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Prognose: Wie sind die Überlebensaussichten bei Patienten mit einem Ependymom?

Autor: Dr. med. Gesche Tallen, Dipl.-Biol. Maria Yiallouros, erstellt am: 07.12.2007, Zuletzt geändert: 12.01.2012

Die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass das Ausmaß der Tumorentfernung entscheidend zum Erfolg der anschließenden Strahlentherapie beiträgt und dass Operation und Bestrahlung gemeinsam wiederum zur Verbesserung der Prognose beitragen: Bei Patienten mit einem Ependymom liegen die Überlebensraten nach einer kompletten Tumorentfernung und Nachbestrahlung der Tumorregion (ohne ein Fortschreiten der Erkrankung) zwischen 60 und 75 % nach 5 Jahren und zwischen 50 und 60 % nach 10 Jahren. Nach nicht vollständiger Tumorentfernung und Nachbestrahlung hingegen liegen die 10-Jahres-Überlebensraten bei durchschnittlich nur 30 bis 40 % [TIM2005] [TIM2010] [TIM2000].

Außerdem soll durch die Einführung einer Kombination von intensiver Chemotherapie und Bestrahlung die früher sehr ungünstige Prognose von Kindern unter drei Jahren und die ungünstige Prognose von manchen älteren Kindern mit Resttumor deutlich verbessert werden [GRU2007] [MER2005] [TIM2005] [TIM2002b] [DUF1998] [NEE1997].

Bei Patienten mit Rückfall (Rezidiv) eines Ependymoms sollten immer die Möglichkeiten einer erneuten Operation und/oder Bestrahlung geprüft werden. Es hat sich gezeigt, dass spezielle (radiochirurgische) Bestrahlungstechniken (stereotaktische Radiochirurgie) die durchschnittliche Überlebenszeit verlängern können. Außerdem sind Ependymom-Rezidive durchaus empfindlich gegenüber einer Chemotherapie, so dass auch diese Behandlungsform die Prognose der Rezidivpatienten verbessern kann.

Im Rahmen der derzeitigen Therapieoptimierungsstudie HIT-REZ 2005 sowie zukünftiger Studien sollen auch die Überlebenschancen für Patienten mit diesen bis vor kurzem als unheilbar geltenden Tumoren verbessert werden.

Anmerkung: Bei den oben genannten Überlebensraten für Patienten mit Ependymom handelt es sich um statistische Größen. Sie stellen nur für die Gesamtheit der an dieser Form der Hirntumoren erkrankten Patienten eine wichtige und zutreffende Aussage dar. Ob der einzelne Patient geheilt werden kann oder nicht, lässt sich aus der Statistik nicht vorhersagen. Eine Ependymom-Erkrankung kann selbst unter günstigsten beziehungsweise ungünstigsten Voraussetzungen ganz unerwartet verlaufen.

Quellen und Referenzen

[TIM2005] Timmermann B, Kortmann RD, Kühl J, Rutkowski S, Dieckmann K, Meisner C, Bamberg M: Role of radiotherapy in anaplastic ependymoma in children under age of 3 years: results of the prospective German brain tumor trials HIT-SKK 87 and 92. Radiotherapy and oncology 2005, 77: 278 [PMID: 16300848]

[TIM2010] Timmermann B: Ependymome. Leitlinie AWMF online 2010 [URI: http://www.awmf.org/ uploads/ tx_szleitlinien/ 025-025l_S1_Ependymome_2010_12.pdf]

[TIM2000] Timmermann B, Kortmann R, Kühl J, Meisner C, Bamberg M: Combined postoperative irradiation and chemotherapy for anaplastic ependymomas in childhood: results of the German prospective trials HIT 88/89 and HIT 91. Int J Radiat Oncol Biol Phys 2000, 46: 287 [PMID: 10661334]

[GRU2007] Grundy RG, Wilne SA, Weston CL, Robinson K, Lashford LS, Ironside J, Cox T, Chong WK, Campbell RH, Bailey CC, Gattamaneni R, Picton S, Thorpe N, Mallucci C, English MW, Punt JA, Walker DA, Ellison DW, Machin D, Children's Cancer and Leukaemia Group (formerly UKCCSG) Brain Tumour Committee: Primary postoperative chemotherapy without radiotherapy for intracranial ependymoma in children: the UKCCSG/SIOP prospective study. The lancet oncology 2007, 8: 696 [PMID: 17644039]

[MER2005] Merchant TE, Fouladi M: Ependymoma: new therapeutic approaches including radiation and chemotherapy. Journal of neuro-oncology 2005, 75: 287 [PMID: 16195801]

[TIM2002b] Timmermann B, Kortmann RD, Kühl J, Willich N, Bamberg M: [Interdisciplinary therapy of childhood ependymomas]. Strahlenther Onkol 2002, 178: 469-79. [PMID: 12426832]

[DUF1998] Duffner PK, Krischer JP, Sanford RA, Horowitz ME, Burger PC, Cohen ME, Friedman HS, Kun LE: Prognostic factors in infants and very young children with intracranial ependymomas. Pediatr Neurosurg 1998, 28: 215-22. Review [PMID: 9732252]

[NEE1997] Needle MN, Goldwein JW, Grass J, Cnaan A, Bergman I, Molloy P, Sutton L, Zhao H, Garvin JH Jr, Phillips PC: Adjuvant chemotherapy for the treatment of intracranial ependymoma of childhood. Cancer 1997, 80: 341 [PMID: 9217048]




 
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