Glossar

Glossar der Begriffe, die in kinderkrebsinfo und kinderblutkrankheiten verwendet werden.

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Magnetresonanztomographie (Abk.: MRT, MR) syn. Kernspintomographie
bildgebendes Verfahren; sehr genaue, strahlenfreie Untersuchungsmethode zur Darstellung von Strukturen im Inneren des Körpers; mit Hilfe magnetischer Felder werden Schnittbilder des Körpers erzeugt, die meist eine sehr gute Beurteilung der Organe und vieler Organveränderungen ermöglichen.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Die MRT wird im Rahmen der Krebsdiagnostik zur Beurteilung des Krankheitsstadiums und zur Therapieplanung eingesetzt.
Querverweise: Diagnostik - Röntgenstrahlung - bildgebende Verfahren
Hauptinformationsseite: Magnetresonanztomographie (MRT, NMR, Kernspintomographie)

Makrocephalus
großer Kopf, der beim Kind mit noch offenen Fontanellen durch einen Wasserkopf (Hydrocephalus), aber auch durch einen großen Tumor ohne Wasserkopf verursacht werden kann.
Querverweise: Fontanelle - Hydrocephalus - Tumor

Makrophage
Makrophagen sind so genannte Fresszellen, gehören zu den weißen Blutzellen und damit zur körpereigenen Immunabwehr. Makrophagen beseitigen Krankheitserreger wie Bakterien, Pilze, und Viren sowie kleinste Fremdkörper und abgestorbene Zellen, indem sie diese umschließen und dann verdauen. Außerdem präsentieren sie Teile der aufgefressenen und verdauten Organismen und regen auf diese Weise andere weiße Blutzellen zur Immunabwehr an.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Bei Kindern und Jugendlichen mit manchen Immundefekten ist die Bildung oder die Funktion von Makrophagen gestört. Die Patienten haben dann ein erhöhtes Infektionsrisiko.
Querverweise: Infektion - Immundefekt - Immunsystem - Bakterien

Makrophagen
Unterform der weißen Blutzellen (Leukozyten) und somit Zellen des Immunsystems; Makrophagen werden auch "große Fresszellen" genannt. Sie gehören zu jenen Immunzellen, die belebte oder unbelebte Teilchen (z.B. Mikroorganismen) aufnehmen und verdauen können (Phagozytose). Makrophagen halten sich in den Körpergeweben auf und bilden, gemeinsam mit den im Blut zirkulierenden Monozyten (aus denen sie hervorgehen), ein Abwehrsystem gegen körperfremde feste Teilchen (z.B. Bakterien, andere Krankheitserreger, Fremdkörper), aber auch gegen abgestorbene Zellen und Zelltrümmer. Darüber hinaus regen sie die Lymphozyten zur Immunabwehr an, indem sie Teile der aufgefressenen und verdauten Organismen auf ihrer Oberfläche präsentieren.
Querverweise: Leukozyten - Lymphozyten - Monozyten - Bakterien - Zelle - Immunabwehr - Immunsystem

Malaria syn. Sumpffieber, Wechselfieber
meldepflichtige Tropenkrankheit, hervorrgerufen durch Parasiten der Gattung Plasmodium, wird von Stechmücken auf den Menschen übertragen.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Malaria kann Ursache für eine Neutropenie bei Kindern und Jugendlichen sein (siehe Kinderblutkrankheiten).
Querverweise: Neutropenie

maligne
bösartig; charakterisiert ein abnormes Zellwachstum

Malignes Melanom (Abk.: Melanom) syn. Schwarzer Hautkrebs, Melanozytoblastom
hochgradig bösartiger Tumor, der von bestimmten Pigmentzellen (Melanozyten), vor allem der Haut, ausgeht und frühzeitig Metastasen über Blut- und Lymphbahnen bildet. Das maligne Melanom ist die am häufigsten tödlich verlaufende Hautkrankheit. Ursachen für die Krankheitsentstehung sind vor allem eine exzessive Sonnenbestrahlung (UV-Strahlen) mit häufigen Sonnenbränden, vor allem in der Kindheit, und genetische Faktoren. Hellhäutige Menschen sind besonders gefährdet.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Eine frühere bösartige Erkrankung sowie ein geschwächtes Immunsystem (Immunsuppression), z.B. infolge einer Krebsbehandlung, können das Risiko für Hautkrebs erhöhen.
Querverweise: Metastase - UV-Strahlen - Immunsystem - Immunsuppression

Malignität
Bösartigkeit

Malignitätsgrad
bezeichnet den Grad der Bösartigkeit (Malignität) von Krebserkrankungen, der anhand feingeweblicher (histologischer) Kriterien bestimmt wird (s. auch Grading)
Querverweise: Grading - Histologie

Malignom
Bezeichung für einen malignen (bösartigen) Tumor
Querverweise: maligne - Tumor

Masern
durch das Masern-Virus ausgelöste Infektionskrankheit, die vorwiegend im Kindesalter auftritt und v.a. durch Fieber und einen für die Krankheit typischen Hautausschlag gekennzeichnet ist; hinterlässt lebenslange Immunität.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Bei abwehrgeschwächten (immunsupprimierten) Kindern und Jugendlichen (z.B. im Rahmen der Krebsbehandlung) kann eine Infektion mit dem Masernvirus gefährlich sein.
Querverweise: Immunität - Immunsuppression - Infektion - Virus

MDS syn. Myelodysplastisches Syndrom
Abkürzung für: Myelodysplastisches Syndrom. Bei Kindern sehr seltene Erkrankung des Blut bildenden Systems im Knochenmark; führt ähnlich einer Leukämie zu einer Störung der Blutbildung und infolgedessen zu Anämie, erhöhter Blutungsneigung und/oder Infektanfälligkeit. Die Erkrankung geht fast immer in eine akute myeloische Leukämie (AML) über.
Querverweise: akute myeloische Leukämie - Anämie - Leukämie

Mediastinoskopie
Spiegelung der Brusthöhle: Untersuchung des Brustraums mit einem Spezialendoskop, das unter Narkose nach einem kleinen Schnitt oberhalb des Brustbeins in den Raum zwischen den Lungenflügeln (Mediastinum) eingeführt wird.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Diagnostisches Verfahren zur Beurteilung von Lymphknoten im Mediastinum im Rahmen der Krebsdiagnostik, auch mit Entnahme von Gewebeproben (Biopsie) oder Probepunktionen. Wird in der Regel nur angewandt, wenn mit Hilfe Bild gebender Verfahren keine Klärung herbeigeführt werden kann.
Querverweise: Biopsie - Endoskop - Mediastinum - Narkose - Punktion

Mediastinum syn. Mittelfell
mittlerer, zwischen den beiden Lungen gelegener Abschnitt des Brustraums
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Große mediastinale Tumoren (z.B. im Zusammenhang mit einer akuten lymphoblastischen Leukämie (ALL) oder einem malignen Non-Hodgkin-Lymphom) können durch Bedrängung der Luftröhre und/oder der Lungen lebensbedrohliche Atmungsprobleme auslösen.
Querverweise: akute lymphoblastische Leukämie - Non-Hodgkin-Lymphom

Medulloblastom syn. primitiver neuroektodermaler Tumor (PNET)
bösartiger embryonaler (primitiver) Tumor des Kleinhirns. Er tritt vor allem im Kleinkindes- und Kindesalter auf und ist mit knapp 20% der häufigste bösartige solide Tumor im Kindes- und Jugendalter.
Querverweise: embryonal - Kleinhirn - primitiv - Tumor

MEN-Syndrom
Kurzbezeichnung für: multiple endokrine Neoplasien; seltenes, zu den Krebs-Syndromen gehörendes erbliches Krankheitsbild, bei dem mindestens zwei verschiedene Hormon produzierende Drüsen von Tumorveränderungen befallen sind. Der so genannte Typ I (MEN-I, Wermer-Syndrom) ist gekennzeichnet durch Adenome der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse), der Nebenschilddrüse und durch Tumoren der Bauchspeicheldrüse, Typ II (MEN-IIa, Sipple-Syndrom; MEN-IIb, Froboese-Syndrom) durch eine Kombination von Schilddrüsenkarzinomen und Phäochromozytom.
Querverweise: Adenom - Karzinom - Krebssyndrom - Neoplasie - Phäochromozytom

Meningiom syn. Meningeom, Meningeoma
meist "gutartiger" (benigner) Hirntumor; er entsteht durch die Entartung von Zellen einer Hirnhautschicht (Spinngewebshaut, Arachnoidea). Das Meningiom wächst i.d.R. langsam und verdrängend. Bösartige (maligne) Entartungen sind selten.

Meningitis
Hirnhautentzündung

Meningokokken syn. Neisseria meningitidis
Bakterien, die beim Menschen den Nasen-Rachen-Raum besiedeln und schwere Krankheiten auslösen können, z.B. Hirnhautentzündung (Meningitis) und Blutvergiftungen (Sepsis). Das Risiko ist erhöht, wenn das Immunsystem geschwächt ist.
Querverweise: Bakterien - Meningitis - Sepsis - Immunsystem

Menopause
letztmalig auftretende Monatsblutung (Menstruation) bei einer Frau; meist im Alter zwischen 45 und 50 Jahren; als normal gilt aber auch ein Alter von 40 beziehungsweise 55 Jahren zum Zeitpunkt der Menopause.
Querverweise: Menstruation

Menstruation syn. Regelblutung, Menorrhoe
monatliche Regelblutung bei einem Mädchen / einer Frau; sie tritt erstmalig in der Pubertät auf und zeigt an, dass von diesem Zeitpunkt an die Fähigkeit zur Fortpflanzung besteht. Die erste Regelblutung (Menarche) erfolgt meist zwischen dem 10. und 14. Lebensjahr. Die letzte Monatsblutung (Menopause) tritt meist zwischen dem 45. und 50. Lebensjahr ein, kann aber auch früher oder später erfolgen. Die Blutung unterliegt einem hormonell gesteuerten Zyklus, dem Menstruationszyklus. Beteiligt sind sowohl Hormone, die in den Eierstöcken gebildet werden (Östrogene, Progesteron) als auch Geschlechtshormone, die von Drüsen im Gehirn (Hypothalamus, Hypophyse) ausgeschüttet werden.
Querverweise: Pubertät - Hormon - Östrogene - Hypophyse - Hypothalamus

Menstruationszyklus
hormonell gesteuerter, etwa vierwöchiger Vorgang im Körper der Frau. Der Zyklus beginnt mit dem ersten Tag der Regelblutung, die etwa 4 bis 5 Tage dauert. Ab Tag 5 bis 12 wird vermehrt Östrogen gebildet, unter dessen Einfluss sich die Gebärmutterschleimhaut verdickt (Wachstumsphase) und so für die mögliche Einnistung einer befruchteten Eizelle vorbereitet wird. In der Mitte des Zyklus, nach circa 14 Tagen, findet der Eisprung statt, d.h., die Eizelle wird aus ihrer Hülle in den Eileiter abgegeben. Sie durchwandert den Eileiter und gelangt nach ca. 5 Tagen in die Gebärmutter. Wird die Eizelle in den ersten 12 bis 24 Stunden ihrer Wanderung befruchtet, kann sie sich in der dafür vorbereiteten Gebärmutterschleimhaut einnisten. Die im Eierstock zurückgebliebene Hülle der Eizelle wandelt sich in den Gelbkörper um, der das Hormon Progesteron bildet. Progesteron trägt zunächst zum weiteren Wachstum der Schleimhaut bei. Bei Einnistung einer befruchteten Eizelle sorgt es dafür, dass keine anderen Eizellen mehr heranreifen. Hat dagegen keine Befruchtung stattgefunden, gehen Eizelle und Gelbkörper zugrunde, der Progesteronspiegel sinkt. Dies hat zur Folge, dass sich die Gebärmutterschleimhaut wieder zurückbildet und schließlich die Reste mit der Regelblutung ausgeschieden werden (Sekretionsphase). Ein neuer Zyklus beginnt. Am Menstruationszyklus sind auch die Geschlechtshormone der Hypophyse (LH und FSH) beteiligt. Sie sind u.a. für den Eisprung wichtig.
Querverweise: Menstruation - Östrogene - Hormon - Hypophyse - Follikel-stimulierendes Hormon - luteinisierendes Hormon

Mesenchym
embryonales Bindegewebe; es entsteht aus Zellen aller drei Keimblätter des Embryos, insbesondere dem mittleren (Mesoderm); Mesenchymzellen besitzen eine hohe Teilungsfähigkeit und können sich in verschiedene Gewebe differenzieren, sind also multipotent; Aus dem Mesenchym entwickeln sich z.B. Knochen, Muskeln, Sehnen und alle anderen Bindegewebsbildungen, Blutzellen und Gefäße.
Querverweise: Differenzierung - embryonal - Keimblatt - Mesoderm - Bindegewebe

Mesoderm
mittleres der drei embryonalen Keimblätter, die sich während der Embryonalentwicklung bilden (die Mesoderm-Zellen entstehen beim Menschen in der dritten Entwicklungswoche). Aus dem Mesoderm entstehen im weiteren Verlauf der Embryonalentwicklung u.a. Knochen (mit Ausnahme vieler Schädelknochen) und Skelettmuskulatur; Teile der Haut, Bindegewebe, glatte Muskulatur der Eingeweide, Nieren und Nebennierenrinde, Herz, Blutgefäße und Blutzellen, Milz, Lymphknoten und –gefäße sowie die Keimdrüsen.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Embryonale Tumoren können u.a. aus entartetem mesodermalem Gewebe der Keimblätter entstehen.
Querverweise: Ektoderm - Entoderm - Keimblatt

Metabolismus
Stoffwechsel

Metaphyse
Knochenabschnitt bei einem Röhrenknochen, der sich (gelenknah) zwischen dem Mittelteil (Knochenschaft, Diaphyse) und dem Endstück (Epiphyse) des Knochens befindet. Während der Wachstumsphase vollzieht sich dort (in der so genannten Epiphysenfuge) das Längenwachstum des Knochens.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Osteosarkome entstehen meistens im Bereich der Metaphysen der langen Röhrenknochen.
Querverweise: Osteosarkom

Metastase
hier: Tochtergeschwulst, Tumorabsiedlung; Tumor, der durch Verschleppung von Tumorzellen aus einem anderen Bereich des Körpers entstanden ist; insbesondere bei bösartigen Geschwulsten (Krebs)
Querverweise: Metastasierung - Tumor

Metastasierung syn. Filialisierung
Sammelbezeichnung für einen Krankheitsprozess, bei dem eine Absiedlung der kranken Zellen über den Blutweg und / oder das lymphatische System in ursprünglich gesunde Körperregionen stattfindet
Querverweise: lymphatisches System

MIBG
Methyljodbenzlyguanidin; Substanz, die in seiner chemischen Struktur den Katecholaminen ähnlich ist
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: 123mIBG wird im Rahmen spezieller nuklearmedizinischer Verfahren (Szintigraphie) vor allem in der Diagnostik und auch der Therapie von Neuroblastomen eingesetzt.
Querverweise: Diagnostik - Katecholamine - Neuroblastom - Nuklearmedizin - Szintigraphie - MIBG-Szintigraphie - MIBG-Therapie

MIBG-Szintigraphie
Bild gebendes, nuklearmedizinisches Verfahren, das mit Hilfe von radioaktiv markiertem Methyljodbenzylguanidin (MIBG) spe­zi­fisch zur Dia­gno­se von Tumoren des sym­pa­thi­schen Ner­ven­sys­tems ein­ge­setzt wird. Da­zu zäh­len bei Kin­dern und Ju­gend­li­chen zum Bei­spiel das Neuroblastom und das Phäochromozytom so­wie de­ren Metastasen. MIBG ist eine Substanz, die in seiner chemischen Struktur den körpereigenen Katecholaminen ähnlich ist. Es reichert sich typischerweise in Tumoren an, die Katecholamine produzieren können. Da an das MIBG schwach radioaktives Iod ge­kop­pelt ist, sen­den die mit die­ser Sub­stanz an­ge­rei­cher­ten Tu­mor­zel­len Si­gna­le aus, die von ei­ner spe­zi­el­len Ka­me­ra auf­ge­nom­men und zu ei­nem Bild ver­ar­bei­tet wer­den kön­nen.
Querverweise: Katecholamine - Metastase - Neuroblastom - Nuklearmedizin - Phäochromozytom - radioaktiv - sympathisches Nervensystem
Hauptinformationsseite: mIBG-Szintigraphie

MIBG-Therapie
Behandlung mit radioaktiv markiertem Methyljodbenzylguanidin (MIBG), einer Substanz, die sich vor allem in Katecholamin produzierenden Tumoren des sympathischen Nervensystems anreichert (z.B. dem Neuroblastom). Die radioaktive Dosis wird für Behandlungszwecke so hoch gewählt, dass das Tumorgewebe durch die MIBG-Anreicherung quasi „von innen“ bestrahlt und dadurch zerstört wird.
Querverweise: Neuroblastom - radioaktiv - MIBG - Katecholamine - sympathisches Nervensystem - Bestrahlung
Hauptinformationsseite: MIBG-Therapie

Migräne
neurologische Erkrankung, die sich in anfallartigen, pulsierenden Kopfschmerzen von unterschiedlicher Dauer äußert, manchmal begleitet von Übelkeit, Erbrechen, Sehstörungen und anderen Beschwerden. Eine Migräne kann durch Faktoren wie Stress, Klimaeinflüsse, Genussmittel und bestimmte Medikamente ausgelöst werden oder auch ohne nachweisbare Ursache auftreten.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Kopfschmerzen, die durch einen Hirntumor ausgelöst werden, können leicht als Migräne missgedeutet werden
Querverweise: Hirntumor

Mikro-
Wortteil mit der Bedeutung klein, niedrig, gering
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Mikrometastasen sind kleinste, mit herkömmlichen Bild gebenden Verfahren selten darstellbare Metastasen, von deren Vorhandensein bereits bei der Diagnosestellung jeder bösartigen Erkrankung ausgegangen werden muss.
Querverweise: Metastase

Mikroorganismen
mikroskopisch kleine Lebewesen bzw. Organismen, die mit bloßem Auge meist nicht sichtbar sind. Zu den Mikroorgansimen gehören Einzeller, Bakterien, manche Pilze und Viren. Einige Mikroorganismen sind Erreger von Infektionskrankheiten.
Querverweise: Bakterien - Viren

Mikroskop
Instrument, das ermöglicht, Objekte oder bestimmte Strukturen von Objekten, die für das menschliche Auge nicht sichtbar sind, vergrößert anzusehen

minimale Resterkrankung (Abk.: MRD für englisch minimal residual disease)
Der Begriff bezeichnet (nach erfolgter Chemo- und Strahlentherapie) verbliebene (residuelle) Tumorzellmengen, die sich mit morphologischen Untersuchungsmethoden (Mikroskopie) nicht nachweisen lassen; diese Zellen können sich erneut vermehren und zu einem Wiederauftreten der Krankheit führen. Der MRD-Nachweis erfolgt mittels molekulargenetischer Methoden.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Der Zusammenhang zwischen Tumormasse und Therapieerfolg ist zum Beispiel bei akuten Leukämien und Non-Hodgkin-Lymphomen belegt: Durch den Nachweis eigentlich „verschwunden“ angenommener Krebszellen ist eine Abschätzung der Tumorlast möglich; diese wiederum liefert die Grundlage für verbesserte, risikoangepasste Behandlungsstrategien. Ziel ist, auch diese möglichst frühzeitig erkannten minimalen Mengen an Restkrebszellen zu zerstören, um so das Risiko eines Rückfalls zu vermindern und die Chancen auf eine Heilung zu verbessern.
Querverweise: Chemotherapie - immunologisch - Leukämie - Non-Hodgkin-Lymphom - Strahlentherapie - molekulargenetisch

Mitochondrium
Zellorganell, in dem die meisten Energie erzeugenden Stoffwechselvorgänge stattfinden; so genanntes „Kraftwerk“ der Zelle
Querverweise: Zelle

Mitose
Zellkernteilung, die mit einer Verdopplung der Chromosomen, also des Erbguts, einhergeht und am Ende i.d.R. in eine Zellteilung mündet, so dass aus einer Zelle zwei neue identische Tochterzellen entstehen. Der Vorgang der Mitose lässt sich in mehrere Phasen einteilen: Prophase, Metaphase, Anaphase, Telophase. Die Mitose ist die Voraussetzung für die Bildung neuer Zellen, sei es bei Wachstum, Austausch alter Zellen oder Regeneration bei Verletzungen.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Eine der bösartigen Eigenschaften von Krebserkrankungen ist die hohe Teilungsrate (Mitoserate) und dadurch schnelle Vermehrung der Krebszellen. Manche Zytostatika (so genannte Mitosehemmstoffe wie Vincristin) erzeugen ihre Wirkung dadurch, dass sie in bestimmte Phasen der Mitose eingreifen und diese verhindern.
Querverweise: Chromosom - Zelle - Zytostatikum

Mittelhirn
Teil des Hirnstamms; grenzt nach oben an das Zwischenhirn an, nach unten an die Brücke, die ebenfalls zum Hirnstamm gehört. Im Mittelhirn verlaufen wichtige, zwischen Gehirn und Rückenmark auf- und absteigende Bahnen. Im Mittelhirn befinden sich auch die Ursprungsorte für die Augenmuskelnerven (Hirnnerven III und IV) sowie die Nervenzellkerne für bestimmte Muskelaktivitäten.
Querverweise: Hirnstamm - Zwischenhirn
Hauptinformationsseite: Hirnstamm und Hirnnerven

Molekül
chemische Verbindung aus zwei oder mehr miteinander verbundenen Atomen
Querverweise: Atom

molekular
die Ebene der Moleküle betreffend
Querverweise: Molekül

molekularbiologisch
Struktur, Bildung, Funktion sowie Wechselwirkungen von DNA und RNA (untereinander und mit Proteinen) auf molekularer Ebene betreffend.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Molekularbiologische Methoden spielen in der modernen biologischen und medizinischen Forschung eine wichtige Rolle.
Querverweise: molekulargenetisch - DNA - Ribonukleinsäure - Desoxyribonukleinsäure - Protein

Molekulargenetik
Teilgebiet der Genetik und der Biologie, welches Vererbung, Aufbau, Stoffwechsel, Differenzierung und Wechselwirkungen von Zellen auf molekularer Ebene untersucht. Im Mittelpunkt stehen die Analyse der Erbinformation der Desoxyribonukleinsäure (DNA) und Ribonukleinsäure (RNA) und deren Verarbeitung im Rahmen der Proteinsynthese sowie die Genregulation.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Molekulargenetische Untersuchungen sind wichtige diagnostische und wissenschaftliche Verfahren in der Kinderkrebsheilkunde.
Querverweise: Genetik - Diagnostik - Desoxyribonukleinsäure - Differenzierung - molekular - Protein - Ribonukleinsäure - Gen

molekulargenetisch
Struktur, Bildung, Entwicklung, Funktion und Wechselwirkungen von Zellen und Zellbausteinen (z.B. Nukleinsäuren, Proteine) auf molekularer Ebene betreffend; im Mittelpunkt stehen die Analyse der in den Nukleinsäuren (DNA und RNA) gespeicherten Erbinformation und deren Verarbeitung im Rahmen der Proteinsynthese sowie die Genregulation.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Molekulargenetische Untersuchungen sind wichtige diagnostische und wissenschaftliche Verfahren in der Kinderkrebsheilkunde.
Querverweise: Diagnostik - Gen - Molekulargenetik - Nukleinsäure - Protein - Zelle - Genetik - molekular - DNA - RNA

Molekulargewicht syn. Molekülmasse, molekulare Masse
Summe der Atommassen aller Atome in einem Moleküls
Querverweise: Molekül

monoklonal
von einem einzigen, genetisch identischen Zellklon ausgehend und gebildet und daher mit identischen Eigenschaften
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: s. monoklonale Antikörper
Querverweise: genetisch - Monoklonale Antikörper

Monoklonale Antikörper
Antikörper, die von den Abkömmlingen eines einzigen B-Lymphozyten (Zellklon) gebildet werden und völlig identisch sind; sie können gentechnisch zu diagnostischen und therapeutischen Zwecken hergestellt werden und richten sich gezielt gegen einen kleinen Molekülabschnitt (Epitop) eines bestimmten Antigens.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Verschiedene diagnostische Verfahren (z.B. die Immunphänotypisierung) beruhen auf der Verwendung monoklonaler Antikörper. Bei manchen Krebserkrankungen (z.B. Non-Hodgkin-Lymphomen) werden monokonale Antikörper (im Rahmen von Studien) auch zur Behandlung eingesetzt (so genannte Immuntherapie).
Querverweise: Antigen - Antikörper - B-Lymphozyten - Diagnostik - Immunphänotypisierung - Molekül - Non-Hodgkin-Lymphom - Immuntherapie

Monosomie 7 syn. familiäre Monosomie 7
angeborene Erkrankung , die mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung einer akuten myeloischen Leukämie (AML) verbunden ist. Ursache der Erkrankung ist eine Erbgutveränderung (Genommutation), bei der das Chromosom 7 aufgrund eines Chromosomenverlusts nur einfach anstatt wie sonst üblich doppelt vorhanden ist.
Querverweise: akute myeloische Leukämie - Chromosom - Genom - Leukämie

Monozyten
Unterform der weißen Blutzellen (Leukozyten); nach ihrer Ausreifung im Knochenmark zirkulieren sie zunächst ein bis zwei Tage im Blut und dienen dort der Immunabwehr. Anschließend wandern sie in verschiedene Gewebe ein und entwickeln sich dort zu ortsständigen, gewebetypischen Makrophagen („große Fresszellen“) weiter.
Querverweise: Immunabwehr - Knochenmark - Leukozyten - Makrophagen
Hauptinformationsseite: Die Bestandteile des Blutes

Morbus
lateinisches Wort mit der Bedeutung Krankheit
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Morbus Hodgkin, Morbus Down
Querverweise: Morbus Hodgkin - Morbus Down

Morbus Charcot-Marie-Tooth (Abk.: HMSN I) syn. Hereditäre motorisch-sensible Neuropathie Typ 1, Charcot-Marie-Tooth-Hoffmann-Syndrom
vererbliche neuromuskuläre Erkrankung, auch Neurale Muskelatrophie genannt; sie geht mit einer Schädigung der Nervenfortsätze (Axone) peripherer Nerven einher und führt letztlich zu einer beeinträchtigten Nervenleitgeschwindigkeit. Da die Fortleitung von Nervenimpulsen dadurch behindert wird, gelangen die Befehle des Gehirns nicht mehr zu den Muskeln; Muskelschwund ist die Folge. Der Morbus Charcot-Marie-Tooth ist die häufigste neurogenetische Erkrankung. Sie wird durch eine genetische Mutation (meist auf Chromosom 17) verursacht und meistens autosomal-dominant vererbt. Häufungen innerhalb einzelner Familien kommen daher vor.

Morbus Down syn. Trisomie 21, Down-Syndrom
siehe Down-Syndrom

Morbus Hodgkin syn. Lymphogranulomatose, Hodgkin-Lymphom
bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems; gehört zu den malignen Lymphomen und macht etwa 5% der bösartigen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter aus.
Querverweise: Lymphom - lymphatisches System
Hauptinformationsseite: Hodgkin-Lymphom (Morbus Hodgkin)

Morbus Paget syn. Paget-Krankheit, Osteodystrophia deformans
hier: Knochenkrankheit mit noch nicht eindeutig geklärter Ursache, die schleichend beginnt und mit Verkrümmungen und Verdickungen eines oder mehrerer Röhrenknochen, entsprechenden Fehlstellungen und Schmerzen einhergeht
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Patienten mit der Paget-Krankheit haben, aus noch nicht eindeutig geklärten Gründen, ein erhöhtes Risiko, an Knochentumoren zu erkranken.
Querverweise: Karzinom - Osteosarkom

Morphin syn. Morphium
zu den Opiaten gehörender (Haupt-)inhaltsstoff des Opiums
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Morphin wird bei der Behandlung von Schmerzen und bei bestimmten Formen der Narkose eingesetzt.
Querverweise: Narkose - Opiate - Opium

morphologisch
hier: Struktur und Form von Geweben beziehungsweise Zellen betreffend. Der Begriff Morphologie kommt aus dem Griechischen und bedeutet "Lehre von der Gestalt / Form". Als Teilbereich der Biologie ist die Morphologie die Lehre von der Struktur und Form der Organismen, ihrer Gewebe und Zellen. Auf zellulärer Ebene spricht man von "Zytomorphologie".
Querverweise: Zelle - Zytomorphologie

Moyamoya-Syndrom syn. Moyamoya-Erkrankung
Krankheit der Gehirngefäße, bei der es zunächst zu einer fortschreitenden Verengung oder einem Verschluss von Hirnarterien (i.d.R. der inneren Halsschlagader und angrenzenden Gefäßen) kommt, die zu einer relativen Blutarmut im Gehirn führt. In der Folge bilden sich viele kleine Blutgefäße als Umgehungskreisläufe aus, die mit bildgebenden Verfahren (Angiographie) wie kleine Wölkchen / Rauchschwaden (jap. moya moya) aussehen. Krankheitszeichen sind Kopfschmerzen, Transitorische ischämische Attacken (TIA), Schlaganfälle, Hirnblutung und Epilepsie.

MRT syn. Kernspintomographie
Abkürzung für Magnetresonanztomographie, eine sehr genaue, strahlenfreie Untersuchungsmethode zur Darstellung von Strukturen im Inneren des Körpers
Querverweise: Magnetresonanztomographie

Mukositis
Entzündung der Schleimhaut (Mukosa). Schleimhäute sind Gewebe, welche die inneren Organe auskleiden und beispielsweise in Nase, Mund, Magen und Darm zu finden sind.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Die Mukositis ist eine häufige Nebenwirkung bei der Behandlung mit Zytostatika (besonders Methotrexat), seltener bei manchen Formen der Strahlentherapie. Je nach Ausprägung kann sie zu Schleimhautablösungen, Schmerzen, Schluckstörungen und dadurch zu verminderter Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme führen und muss entsprechend behandelt werdern. Gegebenenfalls muss bei der nächsten Zytostatikagabe auch die Dosis des verantwortlichen Zytostatikums vermindert werden.
Querverweise: Strahlentherapie - Zytostatikum

multifokal
an mehreren Stellen auftretend;
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Manche Tumorerkrankungen können mit mehreren Tumoren in unterschiedlichen Körperregionen auftreten: einerseits z.B. durch eine unabhängige, gleichzeitige Tumorentstehung in unterschiedlichen Körperregionen (z.B. Neurofibrome bei Neurofibromatose), andererseits durch eine Metastasierung (z.B. Lungenmetastasen beim Osteosarkom).
Querverweise: Metastase - Metastasierung - Neurofibromatose - Osteosarkom

Multiple endokrine Neoplasien (Abk.: MEN)
seltenes, zu den Krebs-Syndromen gehörendes erbliches Krankheitsbild, bei dem mindestens zwei verschiedene hormonproduzierende Drüsen von Tumorveränderungen befallen sind. Die Multiple endokrine Neoplasie wird in drei verschiedene Typen eingeteilt. Der so genannte Typ I (MEN-I, Wermer-Syndrom) ist gekennzeichnet durch Adenome der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse), der Nebenschilddrüse und durch Tumoren der Bauchspeicheldrüse, Typ II (MEN-IIa, Sipple-Syndrom; MEN-IIb, Froboese-Syndrom) durch eine Kombination von Schilddrüsenkarzinomen und Phäochromozytom.
Querverweise: Adenom - Karzinom - Neoplasie - Phäochromozytom - Hypophyse - erbliche Krebssyndrome

Mutagene
chemische und physikalische Vorgänge, die die Erbinformation DNA schädigen und dadurch Genveränderungen (Mutationen) und in der Folge verschiedene Krankheitsbilder verursachen können (z.B. Schädigungen während der Embryonalentwicklung, Krebserkrankungen).
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Sowohl zahlreiche Zytostatika als auch ionisierende Strahlen (z.B. Röntgenstrahlen, UV-Strahlen) gehören zu den Mutagenen.
Querverweise: ionisierende Strahlen - Mutation - Röntgenstrahlen - Zytostatikum - DNA - UV-Strahlen - Embryonalentwicklung - Gen

Mutation
Veränderung des genetischen Materials; sie kann ohne erkennbare äußere Ursache entstehen (so genannte Spontanmutation) oder durch äußere Einflüsse hervorgerufen werden (induzierte Mutation). Zu den äußeren Einflüssen zählen z. B. ionisierende Strahlen oder bestimmte chemische Substanzen (s. auch Mutagene). Sind Körperzellen betroffen, spricht man von einer somatischen Mutation, sind Keimzellen betroffen, von einer generativen Mutation. Somatische Mutationen sind nicht vererbbar, während generative Mutationen zu erblichen Schädigungen des Genträgers führen können. Je nach Ausmaß der Veränderung (einzelne oder mehrere Gene, größere Chromosomenabschnitte oder komplette Chromosomen) unterscheidet man Punkt- und Blockmutationen sowie numerische und strukturelle Chromosomenaberrationen.
Querverweise: Chromosomenaberration - Mutagene - Gen - Chromosom - ionisierende Strahlen - Keimzellen

mutistisch syn. stumm
stumm, wortkarg; den Mutismus betreffend: Mutismus (lat. von Stummheit) ist eine Kommunikationsstörung, die nicht auf einem Defekt der Sprechorgane oder des Gehörs beruht. Ursache und Ausprägung (teilweises oder vollständiges Schweigen) können unterschiedlich sein. Häufig tritt der Mutismus in Verbindung mit einer Sozialphobie auf.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Mutismus kann Folge einer neurologischen Erkrankung sein und sich in Sprach- und Sprechdefiziten äußern.

MYCN syn. MYCN-Onkogen
steht für MYCN-Onkogen, ein Krebs erzeugendes Gen, das sich in verschiedenen Tumorarten feststellen lässt, zum Beispiel bei manchen Neuroblastomen und Medulloblastomen.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: siehe MYCN-Onkogen
Querverweise: MYCN-Onkogen

MYCN-Amplifikation
Vervielfältigung des MYCN-Onkogens, eines Krebs erzeugenden Gen, das sich in verschiedenen Tumorarten feststellen lässt (zum Beispiel manchen Neuroblastomen und Medulloblastomen). Eine Amplifikation von Onkogenen (wie MYCN) steht mit der Entstehung und/oder Ausbreitung mancher Tumorerkrankungen in Zusammenhang. Tumorzellen mit dem MYCN-Onkogen sind besonders widerstandsfähig (resistent) gegen Chemo- und Strahlentherapie.
Querverweise: Amplifikation - MYCN-Onkogen - Genamplifikation - Neuroblastom - Medulloblastom

MYCN-Onkogen syn. Onkogen n-myc
Krebs erzeugendes Gen; seine Aktivierung führt dazu, dass sich Zellen ungebremst vermehren und der natürliche Zelltod (Apoptose) verhindert wird. Das MYCN-Onkogen lässt sich in verschiedenen Tumorarten feststellen, zum Beispiel bei manchen Neuroblastomen und Medulloblastomen. Tumorzellen mit dem MYCN-Onkogen sind besonders widerstandsfähig (resistent) gegen Chemo- und Strahlentherapie.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Bei Patienten mit einem Neuroblastom lässt sich anhand der Aktivität des MYCN-Onkogens die Bösartigkeit des Tumors abschätzen: Ein aktives MYCN-Onkogen, sichtbar durch eine entsprechende Vervielfältigung des Gens (Genamplifikation), geht mit einer ungünstigen Prognose für den Patienten einher.
Querverweise: Genamplifikation - Neuroblastom - Onkogen - Zelle - Gen - Apoptose - Prognose

myelodysplastisches Syndrom (Abk.: MDS)
bei Kindern sehr seltene Erkrankung des Blut bildenden Systems im Knochenmark; führt ähnlich einer Leukämie zu einer Störung der Blutbildung und infolgedessen zu Anämie, erhöhter Blutungsneigung und/oder Infektanfälligkeit. Die Erkrankung geht fast immer in eine akute myeloische Leukämie (AML) über.
Querverweise: akute myeloische Leukämie - Anämie - Knochenmark - Leukämie

Myelozyten
Vorstufen der Granulozyten im Knochenmark; teilweise noch teilungsfähig
Querverweise: Granulozyten - Knochenmark

Mykosen
durch Pilze verursachte Infektionskrankheiten;
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Der so genannte Mundsoor, verursacht durch den Hefepilz Candida albicans, ist eine häufige Infektion immunsupprimierter Patienten. Während einer Zytostatikabehandlung empfiehlt sich deshalb die prophylaktische Behandlung (Mundspülungen) mit so genannten Antimykotika.
Querverweise: Antimykotikum - Immunsuppression - Infektion - Prophylaxe - Zytostatikum