Behandlungserfolge
Autor: Dr. med. Gesche Tallen, Redaktion: Prof. Dr. med. Dr. h.c. G. Henze, Zuletzt geändert: 06.11.2006
Die 5-Jahres-Überlebensraten für alle Krebserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen sind von weniger als 10 % - 20 % in den 50er und 60er Jahren heute auf über 75 % angestiegen. Sie betragen
- über 90 % für das Hodgkin-Lymphom und das Retinoblastom,
- über 80 % für die akute lymphoblastische Leukämie (ALL), die malignen Non-Hodgkin-Lymphome, den Wilms-Tumor und Keimzelltumoren,
- über 60 % bei Hirntumoren und den Weichteilsarkomen und
- über 50 % für die Erkrankung mit der derzeit noch ungünstigsten Prognose im Kindesalter, der akuten myeloischen Leukämie (AML).
5-Jahres-Überlebensraten sind angesichts der Tatsache, dass Rückfälle bösartiger Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter meist innerhalb der ersten zwei bis drei Jahre nach Diagnosestellung eintreten, fast identisch mit Heilungsraten. Die Langzeitüberwachung ehemaliger krebskranker Kinder und Jugendlicher ist notwendig, um psychische und physische Spätfolgen, Rezidive und/oder die mögliche Entwicklung von Zweittumoren (Zweitmalignomen) rechtzeitig erkennen und behandeln zu können. Diese Nachsorge ist angesichts der hohen Heilungsraten und der langen Lebenserwartung nach geheilter Krebserkrankung auch eine Aufgabe, die über die Kinderheilkunde hinausgeht.
An den ständig angestiegenen Überlebensraten bei den Krebserkrankungen der Kinder und Jugendlichen haben die bundesweiten multizentrischen Therapieoptimierungsstudien einen erheblichen Anteil. Durch sie wurde der Standard für Diagnostik und Therapie festgelegt und weiter entwickelt. Die folgende Graphik zeigt noch einmal die Zunahme der zuvor beschriebenen Behandlungserfolge für einige häufige Krebserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Auf der Querachse sind die letzten 60 Jahre in 10-Jahres-Abständen, auf der Längsachse die 2-Jahres-Heilungsraten in Prozent dargestellt.






