Glossar
Glossar der Begriffe, die in diesem Informationsangebot verwendet werden.
Abdomen
(Abk.: Abd.)
Unterleib, Bauch
abdominal
(Abk.: abd.)
den Bauch betreffend
Acetylcholin
(Abk.: ACh)
einer der wichtigsten Neurotransmitter beim Menschen, vermittelt z.B. die Erregungsübertragung zwischen Nerv und Muskel
Querverweise:
Nervenzellen
-
Neurotransmitter
acquired immuno-deficiency-syndrome
(Abk.: AIDS)
englische Bezeichnung für erworbenes Immundefektsyndrom; Krankheitsbild, das durch HI-Viren (HIV, englische Abkürzung für human immuno-deficiency virus) ausgelöst wird. Sie ist durch eine ausgeprägte Immunschwäche mit wiederkehrenden Infektionskrankheiten und bestimmten Krebserkrankungen (z.B. Kaposi-Sarkom; Lymphome) gekennzeichnet.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Bei Patienten mit einer HIV-Infektion, also einem erworbenen Immundefekt, lassen sich häufiger als bei der Normalbevölkerung Hodgkin-Lymphome und Non-Hodgkin-Lymphome beobachten.
Querverweise:
Hodgkin-Lymphom
-
Immundefekt
-
Infektion
-
Non-Hodgkin-Lymphom
Hauptinformationsseite:
Lymphome - Krebserkrankungen des lymphatischen Gewebes
Adenom
von Drüsenepithelgewebe ausgehender Tumor
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Adenome sind, außer im Zusammenhang mit multiplen endokrinen Neoplasien (MEN), im Kindes- und Jugendalter seltene Tumoren.
Querverweise:
Epithelgewebe
-
multiple endokrine Neoplasien
adjuvant
unterstützend
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: adjuvante Chemotherapie, z.B. nach einer Tumorentfernung durchgeführte Chemotherapie
Querverweise:
Chemotherapie
-
neoadjuvant
Agammaglobulinämie
erblicher oder erworbener Immundefekt mit Fehlen der Antikörper im Blut
Querverweise:
Antikörper
-
Immundefekt
Agranulozytose
schwere, meist medikamentös verursachte Erkrankung mit plötzlicher Zerstörung aller Granulozyten im Blut
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: schwere Komplikation einer immunsuppressiven Behandlung
Querverweise:
Granulozyten
-
Immunsuppression
AIDS
Abkürzung für (englisch) acquired immuno-deficiency-syndrome (erworbenes Immundefektsyndrom); Krankheitsbild, das durch HI-Viren (HIV, Abkürzung für human immuno-deficiency virus) ausgelöst wird und durch eine ausgeprägte Immunschwäche mit wiederkehrenden Infektionskrankheiten und bestimmten Krebserkrankungen (z.B. Kaposi-Sarkom; Lymphome) gekennzeichnet ist.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Bei Patienten mit einer HIV-Infektion, also einem erworbenen Immundefekt, lassen sich häufiger als bei der Normalbevölkerung Hodgkin-Lymphome und Non-Hodgkin-Lymphome beobachten.
Querverweise:
Hodgkin-Lymphom
-
Immundefekt
-
Infektion
-
Non-Hodgkin-Lymphom
aktive Impfung
Ziel der aktiven Impfung ist der Aufbau eines körpereigenen Schutzes vor Krankheitserregern. Dabei werden dem Körper abgetötete oder abgeschwächte Krankheitserreger (Tot- bzw. Lebendimpfung) zugeführt. Die Impfung wirkt wie eine Infektion, gegen die der Körper aktiv (innerhalb von ein bis zwei Wochen) Antikörper bildet, ohne dass die Erkrankung selbst ausgelöst wird. Die Antikörper bieten einen lang anhaltenden Schutz vor der jeweiligen Krankheit. Außerdem bildet der Körper so genannte Gedächtniszellen, die bei erneutem Kontakt mit dem Krankheitserreger eine sehr schnelle und noch wirkungsvollere Immunantwort auslösen.
Querverweise:
Antikörper
-
Impfung
-
Infektion
-
Lebendimpfung
-
passive Impfung
-
Totimpfung
Akupunktur
Heilbehandlung aus der traditionellen chinesischen Medizin: Durch Einstiche von feinen Nadeln in bestimmte Punkte der Körperoberfläche sollen einzelne Organsysteme angeregt oder gedämpft werden.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Anwendung bei Schmerzsyndromen und funktionellen Erkrankungen mit Störungen vegetativer Regelvorgänge
akut
plötzlich auftretend, schnell verlaufend
Querverweise:
akute lymphoblastische Leukämie
-
akute myeloische Leukämie
akute lymphoblastische Leukämie
(Abk.: ALL)
syn. Akute lymphatische Leukämie
Lymphoblastenleukämie, überwiegende Leukämieform des Kindes- und Jugendalters
Querverweise:
Leukämie
-
Lymphoblasten
akute myeloische Leukämie
(Abk.: AML)
Myeloblastenleukämie, zweithäufigste Leukämieform des Kindes- und Jugendalters
Querverweise:
Leukämie
Albumin
Eiweiß, das in der Leber gebildet wird; transportiert wasserunlösliche Stoffe im Blut, im Liquor und anderen Körperflüssigkeiten; regelt mit anderen Faktoren den Druck in den Blutgefäßen
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Bei einer Sepsis kann es im Rahmen von Flüssigkeitsverschiebungen zwischen Blutgefäßen und Gewebe zu einer Verminderung der Albuminkonzentration im Blut und dadurch zu gefährlichen Blutdruckabfällen kommen.
Querverweise:
Liquor
-
Sepsis
alkalische Phosphatase
(Abk.: AP)
Enzym in Leber, Knochen, Dünndarmschleimhaut, Gallenwegen; erhöht zum Beispiel bei Knochen- und Lebermetastasen
Querverweise:
Enzym
-
Metastase
Alkalose
Störung des Säure-Basen-Gleichgewichts zugunsten der Basen
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: bei zu schneller und aufgeregter Atmung (Hyperventilation); bei langdauerndem Erbrechen; bei zu hoher Zufuhr basischer Substanzen im Rahmen der Vorbeugung/Behandlung des Tumorlysis-Syndroms
Querverweise:
Säure-Basen-Gleichgewicht
-
Tumorlyse-Syndrom
Alkylantien
künstlich hergestellte (synthetische) Substanzen, die als Zytostatika eingesetzt die Vermehrung von Krebszellen verhindern. Grundsätzlich wirken Alkylantien dadurch, dass sie feste Bindungen mit der DNA und/oder bestimmten Eiweißen im Zellkern eingehen, das Erbmaterial dadurch zerstören und dessen Vervielfältigung bei der Zellteilung verhindern.
Querverweise:
Zytostatika
-
Zellkern
-
DNA
Allel
als Allel bezeichnet man die verschiedenen Ausprägungen eines Gens auf den paarweise vorhandenen, weitgehend identischen (homologen) Chromosomen; die zwei Allele eines Gens befinden sich jeweils an der gleichen Stelle (Genort) der homologen Chromosomen; eines stammt vom Vater, eines von der Mutter; ein Elternteil gibt also jeweils nur eines seiner beiden Allele an ein Kind weiter.
Querverweise:
Gen
-
Chromosom
Allergen
Substanz, die eine Allergie auslöst
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Penicillin, manche Zytostatika (wie z.B. die nickelhaltige Asparaginase und Carboplatin)
Querverweise:
Allergie
-
Zytostatikum
Allergie
krankmachende Überempfindlichkeit gegenüber Stoffen, die von außen mit dem Körper in Kontakt treten. Allergien entstehen aufgrund einer spezifischen Änderung der Immunitätslage; am häufigsten betroffen sind Haut und Schleimhäute.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Pollenallergie; Allergie gegen ein Medikament: z. B. Penicillin, manche Zytostatika
Querverweise:
Allergen
-
Immunität
-
Zytostatika
allogen
hier: Spende zwischen zwei Menschen; die griechische Silbe „allos-„ bedeutet „anders“, „verschieden“; genetisch unterschiedliche Individuen der gleichen Art
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: allogene Stammzelltransplantation
Querverweise:
allogene Stammzelltransplantation
-
Transplantation
Hauptinformationsseite:
Welche Arten der Stammzell-Transplantation gibt es?
allogene Stammzelltransplantation
(Abk.: allogene SZT)
Übertragung von Stammzellen von einem Spender auf einen Empfänger. Voraussetzung für eine allogene Transplantation ist, dass die Gewebemerkmale von Spender und Empfänger weitestgehend übereinstimmen. Die Stammzellen werden aus dem Blut oder Knochenmark gewonnen.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: spielt z.B. bei der Behandlung von Patienten mit Leukämien oder Leukämie-Rezidiven eine Rolle
Querverweise:
allogen
-
autolog
-
Stammzellen
-
Stammzelltransplantation
Alopezie
Haarlosigkeit
Alpha-1-Fetoprotein
(Abk.: AFP)
Eiweiß im Serum, das im Dottersack, in der fetalen Leber und im Verdauungstrakt (auch bei Erwachsenen) gebildet wird; ist im fetalen Serum ab der 4. Schwangeschaftswoche nachweisbar; während der Schwangerschaft, bei Säuglingen, bei Leber- und bestimmten Tumorerkrankungen erhöht
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: AFP wird bei Lebertumoren (z.B. Hepatoblastomen) und anderen Tumoren (z.B. Keimzelltumoren) als Tumormarker verwendet.
Querverweise:
Dottersack
-
fetal
-
Hepatoblastom
-
Keimzelltumor
-
Serum
-
Tumormarker
ambulant
nicht-stationäre medizinische Versorgung: Der Patient bleibt für Diagnose- und/oder Behandlungsmaßnahmen nicht über Nacht in der medizinischen Einrichtung, sondern kann am selben Tag wieder nach Hause gehen.
Querverweise:
Diagnostik
-
stationär
Ambulanz
Krankenhausabteilung für die nicht stationäre medizinische Versorgung
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Nachsorge von onkologischen Patienten in der Poliklinik
Aminosäure
(Abk.: AS)
wichtigster Baustein von Eiweißen (Proteinen); es gibt so genannte nicht essentielle und essentielle Aminosäuren - letztere müssen dem Organismus mit der Nahrung zugeführt werden, da er sie nicht selbst bilden kann.
Querverweise:
Protein
Ammoniak
(Abk.: NH3)
Gas; kommt beim Menschen als Abbauprodukt von Aminosäuren vor; wird in der Leber durch Bildung von Harnstoff entgiftet
Querverweise:
Aminosäure
-
Harnstoff
Amplifikation
syn. hier: Genamplifikation
auch Genamplifikation; darunter versteht man eine Vervielfachung einzelner Gene oder Genomteile. Amplifikationen von Onkogenen (wie MYCN) stehen mit der Entstehung und/oder der Ausbreitung mancher Tumorerkrankungen im Zusammenhang;
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: siehe Genamplifikation
Querverweise:
Gen
-
Genamplifikation
-
Genom
-
Tumor
Analgesie
Aufhebung der Empfindlichkeit gegenüber Schmerzreizen als Krankheitsfolge oder infolge künstlicher Schmerzausschaltung durch Medikamente mittels Blockade der Schmerzleitung und/oder der Schmerzzentren
Querverweise:
Anästhesie
Anämie
Blutarmut; Verminderung des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) und/oder des Anteils der roten Blutkörperchen (Hämatokrit) im Blut unter den für ein bestimmtes Alter typischen Normwert. Zeichen einer Anämie sind z.B. Blässe, Kopfschmerzen, Schwindel, Schlappheitsgefühl.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Anämie kann Zeichen einer Krebserkrankung, z.B. einer akuten Leukämie, sein. Sie kann auch Folge einer Chemo- und/oder Strahlentherapie sein, die das Knochenmark beeinträchtigen (Knochenmarkdepression) und dann häufig Bluttransfusionen notwendig machen.
Querverweise:
Bluttransfusion
-
Chemotherapie
-
Hämatokrit
-
Hämoglobin
-
Knochenmarkdepression
-
Leukämie
-
Strahlentherapie
Hauptinformationsseite:
Die Bestandteile des Blutes
Anamnese
Krankengeschichte; Entwicklung von Krankheitszeichen. Im ärztlichen Anamnesegespräch mit dem Kranken werden Art, Beginn und Verlauf der (aktuellen) Beschwerden sowie eventuelle Risikofaktoren (z.B. Erbkrankheiten) erfragt.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Die Anamnese-Erhebung ist ein wichtiger Bestandteil der Inititial- und Verlaufsdiagnostik sowie der Nachsorgeuntersuchungen.
Querverweise:
Diagnostik
Anaplasie
rückläufige Entwicklung von Zellen, die zum Verlust ihrer Differenzierung führt
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Zeichen höhergradiger Bösartigkeit eines Tumors
Querverweise:
Differenzierung
Anästhesie
Unempfindlichkeit gegenüber Schmerz-, Temperatur- und Berührungsreizen als Krankheitsfolge oder infolge einer medikamentösen Betäubung (Narkose) vor einem operativen Eingriff
Querverweise:
Analgesie
-
Narkose
Anästhesist
syn. Facharzt für Anästhesiologie, Facharzt für An
Facharzt, der u.a. für die Vorbereitung und Durchführung von Narkosemaßnahmen (Voll- und Teilnarkosen), für die Überwachung im Aufwachraum nach einer Operation, für die Schmerztherapie bei akuten und chronischen Schmerzen, für Intensivmedizin und Notfallmedizin zuständig ist.
Querverweise:
Anästhesie
-
Narkose
-
Vollnarkose
Andrologie
Männerheilkunde; Lehre vom Bau und der Funktion der männlichen Geschlechtsorgane und deren Erkrankungen
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Manche Zytostatika können Spätschäden hinsichtlich der Funktion der männlichen Geschlechtsorgane verursachen. Entsprechend ist eine andrologische Beratung von Jugendlichen mit einer Krebserkrankung empfehlenswert.
Querverweise:
Spermatogramm
-
Spermienasservierung
Aneurysma
umschriebene, meist krankhafte Wandausbuchtung eines arteriellen Blutgefäßes oder der Herzwand
Angiographie
Darstellung von Blutgefäßen durch Injektion eines Röntgenkontrastmittels und anschließende Anfertigung von Serienbildern (Angiogramme)
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Im Rahmen der Vorbereitung komplizierter Operationen ist manchmal eine Angiographie notwendig, um die Gefäße im Operationsgebiet darzustellen
Ann-Arbor-Klassifikation
System zur Stadieneinteilung maligner Lymphome, v.a. Hodgkin-Lymphomen und bestimmten Formen von Non-Hodgkin-Lymphomen
Querverweise:
Morbus Hodgkin
-
Non-Hodgkin-Lymphom
anti-
gegen-, entgegen, gegenüber
antibakteriell
Maßnahme gegen die Besiedlung/Infektion durch Bakterien
Antibiotika
Mehrzahl von Antibiotikum
Querverweise:
Antibiotikum
Antibiotikum
natürliche Stoffwechselprodukte von Bakterien, Pilzen, Algen, Flechten und höheren Pflanzen, die eine z.T. spezifisch wachstumshemmende oder zelltötende Wirkung gegen kleinste Krankheitserreger und andere Zellen haben und deshalb als Medikamente bei der Behandlung von Infektions- und/oder Krebserkrankungen eingesetzt werden
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Manche Antibiotika werden in der Kinderkrebsheilkunde als Zytostatika, andere zur Behandlung von Infektionen oder einer Sepsis eingesetzt.
Querverweise:
Infektion
-
Sepsis
-
Zytostatikum
Antiemetika
Medikamente, die Übelkeit und Erbrechen verhindern bzw. mildern
Antiemetikum
Medikament gegen Übelkeit und Erbrechen
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Viele Zytostatika verursachen Übelkeit und Erbrechen, die sich oft mit Antiemetika verhindern oder behandeln lassen (z.B. Ondansetron)
Querverweise:
Zytostatikum
Antiepileptikum
syn. Antikonvulsivum
Medikament zur Vorbeugung und/oder Unterbrechung von hirnorganischen Krampfanfällen
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Patienten mit bestimmten Hirntumoren können z.B. Krampfanfälle erleiden (symptomatische Epilepsie). Diesen kann durch die längerfristige, regelmäßige Einnahme von einzelnen oder einer Kombination von Antiepileptika wie z.B. Carbamacepin, Phenytoin, Valproinsäure in den meisten Fällen vorgebeugt werden. Der Serumspiegel eines Antiepileptikums sowie bestimmte Leberwerte und Elektrolyte sollten regelmäßig kontrolliert werden, insbesondere während einer Krebsbehandlung und/oder eines fieberhaften Infekts.
Querverweise:
Elektrolyte
-
Hirntumor
-
Serum
Antifibrinolytika
blutungshemmende Substanzen Antifibrinolytika sind Medikamente, die die Auflösung von Fibrin und damit die Entstehung von Blutungen hemmen.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Antifibrinolytika werden manchmal bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Immunthrombozytopenie eingesetzt.
Antigen
Substanz, die von außen kommt und dem Körper fremd erscheint; regt das Immunsystem zur Bildung von Antikörpern an; kann eine allergische Reaktion auslösen
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Manche Zytostatika und/oder Antibiotika können bei manchen Kindern/Jugendlichen allergische Reaktionen hervorrufen, so dass die Gabe des entsprechenden Medikaments sofort abgebrochen und für zukünftige Behandlungen auf ein anderes mit ähnlicher Wirkung umgestellt werden muss.
Querverweise:
Allergie
-
Antibiotika
-
Antikörper
-
Immunsystem
-
Zytostatika
Antihistaminika
syn. Histamin-Rezeptorblocker, Histamin-Rezeptoran
Medikamente, die die Wirkung des körpereigenen Botenstoffs Histamin abschwächen oder aufheben. Antihistaminika werden bei der Behandlung von allergischen Reaktionen eingesetzt.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Bei Bluttransfusionen kann es beispielsweise zu allergischen Hautreaktionen (Urtikaria) kommen, die mit Antihistaminika behandelt werden.
Antikonvulsivum
syn. Antiepileptikum
Querverweise:
Antiepileptikum
Antikörper
Substanzen (Eiweiße), die das körpereigene Immunsystem als Abwehrreaktion auf eingedrungene Fremdstoffe (Antigene) bildet und die sich gezielt gegen dieses Antigen richten
Querverweise:
Immunsystem
-
Antigen
Antimykotikum
Mittel gegen Pilzerkrankungen
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Während bestimmter Phasen einer Krebsbehandlung wird z.B. die regelmäßige Mundspülung mit dem Antimykotikum Amphothericin-B zur Vorbeugung von Pilzinfektionen der Mundschleimhaut empfohlen.
Antisepsis
Vorbeugung von Infektionen durch örtliche Vernichtung oder Hemmung von Erregern, z.B. durch Desinfektionsmittel
Querverweise:
Infektion
Aplasie
Unter Aplasie versteht man den Umstand, dass zwar die Anlage eines Gewebes oder Organes vorhanden ist, jedoch keine Entwicklung desselben erfolgt.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Zustand eines funktionsunfähigen Knochenmarks, das keine Blutzellen bilden kann, z.B. infolge einer Chemo- und/oder Strahlentherapie, v.a. aber durch Knochenmark- oder Stammzelltransplantation (z.B. im Rahmen einer Leukämiebehandlung). Die Zeit, in der die Bildung von Blutzellen brach liegt, wird als „Aplasie-Phase“ (Zelltief) bezeichnet.
Querverweise:
Chemotherapie
-
Leukämie
-
Stammzelltransplantation
-
Strahlentherapie
aplastische Anämie
(Abk.: AA)
Versagen der Knochenmarksfunktion mit stark eingeschränkter Bildung bestimmter weißer Blutzellen (Granulozyten) sowie roter Blutzellen und Blutplättchen; Kennzeichen sind erhöhte Blutungs- und Infektneigung sowie Blutarmut (Anämie). Patienten mit aplastischer Anämie haben ein erhöhtes Risiko, an einer akuten myeloischen Leukämie zu erkranken. Die aplastische Anämie kann angeboren (z.B. Fanconi-Anämie) oder erworben sein.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Im Kindesalter liegt meist eine schwere aplastische Anämie (SAA) vor. Es handelt sich dabei um eine seltene Erkrankung, die i.d.R. plötzlich aus völliger Gesundheit heraus auftreten kann. Die Ursachen sind noch weitgehend unbekannt.
Querverweise:
akute myeloische Leukämie
-
Anämie
-
Fanconi-Anämie
-
Granulozyten
Apoptose
programmierter Zelltod; Form des Zelltodes, der durch verschiedene Mechanismen in der Zelle durch diese selbst ausgelöst wird, z.B. natürlich im Rahmen der Zellalterung oder als Reaktion auf eine Zellschädigung (z.B. durch Zytostatika, Strahlentherapie)
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Das natürliche Einsetzen des programmierten Zelltodes und/oder die dazu notwendigen Mechanismen sind in vielen Tumor-/Krebszellen gestört.
Querverweise:
Strahlentherapie
-
Zelle
-
Zytostatikum
Arterie
(Abk.: A.)
syn. Schlagader
pulsierendes Blutgefäß; führt sauerstoffreiches, helles Blut vom Herzen zu den zu versorgenden Organen und sauerstoffärmeres, dunkleres Blut vom Herzen der Lunge zu, wo es wieder mit Sauerstoff beladen wird.
arteriell
die Arterien betreffend (Blutgefäße, die das Blut vom Herzen wegführen)
Querverweise:
Arterie
Asparaginsäure
syn. Aminobernsteinsäure
nicht essentielle Aminosäure, die wichtig bei Entgiftungsprozessen in der Leber ist
Astrozyten
syn. Sternzellen, Astroglia
Hauptform der Gliazellen im Zentralnervensystem; benannt nach ihrem stern- bzw. spinnenförmigen Aufbau (von griech. astron = Stern). Die Fortsätze dieser Zellen bilden Grenzmembranen zur Gehirnoberfläche (bzw. Pia mater) und zu den Blutgefäßen.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Aus Astrozyten können ZNS-Tumoren entstehen, die Astrozytome genannt werden. Sie gehören zu den Gliomen.
Querverweise:
Gliazellen
-
Zentralnervensystem
-
Astrozytom
-
Gliom
-
ZNS-Tumor
Astrozytom
von Astrozyten (einer Unterform der Gliazellen) abstammender Tumor des Zentralnervensystems; gehört zu den so genannten Gliomen
Querverweise:
Gliazellen
-
Gliom
-
Tumor
-
Zentralnervensystem
Ataxia teleangiectatica
(Abk.: AT)
syn. Ataxia teleangiectasia; Louis-Bar-Syndrom, Boder-Sedgwick-Syndrom
erbliche Erkrankung; sie ist v.a. gekennzeichnet durch eine Degeneration des Zentralnervensystems (ZNS), eine Beinträchtigung des Immunsystems (Immundefekt), ein erhöhtes Krebsrisiko und erweiterte Blutgefäße von Augen und Haut (sog. Teleangiektasien). Die Degeneration des ZNS geht mit verschiedenen neurologischen Störungen einher, z.B. Bewegungsstörungen (Ataxie) und abnormen Augenbewegungen. Der Immundefekt verursacht häufig wiederkehrende Infektionen.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Menschen mit Ataxia teleangiectatica haben ein erhöhtes Risiko, an bestimmten Krebsarten zu erkranken: Etwa 10 % aller Patienten entwickeln eine bösartige Erkrankung, vor allem Leukämien, Lymphome und bestimmte ZNS-Tumoren. Auf zellulärer Ebene zeigt sich ein Defekt von DNA-Reparatursystemen und eine erhöhte Chromosomenbrüchigkeit. Diese führt wiederum zu Chromosomenveränderungen und, damit einhergehend, zu Störungen der Zellzykluskontrolle.
Querverweise:
Ataxie
-
Gendefekte (vererbbare)
-
Hirntumor
-
Immundefekt
-
Immunsystem
-
Infektion
-
neurologisch
-
Zentralnervensystem
-
erbliche Krebssyndrome
Ataxie
Störung der Koordination von Bewegungsabläufen, z.B. durch ein nicht (mehr) exakt funktionierendes Zusammenspiel verschiedener Muskelgruppen zur Durchführung einer bestimmten Bewegung (Asynergie) oder durch falsche Abmessung von Zielbewegungen (Dysmetrie)
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Gangstörung bei Kleinhirn- und/oder Rückenmarkserkrankungen (z.B. Ataxia teleangiectasia), -tumoren
Querverweise:
Ataxia teleangiectatica
-
Hirntumor
Ätiologie
Lehre von den Ursachen einer Krankheit; Ursache für die Entstehung einer Krankheit
Atom
griechisch: unteilbar; kleinste Einheit der Materie, bestehend aus einem positiv geladenen Kern und einer negativen (Elektronen-)Hülle
Audiometrie
Verfahren zur Untersuchung der Gehörfunktion mit speziellen Tongeneratoren, die einzelne Frequenzen mit bestimmter Lautstärke erzeugen.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Das Hörvermögen kann als Folge der Behandlung von Krebserkrankungen beeinträchtigt sein; insbesondere eine hohe Strahlendosis bei Schädelbestrahlungen und bestimmte Zytostatika (z.B. Platinsubstanzen wie Cisplatin, Carboplatin) können langfristig zu Hörschäden führen. Regelmäßige Hörprüfungen gehören daher bei manchen Krebserkrankungen (z.B. Hirntumoren) zu den gängigen Untersuchungen im Rahmen der Erstl- und Verlaufsdiagnostik sowie der Nachsorge.
Querverweise:
Diagnostik
-
Strahlentherapie
-
Zytostatikum
Austauschtransfusion
syn. Blutaustauschtransfusion
Blutübertragung (Bluttransfusion), bei der das gesamte Blut eines Patienten durch das Blut eines Spenders ersetzt wird. Eine Austauschtransfusion erfolgt, um den Empfänger von schädlichen Bestandteilen im Blut zu befreien.
Querverweise:
Bluttransfusion
autoimmun
überschießende Reaktion des Abwehrsystems (Immunsystem) gegen körpereigenes Gewebe;
Bei einer Autoimmunerkrankung erkennt das Immunsystem körpereigenes Gewebe irrtümlicherweise als zu bekämpfenden Fremdkörper. Dadurch kommt es zu schweren Entzündungsreaktionen, die zu Schäden an den betroffenen Organen führen.
autoimmun
gegen körpereigenes Gewebe gerichtet,
mit Autoimmun-Erkrankungen wird eine große Anzahl von Erkrankungen bezeichnet, die alle durch eine ähnliche Entstehung gekennzeichnet sind. Das Abwehrsystem des Menschen (Immunsystem) spielt dabei eine zentrale Rolle. Es schützt den Organismus vor äußeren Einflüssen, wie Viren, Bakterien und anderen Fremdstoffen. Bei Autoimmun-Erkrankungen kommt es aus unterschiedlichen Ursachen zu einer Ausrichtung des Abwehrsystems gegen körpereigenes Gewebe: Teile des eigenen Körpers werden als „fremd“ angesehen, bekämpft und beseitigt. Autoimmun-Erkrankungen können, je nach Zielvorgabe, jedes Organ des menschlichen Körpers betreffen. Dieser Fehlangriff des Abwehrsystems besteht ohne Behandlung in der Regel lebenslang und kann zur vollständigen Zerstörung des betroffenen Organs führen.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Manche Blutkrankheiten bei Kindern und Jugendlichen beruhen auf Autoimmun-Reaktionen, wie zum Beispiel die Immunthrombozytopenie (ITP) oder auch die Autoimmunhämolytische Anämie (AIHA).
Querverweise:
Immunsystem
autolog
die griechische Silbe „auto-„ bedeutet „selbst“; übereinstimmend, vom selben Individuum
Querverweise:
autologe Stammzelltransplantation
autologe Stammzelltransplantation
(Rück-)Übertragung von Blutstammzellen, z.B. nach einer Chemo- oder Strahlentherapie. Der Patient erhält dabei eigene Zellen zurück, die ihm zuvor aus Knochenmark oder Blut entnommen wurden (Eigenspende).
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Eine autologe Stammzelltransplantation kann z.B. bei bestimmten Patienten mit Lymphom, einem Neuroblastom, Weichteilsarkom oder Hirntumor in Frage kommen.
Querverweise:
autolog
-
Blutstammzellen
-
Knochenmark
-
Stammzelltransplantation
-
Lymphom
-
Neuroblastom
-
Weichteilsarkome
-
Hirntumor
Hauptinformationsseite:
Welche Arten der Stammzell-Transplantation gibt es?
autonomes Nervensystem
syn. vegetatives Nervensystem; viszerales Nervensy
Teil des Nervensystems; setzt sich aus zwei Anteilen, dem Sympathicus und dem Parasymphaticus, zusammen und dient der unbewussten und unwillkürlichen (d.h. der vom Willen weitgehend unabhängigen) Steuerung der inneren Organe und damit zahlreicher lebenswichtiger Vorgänge, zum Beispiel Atmung, Verdauung, Blutdruckregulation, und Wasserhaushalt. Nervenfasern des vegetativen Nervensystems gibt es in fast allen Körperorganen.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Teilfunktionen des autonomen Nervensystems können durch bestimmte Tumoren (z.B. manche ZNS-Tumoren) beeinträchtigt sein. Oft entstehen Neuroblastome im Bereich des autonomen Nervensystems (Grenzstrang).
Querverweise:
Grenzstrang
-
Neuroblastom
-
parasympathisches Nervensystem
-
sympathisches Nervensystem
-
Zentralnervensystem
-
ZNS-Tumor
Hauptinformationsseite:
Das vegetative Nervensystem
Autosom
Chromosom, das nicht an der Bestimmung des Geschlechts beteiligt ist (Nicht-Geschlechtschromosom). Es gibt in menschlichen Körperzellen 22 solcher Chromosomenpaare. Sie werden auch als Körperchromosomen bezeichnet.
Querverweise:
Chromosom
autosomal
die Autosomen betreffend; als Autosomen werden in der Genetik alle Chromosomen außer den Geschlechtschromosomen bezeichnet. Beim Menschen sind es die Chromosomen 1-22, die bei Mann und Frau gleich aussehen.
Querverweise:
Chromosom
-
Genetik
-
Autosom
autosomal-dominant
Vererbungsform für angeborene Erkrankungen; ein Kind erkrankt, wenn es das bei der jeweiligen Erbkrankheit krankhaft veränderte Gen von einem Elternteil erhält. Die Vererbung erfolgt über Gene auf nicht-geschlechtsbestimmenden Chromosomen (Autosomen), d.h. es handelt sich um einen vom Geschlecht unabhängigen Vererbungsweg. Bei einem autosomal-dominanten Erbgang beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass die Erkrankung bei den Nachkommen auftritt, bei jeder Schwangerschaft 50%.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Manche angeborene Erkrankungen, die mit Blutkrankheiten wie schweren Neutropenien einhergehen, werden autosomal-dominant vererbt.
Querverweise:
Gen
-
Neutropenie
-
Chromosom
-
Autosom
-
autosomal
autosomal-rezessiv
Vererbungsform für angeborene Erkrankungen; die jeweilige Erkrankung tritt nur auf, wenn beide Eltern das betroffene, krankhaft veränderte Gen an ihre Nachkommen weitergeben. Erbt das Kind nur ein verändertes Gen vom Vater oder von der Mutter, erkrankt es nicht, ist selbst aber Überträger für das veränderte Gen und somit für die Erkrankung. Die Vererbung erfolgt über Gene auf nicht-geschlechtsbestimmenden Chromosomen (Autosomen), d.h. es handelt sich um einen vom Geschlecht unabhängigen Vererbungsweg. Bei einem autosomal-rezessiven Erbgang beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass die Erkrankung bei den Nachkommen auftritt, bei jeder Schwangerschaft 25%.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Manche Blutkrankheiten wie die angeborene Kugelzellenanämie oder auch angeborene Stoffwechselerkrankungen, die mit Blutkrankheiten wie schweren Neutropenien einhergehen, werden autosomal-rezessiv vererbt.
Querverweise:
Gen
-
Neutropenie
-
autosomal
-
Allel
-
Chromosomen
-
Autosom





