Glossar

Glossar der Begriffe, die in kinderkrebsinfo und kinderblutkrankheiten verwendet werden.

A B C D E F G H I K L M N O P R S T U V W X Z   alle  

Zahnstatus
Zustand des Gebisses / systematische Erfassung des Gebisszustandes; der Zahnarzt achtet bei der Erhebung des Zahnstatus z.B. auf Kariesbefall und fehlende oder ersetzte Zähne, prüft, ob Zähne erneuert werden müssen bzw. ob Mundschleimhaut und/oder der Zahnhalteapparat behandlungsbedürftig sind.

Zelle
kleinste Bau- und Funktionseinheit von Organismen mit der Fähigkeit zu Stoffwechselleistungen, Reizbeantwortung, unwillkürlicher Muskelbewegung und Vermehrung; jede Zelle enthält einen Zellkern und einen Zellkörper (Zytoplasma) und ist äußerlich begrenzt durch die Zellmembran.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Die Entstehung einer Krebserkrankung beruht auf der bösartigen Veränderung (Entartung) einer einzelnen Zelle und deren Vermehrung (Proliferation).
Querverweise: Zellkern - Zellzyklus

Zellkern syn. Nukleus; Nucleus
Bestandteil der Zelle, der die Chromosomen, also die Träger der Erbinformation (Gene) enthält; stellt das Steuerzentrum der Zelle dar.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Normalerweise befindet sich in jeder Zelle ein Zellkern, Tumorzellen können aber zwei oder mehr Zellkerne enthalten. Die für das Hodgkin-Lymphom charakteristischen Sternberg-Reed-Zellen z.B. enthalten zwei oder mehr Kerne und dienen daher der Diagnose eines Hodgkin-Lymphoms.
Querverweise: Chromosom - Gen - Hodgkin-Lymphom - Morbus Hodgkin - Sternberg-Reed-Zelle - Zelle

Zellorganell
eine von einer Membran umschlossene, funktionelle Untereinheit einer Zelle. Beispiel: der Zellkern
Querverweise: Zelle - Zellkern

Zellzyklus
Abfolge von Phasen der Zellreifung und Zellteilung (Mitose); Die verschiedenen Phasen des Zellzyklus, also Teilung, Reifung, Ruhephase, erneute Teilung, Alterung und Absterben der Zelle (programmierter Zelltod; Apoptose), werden durch verschiedene Regelkreise gesteuert, die sich gegenseitig beeinflussen und auf dem Zusammenspiel unzähliger Gene und Eiweiße unterschiedlicher Funktion beruhen.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Bei Krebszellen ist das gesunde Zusammenspiel der verschiedenen Regelkreise, die den Zellzyklus bestimmen, gestört. Dies hat zur Folge, dass sich Krebszellen besonders schnell teilen und vermehren. Daher werden zur Bekämpfung von Krebserkrankungen verschiedene zellwachstumshemmende Medikamente (Zytostatika) eingesetzt, die die Krebszellen jeweils in verschiedenen Phasen des Zellzyklus zerstören.
Querverweise: Apoptose - Mitose - Zelle - Zytostatikum

zentral
den Mittelpunkt oder das Zentrum bildend

zentraler Venenkatheter (Abk.: ZVK) syn. zentralvenöser Katheter
Kunststoffkatheter (Infusionsschlauch), der meist nach Punktion (Einstich) einer Vene im Bereich der oberen Körperhälfte in das venöse Gefäßsystem eingeführt und herznah vorgeschoben wird. Das äußere Ende des Katheters ist entweder über eine unter der Haut befestigten Kammer (Port-System) mit einer Nadel zugänglich oder kann als Schlauch außerhalb des Körpers an das Infusionssystem angeschlossen werden (Broviac-Katheter, Hickman-Katheter).
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Die meisten Kinder und Jugendlichen (ca. 90%) erhalten vor einer Krebsbehandlung im Rahmen einer kleinen Operation einen zentralvenösen Katheter (z.B. vom Typ Hickman, Broviac oder Port).
Querverweise: Broviac-Katheter - Hickman-Katheter - Katheter - Port-Katheter - Vene

Zentralnervensystem (Abk.: ZNS) syn. zentrales Nervensystem
umfasst Gehirn und Rückenmark und wird vom so genannten peripheren Nervensystem abgegrenzt; als zentrales Integrations-, Koordinations- und Regulationsorgan dient es der Verarbeitung von äußeren Sinneseindrücken sowie von Reizen, die vom Organismus selbst produziert werden.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Tumoren des ZNS (häufig auch als Hirntumoren bezeichnet) sind die häufigsten soliden Tumoren im Kindes- und Jugendalter.
Querverweise: Nervensystem - peripheres Nervensystem - solide - Tumor
Hauptinformationsseite: Aufbau und Funktion des Zentralnervensystems (ZNS)

Zirbeldrüse syn. Epiphyse, Glandula pinealis
Hormondrüse, die zwischen den beiden Großhirnhälften am Zwischenhirn befestigt ist; ihre Funktion besteht wahrscheinlich in der Bildung von Melatonin, einem Hormon, das auf die Veränderung von Lichtverhältnissen reagiert.
Querverweise: Hormon - Zwischenhirn - Großhirn
Hauptinformationsseite: Aufbau und Funktion des Zentralnervensystems (ZNS)

ZNS
Abkürzung für Zentralnervensystem / zentrales Nervensystem
Querverweise: Zentralnervensystem
Hauptinformationsseite: Aufbau und Funktion des Zentralnervensystems (ZNS)

ZNS-Tumor syn. Hirntumor
Tumor des Zentralnervensystems; ein primärer ZNS-Tumor ist ein solider Tumor, der in Gehirn- oder Rückenmarksgewebe entsteht. Bei sekundären ZNS-Tumoren handelt es sich um Metastasen von Tumoren anderer Organe oder Gewebe.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Primäre ZNS-Tumoren sind die häufigsten soliden Tumoren und, nach den Leukämien, die zweithäufigsten Krebserkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Zu den wichtigsten ZNS-Tumoren zählen nied­rig­ma­lig­ne und hochmaligne Glio­me, Me­dull­ob­last­o­me, Epen­dy­mo­me und Kra­nio­pha­ryn­geo­me.
Querverweise: solide - Gliom - Metastase - Leukämie - Tumor - Zentralnervensystem - Medulloblastom - Rückenmark - Ependymom
Hauptinformationsseite: Hirntumoren - Tumoren des Zentralnervensystems (ZNS)

Zöliakie syn. glutensensitive Sprue
Unverträglichkeit gegenüber Gluten (Klebereiweiß in Getreiden)
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Bei der Zöliakie kann es zu Störungen der Eisenaufnahme im Darm und in der Folge zu einer Eisenmangelanämie kommen.

Zoster syn. Gürtelrose; Herpes Zoster
s. Gürtelrose
Querverweise: Gürtelrose

Zwerchfell
ein dünner Muskel unterhalb der Lungen; trennt Brust- und Bauchhöhle voneinander und unterstützt die Atmung

Zwischenhirn syn. Diencephalon
lebenswichtiger Teil des Gehirns mit Funktion für zahlreiche Lebensvorgänge; schließt sich an den Hirnstamm in Richtung Großhirn an und besteht aus funktionell unterschiedlichen Abschnitten. Der "Thalamus" z.B. entscheidet, welche Sinneseindrücke ins Bewusstsein dringen sollen und leitet sie an die entsprechenden Verarbeitungszentren weiter. Der "Hypothalamus" dient als Vermittler zwischen Hormon- und Nervensystem und steuert u.a. wichtige Stoffwechselvorgänge (z.B. Wärme-, Wasserhaushalt, Kohlenhydrat-, Fett-, Proteinstoffwechsel, Blutdruck). Mit der Hirnanhangsdrüse, der Hypophyse, reguliert er die Aktivität untergeordneter Drüsen. Andere Teile des Zwischenhirns sind z.B. für Muskelaktivitäten und für die Steuerung des Tag-Nacht-Rhythmus mit verantwortlich.
Querverweise: Großhirn - Hirnstamm - Hormon - Hypophyse - Hypothalamus - Protein - vegetatives Nervensystem
Hauptinformationsseite: Aufbau und Funktion des Zentralnervensystems (ZNS)

Zyste
durch eine Kapsel abgeschlossener sackartiger Gewebehohlraum mit flüssigem Inhalt

zyt-
Der Wortteil "zyt-" kommt aus dem Griechischen und bedeutet Zelle.
Querverweise: Zelle

Zytochemie
Wissenschaft vom chemischen Aufbau der Zellen und den chemischen Vorgängen, die sich in den Zellen abspielen; beides kann mit Hilfe spezieller Färbemethoden und bestimmter Farbstoffe sichtbar gemacht und unter dem Mikroskop ausgewertet werden.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Die zytochemische und zytomorphologische Beurteilung von Knochenmark- und Blutausstrichen gehören bei Verdacht auf eine Bluterkrankung, zum Beispiel eine Leukämie, zur Basisdiagnostik.
Querverweise: Zelle - Mikroskop - Diagnostik - Leukämie - zytomorphologisch

zytochemisch
den chemischen Aufbau der Zellen und die chemischen Vorgänge in den Zellen betreffend; beides kann mit Hilfe spezieller Färbemethoden und bestimmter Farbstoffe sichtbar gemacht und unter dem Mikroskop ausgewertet werden.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Die zytochemische und zytomorphologische Beurteilung von Knochenmark- und Blutausstrichen gehören bei Verdacht auf eine Bluterkrankung, zum Beispiel eine Leukämie, zur Basisdiagnostik.
Querverweise: Zelle - Mikroskop - Diagnostik - Leukämie - Knochenmark - zytomorphologisch

Zytogenetik
Forschungsrichtung, die sich mit Zahl und Aufbau der im Zellkern enthaltenen Chromosomen befasst; beinhaltet die mikroskopische Untersuchung von Zellen aus z.B. Blut, Abstrichen oder Gewebeproben.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Untersuchungsverfahren im Rahmen der Initial- und Verlaufsdiagnostik einer Krebsbehandlung; umfasst Untersuchungen zum Nachweis von Veränderungen im menschlichen Erbmaterial (Genom). Gemeinsam mit weiteren Untersuchungsmethoden dient die Zytogenetik der genauen Diagnose einer Erkrankung und ihrer Unterformen und spielt somit eine wichtige Rolle bei der Therapieplanung und der Bewertung der Prognose.
Querverweise: Chromosom - Diagnostik - Genetik - Genom - Zelle - Zellkern

zytogenetisch
Zahl und Aufbau der im Zellkern enthaltenen Chromosomen betreffend
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Zytogenetische Untersuchungen sind wichtige diagnostische und wissenschaftliche Verfahren in der Kinderkrebsheilkunde
Querverweise: Chromosomen - Diagnostik - Zellkern - Zytogenetik

Zytokine
Proteine, die das Wachstum und die Reifung (Differenzierung) von Zellen regulieren.
Querverweise: Zelle - Protein - Differenzierung

Zytologie
Zellenlehre; Disziplin der allgemeinen Biologie, die den Bau und die Funktionen der Zelle erforscht
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Anhand der mikroskopischen Untersuchung von Zellen und deren Beschaffenheit (Zytologie/Zytomorphologie) ist es möglich, bösartig veränderte von normalen Zellen zu unterscheiden. Zytologische Untersuchungen gehören daher bei Verdacht auf eine Krebserkrankung zur gängigen Diagnostik; mit ihrer Hilfe ist auch (z.T. unterstützt durch immunologische und genetische Verfahren) eine Unterscheidung zwischen bösartigen und gutartigen Tumoren bzw. anderen Erkrankungen (z.B. Infektionen) möglich.
Querverweise: Diagnostik - genetisch - immunologisch - Infektion - Zelle

zytologisch
den Bau und die Funktionen der Zellen betreffend; bei einer zytologischen (mikroskopischen) Untersuchung von Zellen und deren Beschaffenheit (Zytologie/Zytomorphologie) ist es möglich, bösartig veränderte von normalen Zellen zu unterscheiden.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Zytologische Untersuchungen gehören bei Verdacht auf eine Krebserkrankung zur gängigen Diagnostik; mit ihrer Hilfe ist auch (z.T. unterstützt durch immunologische und genetische Verfahren) eine Unterscheidung zwischen bösartigen und gutartigen Tumoren bzw. anderen Erkrankungen (z.B. Infektionen) möglich.
Querverweise: Zelle - Mikroskop - immunologisch - genetisch - Diagnostik - Infektion

Zytomegalie-Virus syn. Cytomegalovirus (Abk. CMV)
DNS-Virus aus der Familie der Herpesviren; wird meist über Tröpfcheninfektion übertragen
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: kann als Komplikation einer Krebsbehandlung bei immunsupprimierten Kindern und Jugendlichen (v.a. Patienten mit T-Zelldefekt) auftreten und schwere Krankheiten wie Lungenentzündung, Durchfall (Diarrhö), Magen-Darm-Blutungen sowie Entzündungen der Speiseröhre (Ösophagitis), der Augennetzhaut (Retinitis) und der Leber (Hepatitis) hervorrufen.
Querverweise: Diarrhö - Immunsuppression - T-Zellen

Zytomorphologie
Lehre vom Bau und von der Gestalt der Zellen
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Die zytomorphologische Beurteilung von Knochenmark- und Blutausstrichen gehört bei Verdacht auf eine Bluterkrankung zur Basisdiagnostik.
Querverweise: Zelle - Diagnostik - Leukämie - Knochenmark

zytomorphologisch
Form und Bau der Zellen (unter dem Mikroskop) betreffend; die Zytomorphologie ist die Lehre vom Bau und von der Gestalt der Zellen.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Die zytomorphologische Beurteilung von Knochenmark- und Blutausstrichen gehört bei Verdacht auf eine Bluterkrankung, zum Beispiel eine Leukämie, zur Basisdiagnostik.
Querverweise: Zelle - Diagnostik - morphologisch - Knochenmark - Mikroskop - Leukämie
Hauptinformationsseite: Knochenmarkuntersuchung

Zytoplasma syn. Cytoplasma
von einer Zellmembran umschlossener Inhalt der Zelle, der in Wasser gelöste Proteine, Lipide, Kohlenhydrate, Mineralsalze und Spurenelemente sowie eine Vielzahl kleinerer (Granula, Vesikel) und größerer (Zellorganellen) Einschlüsse enthält. Im Zytoplasma laufen zahlreiche Stoffwechselprozesse ab.
Querverweise: Lipide - Protein - Zelle - Zellorganell

zytoreduktiv
zyt-: Wortteil mit der Bedeutung Zelle; reduktiv bedeutet verringernd; die Zellzahl verringernd
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Als zytoreduktve Maßnahmen im Rahmen einer Krebsbehandlung bezeichnet man alle Therapiemethoden, die auf eine Verringerung der Tumorlast (Tumorgröße, Tumorzellzahl) ausgerichtet sind, z.B. Operation, Chemotherapie, Strahlentherapie)
Querverweise: Chemotherapie - Strahlentherapie

Zytostatika syn. Chemotherapeutika
zellwachstumshemmende Medikamente; sie können verschiedenartige Zellen, insbesondere solche, die sich häufig teilen, vernichten und/oder deren Vermehrung verhindern oder erheblich verzögern, indem sie den Zellstoffwechsel beeinflussen.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Krebszellen können aufgrund ihrer hohen Teilungsraten und gestörten Wachstumskontrolle im Rahmen der Chemotherapie mit verschiedenen Zytostatika erfolgreich behandelt werden; die chemotherapeutische Behandlung mit Zytostatika stellt daher neben der Strahlentherapie und der Operation eine wichtige Behandlungsform bei Krebserkrankungen dar.
Querverweise: Chemotherapie - Strahlentherapie - Chemotherapie
Hauptinformationsseite: Chemotherapie

Zytostatikaresistenz
Unempfindlichkeit gegenüber zellwachstumshemmenden Medikamenten (Zytostatika)
Querverweise: Resistenz - Zytostatika

Zytostatikum
zellwachstumshemmendes Medikament; es kann verschiedenartige, insbesondere sich häufig teilende Zellen durch Beeinflussung ihres Stoffwechsels vernichten und / oder deren Vermehrung verhindern oder erheblich verzögern.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Krebszellen können aufgrund ihrer hohen Teilungsraten und gestörten Wachstumskontrolle im Rahmen der Chemotherapie mit verschiedenen Zytostatika erfolgreich behandelt werden; die chemotherapeutische Behandlung mit Zytostatika stellt daher neben der Strahlentherapie und der Operation eine wichtige Behandlungsform bei Krebserkrankungen dar.
Querverweise: Strahlentherapie - Chemotherapie