Glossar

Glossar der Begriffe, die in kinderkrebsinfo und kinderblutkrankheiten verwendet werden.

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Echokardiographie syn. Ultraschallkardiographie, Herzsonographie
Ultraschalluntersuchung des Herzens zur Überprüfung seiner Leistungsfähigkeit (Herzfunktion); untersucht und beurteilt werden u.a. die Lage bzw. Struktur der Herzklappen und -wände, die Wanddicke des Herzmuskels, die Größe des Herzens und das ausgeworfene Blutvolumen (Pumpfunktion des Herzens).
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Dient im Rahmen der Behandlung von Blut- oder Krebserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen v.a. zur Überwachung der Herzleistung, damit sich anbahnende Schäden rechzeitig erkannt werden.
Querverweise: Diagnostik - Ultraschall - Zytostatika

Eisenüberladung
Eisenwerte im Blut und in der Leber überschreiten ein bestimmtes Maß Diese Werte zeigen an, dass die natürlichen Eisenspeicher voll sind und der Körper überschüssiges Eisen in Organen wie Herz, Leber oder Hormondrüsen ablagert. Dort ruft es auf Dauer jedoch schwere Organschäden hervor. Eine Eisenüberladung muss deshalb konsequent behandelt werden.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Eisenüberladung nach häufigen Bluttransfusionen

Eisprung syn. Follikelsprung, Ovulation
Ausstoßung der unbefruchteten Eizelle aus dem Eierstock; dieser Vorgang ist Voraussetzung für die Befruchtung der Eizelle durch eine Samenzelle und findet etwa zur Mitte des weiblichen Menstruationszyklus statt.

Ektoderm
äußeres der drei Keimblätter, aus dem sich während der Embryonalentwicklung Oberflächenstrukturen (z.B. Haut) und Sinnesorgane sowie das Zentralnervensystem (ZNS) und Kopfstrukturen entwickeln
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Embryonale Tumoren können u.a. aus entartetem ektodermalem Gewebe entstehen.
Querverweise: Keimblatt - Embryo - Zentralnervensystem

Elektroenzephalogramm (Abk.: EEG)
graphische Darstellung der elektrischen Gehirnaktivität, die im Rahmen einer Elektroenzephalographie gemessen wird.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Die Messung der elektrischen Gehirnaktivität (Elektroenzephalographie) ist Teil der Routineuntersuchungen bei der Erst- und Verlaufsdiagnostik einer Krebserkrankung; Diagnostik bei Epilepsie
Querverweise: Elektroenzephalographie - Diagnostik - Epilepsie

Elektroenzephalographie (Abk.: EEG)
Methode zur Registrierung der elektrischen Gehirnaktivität; das Elektroenzephalogramm (ebenfalls EEG abgekürzt) ist die graphische Darstellung dieser elektrischen Gehirnaktivität. Durch seine Auswertung lassen sich Hinweise auf Funktionsstörungen des Gehirns gewinnen.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Die Elektroenzephalographie ist u.a. Teil der Routineuntersuchungen bei der Erst- und Verlaufsdiagnostik einer Krebserkrankung und gehört zur Diagnostik bei Epilepsie.
Querverweise: Diagnostik - Epilepsie

Elektrokardiographie (Abk.: EKG)
Methode zur Registrierung der elektrischen Herzaktivität
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Untersuchungsverfahren im Rahmen der Initial- und Verlaufsdiagnostik bei den meisten Blut- und Krebserkrankungen
Querverweise: Diagnostik - evozierte Potentiale

Elektrolyte
gehören zu den Mineralstoffen, die im menschlichen Körper viele wichtige Funktionen erfüllen. Sie regeln u. a. den Wasserhaushalt und sind an der elektrischen Aktivität der Muskel- und Nervenzellen beteiligt. Elektrolyte sind Stoffe (Säuren, Basen, Salze), die in flüssiger Lösung in positiv oder negativ geladene Teilchen (Ionen) zerfallen. Häufigstes Elektrolyt im Körper ist das Kochsalz (Natriumchlorid, aus positiv geladenem Natriumion und negativ geladenem Chloridion). Weitere Elektrolyte sind z. B. Calcium, Kalium, Magnesium und Phosphat.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Durch häufiges Erbrechen und/oder starken Durchfall im Rahmen möglicher Nebenwirkungen einer Krebsbehandlung kann es zu Elektrolyt- und Flüssigkeitsverlusten kommen, die zu unterschiedlichen Komplikationen (z.B. Störungen der Herz- und/oder Nierenfunktion, Krampfanfälle, Bewusstseinsstörungen) führen können. Deshalb werden die Elektrolyte während einer Krebsbehandlung regelmäßig kontrolliert (Blutentnahme) und wenn nötig durch bestimmte Infusionen (Elektrolytlösungen) wieder zugeführt.
Querverweise: Diarrhö - Emesis - Infusion - Natrium - Kalium - Calcium - Phosphat - Nervenzellen

elektromagnetisch
i.A.

Elektromyographie (Abk.: EMG)
Methode zur Registrierung der elektrischen Muskelaktivität
Querverweise: Diagnostik - evozierte Potentiale

Elektronenmikroskop (Abk.: EM)
Mikroskop, mit dem unter Ausnutzung einer speziellen Strahlung (Elektronenstrahlung) zelluläre Strukuren (in einem Gewebe) sichtbar gemacht werden können
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Feingewebliche Diagnostik bei Tumor- bzw. Krebserkrankungen
Querverweise: Diagnostik - Histologie - Pathologie - Zelle

Embolie
teilweiser oder vollständiger Verschluss eines Blutgefäßes durch Substanzen, die mit dem Blut eingeschwemmt werden (zum Beispiel Blutgerinnsel, Luftblasen)

Embolisation
Einspritzen von gefäßverschließenden Substanzen in Blutgefäße, z.B. zur Unterbindung der Blutversorgung von Tumoren, bei schwer stillbaren, lebensbedrohlichen Blutungen sowie zum Verschluss eines Gefäßkathethers
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Die Methode wird in Einzelfällen bei Tumoren der Blutgefäße oder bei anderen gefäßreichen Tumoren eingesetzt.
Querverweise: Katheter - Tumor

Embolus syn. Gefäßpropf
körpereigenes oder körperfremdes Objekt, das in der Blutbahn ein Gefäßlumen verlegt und dadurch zu einer Embolie führt. Beispiele für einen Embolus können sein: Blutgerinnsel (Thrombus), Tumor-Metastasen oder ein Fremdkörper.
Querverweise: Blutplasma - Thrombus - Embolie - Metastase

Embryo
Frucht in der Gebärmutter vor und während der Zeit der Organentwicklung (Embryonalperiode, beim Menschen etwa von der dritten bis zur achten Entwicklungswoche). Ab der neunten Schwangerschaftswoche, d.h. nach Ausbildung der inneren Organe, wird der Embryo als Fetus (Fötus) bezeichnet.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Bei manchen Krebserkrankungen im Kindes- und Jugendalter geht man davon aus, dass sie bereits vor der Geburt, z.B. während der Embryonalzeit, entstanden sind.
Querverweise: Fetus - Embryonalentwicklung

embryonal
sich in einem frühen Entwicklungsstadium befindend, unreif
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Zahlreiche Tumoren des Kindes- und Jugendalters sind embryonale Tumoren, das heißt, sie sind aus entartetem unreifen (undifferenzierten) Gewebe / Keimgewebe entstanden.
Querverweise: undifferenziert

Embryonalentwicklung syn. Embryogenese
Die Embryonalentwicklung i. e. S. bezeichnet die Entwicklungsphase des Embryos zum Zeitpunkt der Organentwicklung (etwa dritte bis Ende der achten Entwicklungsswoche). Im weiteren Sinne kann die Embryogenese für die gesamte Phase der Keimentwicklung vom Zeitpunkt der Befruchtung der Eizelle bis zur Bildung der Organanlagen im Embryo stehen. Ab der neunten Schwangerschaftswoche, d.h. nach Abschluss der Organentwicklung, wird der Embryo als Fetus bezeichnet.
Querverweise: Embryo - Fetus

Emesis
Erbrechen
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: häufige Nebenwirkung von Chemo- und/oder Strahlentherapie; Krankheitszeichen bei einem raumfordernden Hirntumor
Querverweise: Hirntumor

Enchondromatose
i.A.

endemisch
bedeutet im medizinischen Sinne, dass eine (Infektions-) Krankheit in einer begrenzten Region bzw. innerhalb einer bestimmten Population dauerhaft gehäuft auftritt
Querverweise: Infektion

endokrin
„nach innen abgebend“; endokrine Drüsen geben ihre Sekrete direkt (d.h. ohne Ausführgang) ins Blut ab. Hormone werden prinzipiell über endokrine Drüsen abgegeben. Die Begriffe "endokrine Drüse" und "Hormondrüse" werden demnach synonym verwendet.
Querverweise: Hormon

Endoskop
mit einer Lichtquelle versehenes, röhren- oder schlauchförmiges optisches Instrument, mit dem Hohlorgane (z.B. Blase, Magen) und Körperhöhlen (z.B. Bauchraum, Hirnkammern) von innen angesehen werden können, u.U, im Rahmen einer Operation. Der Vorgang an sich wird Endoskopie (Spiegelung) genannt.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Diagnostik von Tumor- bzw. Krebserkrankungen sowie bei Nebenwirkungen / Komplikationen im Rahmen der Krebsbehandlung
Querverweise: Diagnostik - Endoskopie

Endoskopie
Ausleuchtung und Betrachtung von Körperhohlräumen und Hohlorganen mit einem Endoskop; die spezifische Bezeichnung richtet sich nach dem untersuchten Organ (z.B. Gastroskopie = Magenspiegelung, Laparoskopie = Bauchspiegelung); Anwendung als diagnostisches Verfahren mit der Möglichkeit zur Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie), als therapeutisches Verfahren z.B. zur Durchführung kleinerer operativer Eingriffe unter visueller Kontrolle
Querverweise: Biopsie - Diagnostik - Endoskop - Laparoskopie

Endothel
Zellgewebe (einschichtiges Plattenepithel), das die Blutgefäße von innen auskleidet
Querverweise: Epithelgewebe

Entoderm
inneres der drei embryonalen Keimblätter, aus dem sich während der Embryonalentwicklung die Wandauskleidungen (Epithelien) des primitiven Darms und weiterer embryonaler Organanlagen (z.B. Dottersack) entwickeln. In der weiteren Entwicklung entstehen aus dem Entoderm hauptsächlich Epithelien von Hohlorganen (wie Magen-Darm-Trakt, Atmungstrakt, Harnblase und -röhre) und z.B. das Gewebe von Leber, Bauchspeicheldrüse, Schilddrüse, Nebenschilddrüsen und Thymusdrüse.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Embryonale Tumoren können u.a. aus entartetem entodermalem Gewebe entstehen.
Querverweise: Dottersack - embryonal - Keimblatt - Thymusdrüse - Epithelgewebe - Embryonalentwicklung

Enukleation
Ausschälen eines abgekapselten Körpers
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: operative Entfernung eines Tumors aus einer Kapsel; Entfernung des Augapfels bei bestimmten Formen des Retinoblastoms
Querverweise: Retinoblastom

Enzym syn. Biokatalysator (früher: Ferment)
Stoffe, meist Proteine, die biochemische Reaktionen einleiten, beschleunigen und in eine gewünschte Richtung ablaufen lassen (katalysieren). Enzyme sind für den Stoffwechsel aller Organismen unentbehrlich. Fast alle biochemischen Vorgänge im Organismus werden von Enzymen gesteuert (z.B. Verdauung, Proteinbiosynthese, Zellteilung). Darüber hinaus spielen sie auch bei der Reizaufnahme und -weitergabe sowie der Signalweiterleitung innerhalb von Zellen eine wichtige Rolle.
Querverweise: Protein

Ependymom
primärer Tumor des Zentralnervensystems; entsteht im Ventrikelsystem des Gehirns oder im Rückenmarkskanal. Ependymome machen et­wa 10 % al­ler pri­mä­ren ZNS‎-Tu­mo­ren bei Kin­dern und Ju­gend­li­chen aus. Sie sind unterschiedlich bösartig.
Querverweise: Hirnventrikel - Rückenmark - Zentralnervensystem - ZNS-Tumor - Primärtumor
Hauptinformationsseite: Ependymom

Ependymzellen
Gliazellen, die die Innenwände der Hirnkammern (Hirnventrikel) und des Rückenmarkkanals auskleiden. Sie sind für Produktion, Transport und Abbau der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit (Liquor) verantwortlich.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Aus entarteten Ependymzellen entstehen Ependymome, eine Gruppe von ZNS-Tumoren des Kindes- und Jugendalters.
Querverweise: Ependymom - Gliazellen - Hirntumor - Hirnventrikel - Liquor - Zentralnervensystem - Rückenmark
Hauptinformationsseite: Aufbau und Funktion des Zentralnervensystems (ZNS)

Epidemiologie
Fachgebiet in der Medizin, das sich mit der Erforschung des Vorkommens, der Häufigkeit, der Ursachen und der Ausbreitung von Krankheiten in der Bevölkerung oder in bestimmten Bevölkerungsgruppen befasst

epidemiologisch
die Häufigkeit und geographische Verteilung von Krankheiten betreffend
Querverweise: Epidemiologie

Epilepsie
Erkrankung, die mit Krampfanfällen einhergeht; sie beruht auf Funktionsstörungen des Gehirns bzw. Entladungsstörungen von Nervenzellen, die durch unterschiedliche Faktoren ausgelöst werden können. Die Behandlung erfolgt in der Regel mit Antiepileptika. Insgesamt werden, je nach Ursache, Elektroenzephalographie-Eigenschaften und klinischem Erscheinungsbild, viele verschiedene Formen von epileptischen Anfällen unterschieden. Sie werden entsprechend unterschiedlich behandelt.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Eine Epilepsie kann z.B. durch einen Hirntumor ausgelöst werden (symptomatische Epilepsie) oder durch Elektrolytstörungen und/oder Fieber. Manche Zytostatika (z.B. Asparaginase, Ifosfamid) können als seltene Nebenwirkung ebenfalls Krampfanfälle verursachen.
Querverweise: Antiepileptikum - Elektrolyte - Elektroenzephalographie - Hirntumor - Zytostatikum - Nervenzellen - Krampfanfälle

Epilepsiechirurgie
Operativer Eingriff zur Entfernung eines krampfauslösenden Herdes im Gehirn oder zur Unterbindung der Ausbreitung von epileptischen Krampfanfällen
Querverweise: Epilepsie - Krampfanfälle - Gehirn

Epistaxis
Nasenbluten
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Nasenbluten kann im Rahmen einer Krebserkrankung Zeichen einer behandlungsbedürftigen Thrombozytopenie sein.
Querverweise: Thrombozytopenie

Epithelgewebe
geschlossener Zellverband, der in einer oder mehreren Schichten äußere oder innere Körperoberflächen auskleidet oder begrenzt; Zu den Epithelgeweben gehören z.B. Haut; Schleimhäute von Mundhöhle, Speiseröhre, Magen und Darm; Auskleidung von Harnblase, Nierenbecken, Eileiter und Gebärmutter; Luftröhre. Epithelgewebe erfüllt als Deck- und Drüsengewebe folgende Funktionen: Schutz, Stoffaustausch und Reizaufnahme. Das Epithel ist neben Muskel-, Nerven- und Bindegewebe eine der vier Grundgewebearten.
Querverweise: Nervengewebe - Zelle - Bindegewebe

Epstein-Barr-Virus (Abk.: EBV) syn. Humanes-Herpes-Virus 4 (HHV 4)
Erreger des Pfeifferschen-Drüsenfiebers
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Eine Infektion mit dem EBV wird als möglicher Risikofaktor für die Entstehung bestimmter maligner Lymphome (z.B. Hodgkin-Lymphom, Burkitt-Lymphom) diskutiert.
Querverweise: Hodgkin-Lymphom - Infektion - Lymphom - Pfeiffer-Drüsenfieber

erbliche Krebssyndrome syn. familiäre Krebssyndrome
Krankheitsbilder, die neben dem Tumorrisiko auch Fehlbildungen und geistige Behinderung umfassen können; Erbliche (familiäre) Krebssyndrome machen etwa 1-2 % der bösartigen Tumorerkrankungen aus. Uu den erblichen Krebssyndromen zählen u.a. das Louis-Bar-Syndrom (= Ataxia teleangiectatica), das Beckwith-Wiedemann-Syndrom, das Down-Syndrom, das Hippel-Lindau-Syndrom, das Li-Fraumeni-Syndrom, das MEN-Syndrom, die Neurofibromatose und das WAGR-Syndrom. Auch die familiäre Form des Retinoblastoms gehört dazu.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Patienten mit Down-Syndrom haben z. B. ein erhöhtes Risiko, an einer Leukämie zu erkranken. Ein WAGR-Syndrom, Beckwith-Wiedemann-Syndrom, Denys-Drash-Syndrom oder die Neurofibromatose Typ 1 erhöhen beispielsweise das Risiko für einen Wilms-Tumor.
Querverweise: Beckwith-Wiedemann-Syndrom - Down-Syndrom - familiäre adenomatöse Polyposis - Hippel-Lindau-Syndrom - Li-Fraumeni-Syndrom - MEN-Syndrom - Neurofibromatose - Retinoblastom - WAGR-Syndrom - Ataxia teleangiectatica

Ergotherapie
zusammenfassende Bezeichnung für Beschäftigungs- und Arbeitstherapie im Rahmen von Rehabilitationsmaßnahmen; sie kommt bei Beeinträchtigungen der Motorik, Sinnesorgane und/oder geistiger und psychischer Fähigkeiten, z.B. infolge einer Krebserkrankung und/oder ihrer Behandlung, zur Anwendung; Ziel ist die weitestmögliche Selbständigkeit des Patienten im täglichen Leben und (je nach Alter) im Beruf.
Querverweise: Rehabilitation

Erythropoese syn. Erythrozytopoese
Vorgang der Bildung und Entwicklung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) im Knochenmark durch Zellteilung und schrittweise Zellreifung; die kernlosen Erythrozyten entstehen dabei aus unreifen, zunächst kernhaltigen, später kernlosen Vorstufen (Retikulozyten). Die Erythropoese wird durch das Hormon Erythropoetin angeregt.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Die normale Erythropoese kann bei Patienten mit Krebserkrankungen, die das Knochenmark betreffen bzw. befallen haben (z.B. Leukämien; Knochenmarkmetastasen), gestört sein, so dass eine Anämie entsteht. Das gleiche gilt bei einer durch Zytostatika und/oder Strahlentherapie ausgelösten Beeinträchtigung der Knochenmarksfunktion (Knochenmarkdepression).
Querverweise: Anämie - Erythrozyten - Knochenmark - Knochenmarkdepression - Leukämie - Metastase - Strahlentherapie - Zytostatika

Erythropoetin (Abk.: EPO) syn. Erythropoietin
in der Niere gebildetes Hormon, das zusammen mit anderen Wachstumsfaktoren die Reifung der Blutzellen kontrolliert und die Bildung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) beschleunigt; Erythropoetin kann heute gentechnisch hergestellt und als Medikament eingesetzt werden, um die Bildung der Erythrozyten anzuregen.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Die Produktion von Erythropoetin kann bei Störungen der Nierenfunktion vermindert sein und zur Blutarmut (Anämie) führen. Andererseits kann bei manchen Tumoren, welche selbst Erythropoetin bilden, die Gesamt-Erythropoetinkonzentration erhöht sein. (Im Kindes- und Jugendalter kommen solche Tumoren eher selten vor.) Bei der Behandlung bestimmter Anämieformen hat sich die Gabe von Erythropoetin bewährt.
Querverweise: Anämie - Differenzierung - Tumor - Erythrozyten - Hormon

Erythrozyten (Abk.: Ery's) syn. rote Blutkörperchen; rote Blutzellen
rote Blutkörperchen, die häufigsten Zellen im Blut, sie dienen vor allem dem Sauerstoff-Transport im Organismus; Erythrozyten werden im Knochenmark gebildet (Erythropoese). Für die Bindung und den Transport des in der Lunge aufgenommenen Sauerstoffs ist der rote Blutfarbstoff (Hämoglobin) im Inneren der Erythrozyten verantwortlich. Sind rote Blutkörperchen nicht in ausreichender Menge vorhanden oder, aus Mangel an Hämoglobin, nicht funktionstüchtig, spricht man von einer Anämie, einer Blutarmut.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Bei manchen bösartigen Erkrankungen, v.a. Leukämien und Non-Hodgkin-Lymphomen, kann die Zahl der roten Blutkörperchen gegenüber gesunden Menschen vermindert sein (Anämie). Auch die Behandlung einer Krebserkrankung (v.a. Chemotherapie) kann durch Beeinträchtigung des blutbildenden Systems im Knochenmark zu einer verringerten Erythrozytenzahl führen. Die Zahl der Erythrozyten und anderer Blutzellen wird im Blutbild überprüft. Die Oberfläche der Erythrozyten trägt die verschiedenen Blutgruppenmerkmale (A, B, AB und 0) sowie die Rhesusfaktoren positiv (Rh+) und negativ (Rh-), die bei einer Bluttransfusion berücksichtigt werden müssen.
Querverweise: Anämie - Blutbild - Chemotherapie - Erythropoese - Hämoglobin - Knochenmark - Leukämie - Non-Hodgkin-Lymphom - Zellkern - Blutgruppe
Hauptinformationsseite: Die Bestandteile des Blutes

Erythrozytopenie
Verminderung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) im Blut
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: siehe Anämie
Querverweise: Anämie - Erythropoese - Erythrozyten

Evans-Syndrom
Das Evans-Syndrom ist eine sehr seltene Erkrankung (Vorkommen ca. 1:1.000 000) des Abwehrsystems (Autoimmunerkrankung). Wie diese Erkrankung ausgelöst wird, ist noch unbekannt. Die körpereigene Abwehr bekämpft die eigenen roten Blutzellen und die Blutplättchen. In der Folge kommt es zu einer Blutarmut (Anämie) und zu einer erhöhten Blutungsneigung.

evozierte Potentiale
Untersuchungsmethode, mit der die Leitfähigkeit und damit die Funktionsfähigkeit von Nervenbahnen getestet werden kann. Das Prinzip beruht auf einer kontrollierten Reizung eines Sinnesorgans oder peripheren Nervs (zum Beispiel Augen, Gehör, Tastsinn der Haut) und der Überprüfung der dadurch ausgelösten Reizantwort (elektrische Potenzial) in verarbeitenden Regionen des Zentralnervensystems.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Die Methode wird vor allem in der Diagnostik von Tumoren des Zentralnervensystems (ZNS) eingesetzt, um Hinweise auf Art und Ort einer Erkrankung im Gehirn oder Rückenmark zu erhalten. Die Messung evozierter Potentiale erfolgt im Rahmen einer Elektroenzephalographie (EEG). Dabei werden während der EEG-Ableitung zum Beispiel die Augen durch Bilder, Muster oder Lichtblitze (visuell evozierte Potentiale), das Gehör durch akustische Signale (akustisch evozierte Potentiale) oder die Haut durch Berührungsreize (somato-sensibel evozierte Potentiale) gereizt. Ersteres spielt insbesondere bei Tumoren der Sehbahnregion eine Rolle, Akustisch und somato-sensibel evozierte Potentiale können bei Tumoren des Kleinhirns, Hirnstamms oder Rückenmarks von Bedeutung sein.
Querverweise: Diagnostik - Elektroenzephalographie - Zentralnervensystem - Nervenzellen

Ewing-Sarkom
Vom Knochen (selten von Weichteilgeweben) ausgehendes hochmalignes (bösartiges) Sarkom; zweithäufigster bösartiger Knochentumor im Kindes- und Jugendalter (nach dem Osteosarkom), v.a. ab dem zweiten Lebensjahrzehnt auftretend
Querverweise: Osteosarkom - Sarkom

exokrin
"nach außen abgebend"; exokrine Drüsen geben ihre Stoffe über einen Ausführgang an äußere oder innere Oberflächen ab (z. B. an die Haut bzw. in den Darm oder Urogenitaltrakt)

Exophthalmus
krankhaftes ein- oder beidseitiges Hervortreten des Augapfels aus der Augenhöhle
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Krankheitszeichen bei Tumoren im Bereich der Augenhöhle (z.B. Retinoblastom; Rhabdomyosarkom)
Querverweise: Retinoblastom - Rhabdomyosarkom

Exsikkose
Austrocknung durch Abnahme des Körperwassers (Dehydratation)
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Kann eine mögliche Komplikation oder Nebenwirkung, z.B. im Rahmen einer Krebsbehandlung, sein. Eine Exsikkose kann z.B. bei einer Störung der Nierenfunktion mit gesteigerter Wasserabgabe durch die Niere zur Dehydratation und Schädigung von Körperorganen führt, wenn keine ausgleichende Flüssigkeitszufuhr erfolgt. Auch Durchfallerkrankungen können zur Exsikkose führen. Generell sind Kleinkinder und Säuglinge aufgrund ihres hohen Flüssigkeitsumsatzes besonders gefährdet.
Querverweise: Tumorlyse-Syndrom

exspiratorisch
die Ausatmung betreffend

Exstirpation
(meist operative) Entfernung eines umschriebenen Gewebeteils (z.B. erkranktes Organ oder Organteil)
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: operative Entfernung eines gut abgegrenzten Tumors bzw. tumorverdächtigen Gewebeabschnitts im Rahmen der Behandlung bzw. Diagnostik von Tumor- bzw. Krebserkrankungen

externe Ventrikeldrainage
kleiner neurochirurgischer Eingriff, bei dem überschüssige Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit aus den Hirnwasserkammern (Hirnventrikeln) nach außen abgeleitet wird.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Diese Maßnahme kann z.B. notwendig werden, wenn ein Tumor den Abfluss des Hirnwassers m Zentralnervensystem so behindert, dass der Druck im Gehirn stark ansteigt und ein Wasserkopf (Hydrocephalus) entsteht.
Querverweise: Hirnventrikel - Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit - Zentralnervensystem - Wasserkopf - Neurochirurgie
Hauptinformationsseite:

Extubation
Herausziehen des Schlauches (Tubus) aus der Luftröhre nach Beendigung einer Narkose oder bei Wegfall der Indikation zur Intubation und Beatmung
Querverweise: Indikation - Intubation - Narkose

Exzision
chirurgische (operative) Maßnahme; Ausschneiden von Gewebe oder Gewebeteilen (z.B. Tumoren) ohne Rücksicht auf Organgrenzen oder Gewebestrukturen