Retinoblastom

Das Retinoblastom ist eine seltene Krebserkrankung des Auges, die ausschließlich im Kindesalter vorkommt. In diesem Text erhalten Sie ausführliche Informationen zum Krankheitsbild, zu möglichen Ursachen und Symptomen sowie zu Krankheitsverlauf, Diagnostik, Therapieplanung , Behandlung, Rehabilitation, Nachsorge und Prognose.

Autor: Maria Yiallouros, erstellt am: 22.01.2010, Freigabe: Dr. med. Ch. Jurklies / Prof. Dr. N. Bornfeld, Zuletzt geändert: 09.06.2016 doi:10.1591/poh.retino-pa­t­in­fo.1.20120611

Das Retinoblastom ist ein bösartiger embryonaler solider Tumor der Netzhaut, der vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern auftritt. Insgesamt gesehen ist die Erkrankung (mit einem Anteil von 2 % aller Krebserkrankungen im Kindes- und Jugendalter) selten. Es handelt sich allerdings um den häufigsten im Auge auftretenden (intraokulare) bösartigen Tumor im Kindesalter. Sowohl ein als auch beide Augen können betroffen sein.

Retinoblastome wachsen schnell und können sich, ausgehend vom Augapfel, auch in die Augenhöhle und, entlang des Sehnervs, ins Zentralnervensystem (ZNS) sowie (über den Blut- und/oder Lymphweg) in andere Organe ausbreiten.

Unbehandelt verläuft ein Retinoblastom fast immer tödlich, nur in ganz seltenen Fällen (1-2 %) bildet es sich von selbst zurück. Gleichzeitig ist es eine der heilbaren bösartigen Erkrankungen.

Wenn der Tumor rechtzeitig erkannt und behandelt wird, können heute mehr als 95 % der an dieser Krebsart erkrankten Kinder geheilt werden [KAA2015a]. Dazu ist aber oft die Entfernung des betroffenen Auges oder eine Bestrahlung von außen erforderlich. Durch die Entwicklung neuer Therapien wird versucht, diese Behandlungsmethoden mit ihren negativen Folgen zu optimieren.

Anmerkungen zum Text

Der folgende Informationstext zum Retinoblastom richtet sich an Patienten und deren Angehörige sowie an die interessierte Öffentlichkeit. Er soll dazu beitragen, diese Erkrankung und die Möglichkeiten ihrer Behandlung zu erklären. Die Informationen ersetzen nicht die erforderlichen klärenden Gespräche mit den behandelnden Ärzten und weiteren Mitarbeitern des Behandlungsteams; sie können aber dabei behilflich sein, diese Gespräche vorzubereiten und besser zu verstehen.

Die Informationen sind vor allem auf der Grundlage der unten angegebenen Literatur erstellt worden. Weitere Literaturquellen werden im Text genannt. Der Text wurde durch die oben angegebenen Editoren am 20.04.2009 überprüft und zur Einstellung ins Internet für die Dauer von zwei Jahren freigegeben. Er soll spätestens nach Ablauf dieses Zeitraumes erneut überprüft und aktualisiert werden.

Verwendete Basisliteratur

  1. Lohmann D: Die Genetik des Retinoblastoms. WIR Informationsschrift der Aktion für krebskranke Kinder e.V. (Bonn) 2007, 1: 31 [URI: http://www.kinderkrebsstiftung.de/ fileadmin/ KKS/ files/ zeitschriftWIR/ 2007_1/ WIR_01_07_S31-33.pdf]
  2. Jurklies C: Das Retinoblastom - Diagnose und Therapie. WIR Informationsschrift der Aktion für krebskranke Kinder e.V. (Bonn) 2007, 1: 26 [URI: http://www.kinderkrebsstiftung.de/ fileadmin/ KKS/ files/ zeitschriftWIR/ 2007_1/ WIR_01_07_S26-31.pdf]
  3. Gutjahr P: Retinoblastome, in: Gutjahr P (Hrsg.): Krebs bei Kindern und Jugendlichen. Deutscher Ärzte-Verlag Köln 5. Aufl. 2004, 499 [ISBN: 3769104285
  4. Wieland R, Havers W: Retinoblastome. In: Gadner H, Gaedicke G, Niemeyer CH, Ritter J (Hrsg.): Pädiatrische Hämatologie und Onkologie. Springer-Verlag 2006, 823 [ISBN: 3540037020
  5. Gutjahr P: Krebs bei Kindern und Jugendlichen. Deutscher Ärzte-Verlag Köln 5. Aufl. 2004 [ISBN: 3769104285