Arbeitsweise und Zusammenarbeit in der Kinderkrebsheilkunde
Zusammenarbeit in der Kinderkrebsheilkunde
Durch die enge Vernetzung und Kooperation innerhalb von Therapieoptimierungsstudien in der PĂ€diatrischen Onkologie wird ein hoher Standard gehalten und weiterentwickelt. Diese Studien sind nicht zu vergleichen mit Arzneimittelstudien, bei denen es um die EinfĂŒhrung von neuen Medikamenten geht. Sie dienen in erster Linie einer qualitativ hochwertigen, einheitlichen und optimalen Diagnostik und Behandlung, die durch Modifikationen in Teilbereichen oder fĂŒr bestimmte Risikogruppen verbessert werden soll. Ein Instrument dazu ist die Dokumentation, die neben der Auswertung von wissenschaftlichen Fragestellungen auch zur Erfassung der ErgebnisqualitĂ€t beitrĂ€gt. Anders als noch zu Anfang der 70er Jahre hat heute der gröĂte Teil der Kinder mit Krebserkrankungen sehr gute Aussichten, von ihrer Krankheit geheilt zu werden, ohne dass schwerwiegende Langzeitnebenwirkungen zu erwarten sind.
Die folgende Grafik faĂt das Zusammenwirken der verschiedenen beteiligten Mitarbeiter und Institutionen sowie der ausgetauschen Informationen zusammen:

Studienprotokolle der verschiedenen Erkrankungsarten
Mit der DurchfĂŒhrung von 24 Therapieoptimierungsstudien werden alle wesentlichen, im Kindesalter vorkommenden TumorentitĂ€ten und LeukĂ€mien erfaĂt. DarĂŒber hinaus gibt es Empfehlungen fĂŒr das Vorgehen bei Rezidiven. In den Studienprotokollen wird der gegenwĂ€rtige Erkenntnisstand zur jeweiligen Erkrankung dargelegt. Es werden Empfehlungen zur initialen, zur Verlaufs- und Nachsorgediagnostik gegeben. Die Therapie wird einschlieĂlich der supportiven Behandlung detailliert dargestellt, und eine einheitliche Dokumentation erfolgt sowohl initial wie auch im Verlauf.
Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie
Die Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie werden von Studienkommissionen erarbeitet und vom Plenum der Studienteilnehmer bestÀtigt. Die Protokolle werden von einer Ethikkommission begutachtet und in der Regel unabhÀngigen Gutachtern vorgestellt (bei Förderung durch die Deutsche Krebshilfe der Leitkommission, die sich aus Gutachtern der Deutschen Krebshilfe {link} und der Deutschen Krebsgesellschaft {link} zusammensetzt).
Diskussion der Studien innerhalb der GPOH
Auf den GPOH-Halbjahrestagungen werden die Studien vorgestellt. Ergebnisse und Zwischenberichte werden dort oder auf Studiensitzungen diskutiert. Hieraus ergeben sich ein Erfahrungsaustausch und eine kritische Auseinandersetzung mit den Ergebnissen.
Dokumentation in den Studienzentralen
Am Ort des Studienleiters ist eine Studienzentrale etabliert, die die erforderlichen Daten zur initialen Krankheitssymptomatik, zur TherapiedurchfĂŒhrung, zu den Nebenwirkungen wie auch Daten zum Verlauf der Tumorkrankheit sammelt und dokumentiert. Diese Dokumentation erfolgt zusĂ€tzlich zur Krankenakte der teilnehmenden Kliniken. Die Studienzentralen sind fĂŒr die korrekte Handhabung und ĂberprĂŒfung der Daten, fĂŒr regelmĂ€Ăige Zwischenauswertungen und Berichte verantwortlich. DarĂŒber hinaus leisten die Studienzentralen wichtige und weitgehende Konsilarberatungsdienste fĂŒr die beteiligten Kliniken und Referenzbefundung (Labor, Röntgen). Das bedeutet, dass die Therapie-Optimierungs-Studien ein wirksames Instrument zur Verbesserung der ProzeĂqualitĂ€t und zur Erfassung und Kontrolle der ErgebnisqualitĂ€t sind.





