Prognose: Wie sind die Überlebensaussichten von Patienten mit einem hochmalignen Gliom?

Autor: Dipl.-Biol. Maria Yiallouros, erstellt am: 23.03.2007, Zuletzt geändert: 07.05.2013

Die Überlebenschancen von Kindern und Jugendlichen mit einem hochgradig malignen Gliom sind schlechter als die anderer Hirntumoren. Die durchschnittliche Überlebensrate (5-Jahres-Überleben) liegt bei etwa 10 % [WAG2003].

Die Prognose für den einzelnen Patienten hängt allerdings von der Art und Lage des Tumors, dem Ausmaß der Tumorentfernung und dem Gesundheitszustand des Patienten ab:

Kann der Tumor durch einen chirurgischen Eingriff vollständig entfernt werden – was zum Beispiel bei Tumoren der Großhirnrinde durchaus möglich sein kann – sind die Überlebenschancen deutlich besser als allgemein angenommen: Sie liegen, bei Einsatz weiterer intensiver Therapiemaßnahmen (Chemotherapie und Strahlentherapie), bei über 50 % (5-Jahres-Überlebensraten). Dabei wird zunehmend auch von langzeitüberlebenden Patienten berichtet [KRA2006] [KUE2006] [WAG2003] [WOL2010].

Auch bei Kindern unter drei Jahren werden trotz alleiniger Operation und Chemotherapie Langzeitüberlebensraten von über 50 % beobachtet [KRA2008].

Bei Tumoren tiefer liegender Hirnregionen (zum Beispiel des Zwischenhirns), die höchstens teilweise entfernt werden können, ist die Prognose weniger günstig. Dabei scheint sich die Größe des Resttumors auf die Überlebenszeit des Patienten auszuwirken.

Eine sehr schlechte Prognose haben Patienten, deren Tumor keiner Operation zugänglich ist. Dies gilt in aller Regel für Gliome des Hirnstamms (typisches diffuses intrinsisches Ponsgliom). Die Überlebensaussichten von Patienten mit solchen Tumoren sind gleich null (3-Jahres-Überlebensrate von nur 3 %) [KUE2006] [WAG2003].

Im Rahmen der derzeitigen Therapieoptimierungsstudie HIT-HGG 2007 sowie zukünftiger Studien sollen auch die Heilungsaussichten für Patienten mit diesen bis vor kurzem als unheilbar geltenden Tumoren verbessert werden.

Gut zu wissen: Bei den oben genannten Überlebensraten für Patienten mit hochmalignem Gliom handelt es sich um statistische Größen. Sie stellen nur für die Gesamtheit der an dieser Form der Hirntumoren erkrankten Patienten eine wichtige und zutreffende Aussage dar. Ob der einzelne Patient geheilt werden kann oder nicht, lässt sich aus der Statistik nicht vorhersagen. Die Krankheit eines Patienten mit hochmalignem Gliom kann selbst unter günstigsten beziehungsweise ungünstigsten Voraussetzungen ganz unerwartet verlaufen.

Quellen und Referenzen

[WAG2003] Wagner S: Therapie von hochgradig malignen Gliomen im Kindes- und Jugendalter. WIR Informationsschrift der Aktion für krebskranke Kinder e.V. (Bonn) 2003, 1: 13 [URI: http://www.kinderkrebsstiftung.de/ fileadmin/ KKS/ files/ zeitschriftWIR/ 2003_1/ behandlungsnetzwerk09.pdf]

[KRA2006] Kramm CM, Wagner S, Van Gool S, Schmid H, Strater R, Gnekow A, Rutkowski S, Wolff JE: Improved survival after gross total resection of malignant gliomas in pediatric patients from the HIT-GBM studies. Anticancer Res 2006, 26: 3773 [PMID: 17094400]

[KUE2006] Kühl J, Korinthenberg R: ZNS-Tumoren. In: Gadner H, Gaedicke G, Niemeyer CH, Ritter J (Hrsg.): Pädiatrische Hämatologie und Onkologie. Springer-Verlag 2006, 777 [ISBN: 3540037020

[WOL2010] Wolff JE, Driever PH, Erdlenbruch B, Kortmann RD, Rutkowski S, Pietsch T, Parker C, Metz MW, Gnekow A, Kramm CM: Intensive chemotherapy improves survival in pediatric high-grade glioma after gross total resection: results of the HIT-GBM-C protocol. Cancer 2010, 116: 705 [PMID: 19957326]

[KRA2008] Kramm C, Wolff JEA: Hochgradig maligne Gliome und Ponsgliome im Kindes- und Jugendalter. Interdisziplinäre Leitlinie der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie 2008 [URI: http://www.awmf.org/ uploads/ tx_szleitlinien/ 025-023.pdf]




 
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