Dietrich-Niethammer-Preis

Autor: Ingrid Grüneberg / Ausschreibungstext, erstellt am: 27.08.2010, Redaktion: Prof. Dr. med. Ursula Creutzig, Zuletzt geändert: 26.05.2016

Die Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) und Pierre Fabre Deutschland ehren durch die Ausschreibung des Dietrich-Niethammer-Preises einen wissenschaftlichen Pionier der deutschen Kinderonkologie und einen beispielgebenden Arzt.

Der Preis für nachhaltige Entwicklungen in der pädiatrischen Onkologie ist mit 5.000 EUR dotiert und wird anlässlich der zweiten Halbjahrestagung der Gesellschaft verliehen.

GPOH und Pierre Fabre Deutschland suchen engagierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die durch ihr nachhaltiges Engagement und ihre wissenschaftlichen Leistungen der Deutschen Kinderonkologie neue Impulse und Antrieb gegeben haben. Ganz im Sinne des Namensgebers des Preises sollen neben den wissenschaftlich fundierten Leistungen ausdrücklich auch Anstrengungen gewürdigt werden, die die gesamte Versorgungssituation schwer kranker Kinder verbessert haben.

Nur Mitglieder der GPOH können Personen vorschlagen, die für den Preis in Frage kommen. Die Vorschläge sollten ausreichend begründet und belegt sein.

Kontakt: Geschäftsstelle der GPOH

Preisträger 2015

Prof. Dr. Ursula Creutzig und Prof. em. Dr. Günter Henze

U. Creutzig und G. Henze freuen sich über den Preis

Ursula Creutzig (Hannover) und Günter Henze (Berlin) sind für nachhaltige Entwicklungen in der pädiatrischen Onkologie mit dem Dietrich Niethammer-Preis ausgezeichnet worden. Der Preis wurde am 20.11.2015 auf der Wissenschaftlichen Halbjahrestagung der GPOH überreicht. Dirk Reinhardt und Arend von Stackelberg würdigten die Leistungen der beiden Preisträger insbesondere in Bezug auf das Kompetenznetz Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (KPOH). G. Henze als Sprecher des Kompetenznetzes und U. Creutzig als Koordinatorin bewirkten nachhaltige Verbesserungen in strukturellen Einrichtungen der pädiatrischen Onkologie. Dazu gehören die Etablierung von Forschungs- und Studienassistentinnen (heute Study Nurses), die Vorbereitung für das heutige Zentrale Datenmanagement (ZDM), Etablierung von Qualitätskriterien (Audits/ Monitoring), Vorbereitung und Mitarbeit beim DBA-Beschluss, Finanzierung der Referenzdiagnostik und den Auf- und Ausbau des Informationsportals kinderkrebsinfo.de.

Preisträger 2014

Prof. em. Dr. Jörn-Dirk Beck (Erlangen) und PD Dr. rer. physiol. et. med. habil. Peter Kaatsch (Mainz) sind die diesjährigen Preisträger des Dietrich-Niethammer-Preises, der am 13.09.2014 anlässlich der GPOH-Tagung in Leipzig verliehen wurde.

Prof. em. Dr. Jörn-Dirk Beck

Jörn Beck

Prof. Dr. med. Jörn-Dirk Beck erhält den Niethammer-Preis für seine Verdienste in der Spätfolgenforschung und für die Etablierung von Nachsorge-Strukturen.
Nach dem Abschluss der Facharztausbildung für Kinderheilkunde an der Kinderklinik der Johannes Gutenberg Universität in Mainz (1976), arbeitete J. D. Beck für vier Jahre am Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York. Seit Beginn der 80er Jahre bis 2006 war er an die Kinderklinik der Friedrich Alexander Universität Erlangen-Nürnberg in der Abteilung für Onkologie und Hämatologie leitend tätig. Er war Mitglied im „Early and Late Toxicity Education Committee“ (ELTEC) der Internationalen BFM Studiengruppe (I-BFM-SG).
J. D. Beck gründete und leitete dann von 1989 bis 2006 die damals neu geschaffene Arbeitsgruppe Spätfolgen, die später als Late Effects Surveillance System (Arbeitsgruppe LESS) bekannt wurde und deren Abschlussbericht einen guten Überblick bietet. Weltweit wurde mit LESS die erste, studienübergreifende, nationale Struktur zur Nachsorge und Spätfolgenforschung etabliert. In zahlreichen Publikationen und Nachsorgeempfehlungen sind die Ergebnisse seiner wissenschaftlichen Arbeiten sichtbar.
J. D. Beck war 2007 Gründungsmitglied des Pan-European Network for Care of Survivors after Childhood and Adolescent Cancer (PanCare). Im Rahmen von PanCare setzte J.D. Beck sich erfolgreich für das europäische Projekt Childhood and Adolescent Cancer Survivor Care and Follow-Up Studies (PanCareSurfup) ein, das sich u.a. mit Leitlinien zum Thema Spätfolgen beschäftigt. In diesem Projekt ist J. D. Beck seit 2011 Mitglied im Ethical and Scientific Advisory Board. Seine Ziele sind vor allem, gemeinsame europäische Nachsorgeempfehlungen zu erarbeiten und die europäischen Plattformen mit den nationalen Netzwerken zu verbinden. In der weiteren 2013 neu gegründeten EU-Studie zu Hörschäden, Fruchtbarkeit und Lebensqualität nach Krebs, PanCareLIFE, ist J. D. Beck ebenfalls aktiv.
J. D. Beck ist ein Vorreiter für die notwendigen Strukturen in der Langzeit-Nachsorge, die heute im europäischen Verbund aufgebaut werden.

PD Dr. rer. physiol. et. med. habil. Peter Kaatsch

Peter Kaatsch

PD Dr. rer. physiol. et. med. habil. Peter Kaatsch wird für seine Tätigkeiten auf dem Gebiet der Langzeit-Nachsorge nach Krebserkrankung im Kindes- und Jugendalter geehrt. Er hat von 1973 bis 1978 an der Universität Heidelberg Medizinische Informatik studiert. Nach kurzen Zwischenstationen in Köln und Ulm ist P. Kaatsch seit 1980 am Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI) der Universität Mainz wissenschaftlich tätig. 1991 folgte die Promotion, 2011 die Habilitation, und 2012 erhielt er die Lehrbefugnis für das Fach Epidemiologie an der Universität Mainz. Seit 2001 leitet er das Deutsche Kinderkrebsregister (DKKR) am IMBEI.
Mit der Preisverleihung wird seine Arbeit zu Langzeitfolgen nach Krebserkrankung im Kindesalter geehrt. P. Kaatsch führte frühzeitig Untersuchungen zu Spätfolgen, insbesondere zu Zweittumoren nach kinderonkologischer Behandlung durch. Seine weiteren Themenfelder sind, Ursachen von Krebs im Kindesalter zu erforschen und Informationen über die Risiken einer Krebserkrankung im Kindesalter der Öffentlichkeit zu vermitteln. P. Kaatsch ist seit 2011 Board-Mitglied des Pan-European Network for Care of Survivors after Childhood and Adolescent Cancer (PanCare) und Koordinator der europäische Studie zu Hörschäden, Fruchtbarkeit und Lebensqualität nach Krebs, PanCareLIFE (Studies in Fertility and Ototoxicity to improve Quality of Life after Cancer during Childhood, Adolescence and Young Adulthood). Das von ihm geführte Kinderkrebsregister ist an dem deutschen Projekt VIVE beteiligt, bei dem eine bundesweite Erhebung zur Erfassung und Auswertung von Spätfolgen durchgeführt wird.
Durch seine Arbeit leistet P. Kaatsch einen wichtigen Beitrag zum Verständnis von Spätfolgen und deren mögliche Vermeidung in einer effizienten Langzeit-Nachsorge.