie. Springer-Verlag 2006 [ISBN: 3540037020
  2. Pizzo PA, Poplack DG (eds): Principles and Practise of Pediatric Oncology. Lippincott Williams & Wilkins Fifth edition 2006 [ISBN: 19-0-7817-5492-5
  3. Gutjahr P: Krebs bei Kindern und Jugendlichen. Deutscher Ärzte-Verlag Köln 5. Aufl. 2004 [ISBN: 3769104285
  4. Gutjahr P: Krebs? Mein Kind? Leukämie und bösartige Tumoren bei Kindern. S. Hirzel Verlag Stuttgart - Leipzig 2000, 53 [ISBN: 3-7776-0979-X

hier
Einen Überblick über das Blut bildende System des Menschen finden Sie  urlhier
Das Pädiatrische Register für Stammzell-Transplantationen finden Sie  urlhier
Hier gibt es unter anderem Informationen für Menschen, die Stammzellen spenden möchten.  urlmehr


 
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