Nachrichten 2008

Autor: Anja Bode, erstellt am: 21.07.2009, Zuletzt geändert: 26.09.2012

Kinderpalliativmedizin am Universitätsklinikum der LMU

München, 17.12.2008 Am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität übernimmt zum 1. Januar 2009 Prof. Dr. Monika Führer die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach Stiftungsprofessur für Kinderpalliativmedizin. Die Stiftung unterstützt die Professur mit 1 Million Euro. Prof. Dr. Monika Führer möchte mit einer Kinderpalliativstation die Versorgung von schwerstkranken Kindern und Jugendlichen verbessern.
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72. Wissenschaftliche Halbjahrestagung der GPOH

Zur Nachlese und für alle, die an der Tagung nicht teilnehmen konnten, befinden sich die Folien der Vorträge, soweit von den Autoren freigegeben, hier:

Geld für neue Professur

Würzburg, 26.11.2008 Die Würzburger Elterninitiative leukämie- und tumorkranker Kinder finanziert der Universität Würzburg eine Professur. Diese wird an der Kinderklinik eingerichtet und soll Fortschritte bei der Behandlung krebskranker Kinder und Erwachsener bringen. Räumlich wird die neue Professur im Würzburger Stammzell-Transplantationszentrum angesiedelt. "Dort passt dieses Arbeitsgebiet sehr gut hinein", sagt Professor Christian P. Speer, Direktor der Kinderklinik. Sein Haus arbeitet in dem Zentrum eng mit dem Team des Krebsexperten Professor Hermann Einsele (Medizinische Klinik II) zusammen.
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Erlanger Kinder- und Jugendklinik erforscht Spätfolgen der Krebstherapie

Erlangen, 25.11.2008 In einem im deutschsprachigen Raum einmaligen Forschungsprojekt unter der Leitung von PD Dr. Thorsten Langer (Abteilung für Pädiatrische Hämotologie und Onkologie unter Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Holter) untersuchen Ärzte der Kinder- und Jugendklinik (Direktor: Prof. Dr. med. Dr. h. c. Wolfgang Rascher) mögliche Spätfolgen nach der Therapie kindlicher Krebserkrankungen. Dank einer großzügigen Förderung der Madeleine Schickedanz Kinderkrebsstiftung in Höhe von 120.000 Euro konnte die Forschergruppe jetzt für zwei Jahres durch den Arzt Dr. Ronny Jung und die Projektassistentin Marion Peters verstärkt werden.

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Neue Erkenntnisse bei Diagnostik und Therapie des "Lymphoblastischen Lymphoms"

Gießen, 14.11.2008 Für ihre Forschungsergebnisse zum "Lymphoblastischen Lymphom" (LBL) erhält Dr. med. Birgit Burkhardt PhD das mit über 8.000 Euro dotierte "Graduierten-Stipendium der Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung". Die Übergabe des Preises erfolgt am 11. Dezember.
Mit systematischen Laboruntersuchungen hat die Kinderärztin vom Kieler Universitätsklinikum einen genetischen Bereich auf Chromosom 6 von LBL-Zellen eingegrenzt, dessen Veränderung mit einem besonders aggressiven Verlauf der Erkrankung einhergeht. Die Entdeckung könnte, so sie sich in weiteren Studien bestätigt, neue Wege bei Diagnostik und Therapie des LBL ebnen. Die Nürnberger Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung unterstützt Birgit Burkhardt deshalb mit einem Graduierten-Stipendium. Nähere Informationen erhalten Sie hier:
Forschungspreis Lymphoblastisches Lymphom

SIOP 2008 in Berlin
Ein Kongress eröffnet neue Horizonte

Berlin, 28.10.2008 Um gleich mit einem Superlativ zu beginnen: Es war der größte Kongress für pädiatrische Onkologie, der je stattgefunden hat. Über 2.000 Teilnehmer aus 140 Ländern nahmen vom 2. bis 6. Oktober 2008 am 40th Congress of the International Society of Paediatric Oncology (SIOP) in Berlin teil. Unter dem Motto "Care and Cure - New Horizons" trafen sich Kinderkrebsärzte, Grundlagenforscher, Pflegekräfte, Psychologen, Sozialarbeiter aber auch betroffene Eltern und Kinder, um neue Ziele und Zukunftsperspektiven für Kinder und Jugendliche mit bösartigen Erkrankungen zu erarbeiten.

Der SIOP Kongress ist DIE Plattform für Wissenschaftler und klinisch tätige Kinderonkologen aus aller Welt. Im Rahmen dieser jährlichen Treffen tauschten sie sich in Berlin darüber aus, welche der neuen Horizonte innerhalb der Krebsbekämpfung auch für Kinder und Jugendliche erschlossen werden können.

Vor allem für Deutschland und insbesondere für Berlin war der Kongress unter SIOP -Präsident Maarten Egeler und dem Tagungspräsidenten Günter Henze ein großer Erfolg. Es gab zahlreiche Keynote-Lectures und Symposien, die das breite Spektrum der Behandlung von systemischen Erkrankungen, soliden Tumoren, inklusive Tumoren des zentralen Nervensystems mit den neuesten Ergebnissen aus der Grundlagenforschung verbanden, so dass Grundsteine für neue Behandlungsansätze gelegt werden können.

Das wissenschaftliche Programm - vielseitig und von hoher Qualität - wurde vom SIOP Scientific Committee Board unter dem Vorsitz von Gabriele Calaminus erstellt. Es ging dabei insbesondere um neue Therapieansätze der „Targetted Therapy, einer Behandlungsform, mit der „nur“ Tumorzellen, nicht aber gesunde Zellen angegriffen werden. Vorgestellt wurden auch neue Möglichkeiten in der Tumorimmuntherapie, einer Behandlungsform, die Tumorzellen angreift, als wären diese Infektionserreger. Aktuelle Erkenntnisse zur antiangiogenetischen Therapie waren ein weiterer Schwerpunkt. Sie zielt darauf ab, die Neuentstehung von tumoreigenen Blutgefässen verhindern und dadurch die Blutversorgung eines Tumors zu unterbinden.

Diese Therapieformen werden bislang nur in Kombination mit den bereits etablierten Therapien eingesetzt. Durch neue Kombinationsmöglichkeiten soll eine weitere Individualisierung der Therapie - angepasst an die besonderen biologischen Bedürfnisse des Krebspatienten - ermöglicht werden. Weiterer Schwerpunkt des wissenschaftlichen Programms waren neue Methoden zur genetischen Klassifizierung von Tumorerkrankungen. Mit Genexpressionsprofilen können, wie in einigen Keynote-Lectures verdeutlicht wurde, bestimmte Erkrankungen inzwischen umfangreich charakterisiert werden.

Das zentrale Anliegen von SIOP 2008 bestand in der Vermittlung dieser neuen Horizonte, auch im Kontext aktueller Informationen zu klinischen Studien mit etablierten Heilungsansätzen. In zahlreichen Keynote-Lectures wurde gezeigt, wie weit unsere deutschen Studien zur Leukämie- und Tumortherapie die heutige Behandlung erfolgreich geprägt haben.

Hervorzuheben ist außerdem die Eröffnung, eingeleitet von der Gattin des Deutschen Bundespräsidenten, Eva Luise Köhler. Sie kümmert sich unter anderem als Schirmherrin der Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen (ACHSE) oft auch persönlich um betroffene Menschen und ihre Familien und zeigte daher viel Verständnis für die zahlreichen Herausforderungen in der pädiatrischen Onkologie. A. W. Craft (Newcastle) gab einen Überblick über die Entwicklung der pädiatrischen Onkologie von der Vergangenheit bis heute, angefangen bei Rudolph Virchow über Donald Pinkel bis zu Hans Jörg Riehm. Diese Erfolgsstory über die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Krebserkrankungen motiviert! In dem Zusammenhang wurden die Verdienste von Tom Voûte gewürdigt, einem der Pioniere der pädiatrischen Onkologie, Mitbegründer der SIOP und in der weltweiten Organisation und Durchführung von „Education Programs“ engagiert. Tom Voûte ist am 27. August im Alter von 72 Jahren verstorben.

Nicht nur der Kongress, auch Berlin hatte viel zu bieten: am Eröffnungsabend, am Freitag, beeindruckte der Staats- und Domchor Berlin die Gäste. Der Auftritt von José Carreras war sicherlich ein Höhepunkt, den kaum jemand vergessen wird. Auch die Berliner Philharmoniker waren ein herausragendes Erlebnis. 500 SIOP-Teilnehmer konnten die überwältigende Musik von Detlef Glanert und Richard Strauss in der Philharmonie erleben. Der Galaabend am folgenden Tag wurde im Glas überdachten Innenhof des Deutschen Historischen Museums gefeiert.
Herzlichen Dank insbesondere an Gabriele Calaminus für die wissenschaftliche Vorbereitung. Ein ganz besonderer Erfolg ist für uns ihre Nominierung zum SIOP President elect sie wird das Amt 2010 in Boston von Maarten Egeler übernehmen. Dank auch an Günter Henze für das Engagement bei den lokalen Vorbereitungen und natürlich Dank an sein Team. Wir freuen uns, dass Berlin als ein großer Erfolg für die deutsche pädiatrische Onkologie in Erinnerung bleiben wird.

Ursula Creutzig
Wissenschafliche Geschäftsführerin Kompetenznetz Pädiatrische Onkologie und Hämatologie





Neueste Studienergebnisse zur Behandlung des Ewing Sarkom

J Clin Oncol. 2008 Sep 20;26(27):4385-93.
Results of the EICESS-92 Study: two randomized trials of Ewing's sarcoma treatment--cyclophosphamide compared with ifosfamide in standard-risk patients and assessment of benefit of etoposide added to standard treatment in high-risk patients. Paulussen M, Craft AW, Lewis I, Hackshaw A, Douglas C, Dunst J, Schuck A, Winkelmann W, Köhler G, Poremba C, Zoubek A, Ladenstein R, van den Berg H, Hunold, A, Cassoni A, Spooner D, Grimer R, Whelan J, McTiernan A, Jürgens H; European Intergroup Cooperative Ewing's Sarcoma Study-92.


Die Arbeitsgruppe um Prof. Heribert Jürgens, Pädiatrische Onkologie/Hämatologie, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, veröffentlichte im September dieses Jahres die Ergebnisse der “European Intergroup Cooperative Ewing’s Sarcoma Study” (EICESS-92) im Journal of Clinical Oncology, einer renommierten, internationalen Zeitschrift für Wissenschaftler und Ärzte aus der Krebsheilkunde.
Die oben genannte Studie hatte zwei Hauptziele:
1) Wegen der starken Nebenwirkungen (Toxizität), die das bisher bei der Kombinationschemotherapie von Standard-Risiko-Patienten mit einem Ewing Sarkom erfolgreich eingesetzte Zytostatikum Ifosfamid regelmäßig erzeugt, sollte herausgefunden werden, ob die verwandte Substanz Cyclophosphamid ebenso wirksam, jedoch weniger toxisch ist.
2) Des Weiteren sollte untersucht werden, ob die Überlebensraten von Hochrisiko-Patienten mit einem Ewing-Sarkom durch die Kombination von Ifosfamid mit dem Chemotherapeutikums Etoposid gesteigert werden können.
Für diese Untersuchungen wurden die Daten von insgesamt 647 Kindern und Jugendlichen mit einem Ewing Sarkom analysiert.
Anhand dieser trotz der Seltenheit von Ewing-Sarkomen doch sehr großen Kohorte konnte erstens gezeigt werden, dass Cyclophosphamid eine mit Ifosfamid vergleichbare Wirkung auf die Überlebensraten, jedoch widererwartend mit einer höheren Rate an unerwünschten Nebenwirkungen bei Standardrisikopatienten mit einem Ewing-Sarkom verbunden ist und zweitens, dass sich der Einsatz von Etoposid bei Hochrisikopatienten positiv auf das Überleben auswirkt.
Entsprechend wird der Einsatz von sowohl Ifosfamid als auch Cyclophosphamid in definierten Dosierungen bei der Kombinationschemotherapie von Standard- sowie die Kombinationschemotherapie mit Ifosfamid und Etoposid für Hochrisikopatienten mit einem Ewing Sarkom befürwortet.
Zur Validierung der Daten werden jedoch, so die Autoren, multinationale Zusammenarbeiten über längere Zeiträume benötigt, insbesondere auch, um die Überlebensraten für Patienten mit metastasiertem Ewing-Sarkom positiv zu beeinflussen.

G. Tallen, 14. Oktober 2008





Strahlenexposition durch Kernkraftwerke kann die Ergebnisse der KiKK-Studie nicht erklären

Bonn, 09.10.2008 Im Dezember vergangenen Jahres stellte die Studie „Epidemiologische Studie zu Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken (KiKK-Studie)“ fest, dass das Risiko für Kinder unter fünf Jahren, an Leukämie zu erkranken, zunimmt, je näher ihr Wohnort an einem Kernkraftwerk liegt. Sie zeigte einen statistischen Zusammenhang auf zwischen der Nähe der Wohnung zum nächstgelegenen Kernkraftwerk zum Zeitpunkt einer Krebsdiagnose bei Kindern und dem Risiko, vor dem 5. Geburtstag an Krebs und besonders an Leukämie zu erkranken. Daraufhin beauftragte der Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit die Strahlenschutzkommission (SSK), die Studie zu bewerten. Ein Ergebnis der jetzt abgeschlossenen Bewertung ist, dass auch die Kommission die Ursachen für den in der Studie festgestellten Zusammenhang zwischen Wohnort und Leukämie nicht bestimmen konnte. Ausführliche Informationen stehen hier zum Download bereit:

Artikel zur Kernkraftwerkstudie im Deutschen Ärzteblatt

Im Deutschen Ärzteblatt, Jg. 105, Heft 42, S. 725-32 ist die Originalarbeit zum Thema "Leukämien bei unter 5-jährigen Kindern in der Umgebung deutscher Kernkraftwerke" von P. Kaatsch et al. erschienen. Hier können Sie diesen Artikel lesen:
Deutsches Ärzteblatt Archiv

Fluch des Wissens

Das Editorial von H. Jungermann beschäftigt sich mit dem Umgang mit Unsicherheiten am Beispiel der Ergebnisse der KiKK-Studie, erschienen im Deutschen Ärzteblatt 2008; 105(42); 724. Hier können Sie diese interessanten pychologischen Aspekte nachlesen:
Deutsches Ärzteblatt Archiv Editorial

Kein erhöhtes Leukämierisiko in der Umgebung von Rundfunk- und Fernsehsendern

Mainz, 22.10.2008 Studie von Mainzer Wissenschaftlern untersucht Zusammenhang zwischen Leukämierisiko bei Kindern und der Exposition gegenüber hochfrequenten elektromagnetischen Feldern in der Umgebung von leistungsstarken Radio- und Fernsehsendern.
Als Download hier der ausführliche Text:

Risikoangepasste Behandlung verringert Langzeitschäden

Kiel, 22.09.2008 (ng) – Jedes Jahr erkranken in Deutschland 1.800 Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren neu an Krebs. Am häufigsten tritt eine spezielle Blutkrebsart auf: die akute lymphoblastische Leukämie (ALL). In den letzten 30 Jahren sind die Heilungschancen bei dieser Krebsart kontinuierlich gestiegen: Heute können etwa 80 Prozent der Kinder geheilt werden. Der Preis für das Überleben ist jedoch oft hoch. Die kleinen Patienten müssen meist eine sehr aggressive Therapie über sich ergehen lassen und mit Spätschäden auch noch Jahre nach der Behandlung rechnen. Die so genannte ALL-BFM 95-Therapiestudie hat jetzt gezeigt, dass die Intensität der Therapie in vielen Fällen reduziert werden kann, ohne die Überlebenschancen der Patienten zu verringern. Die Deutsche Krebshilfe hat diese Studie mit über 1,1 Millionen Euro gefördert.

Der ausführliche Text steht hier zum Lesen bereit:

Hoffnung für Kinder mit Hirntumoren

Heidelberg, 01.09.2008 Die Erlöse der diesjährigen Charity-Tour des Radtreffs Rhein-Neckar gehen an Dr. Stefan Pfister aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum. Der Arzt und Wissenschaftler entdeckte bei Hirntumoren von Kindern Hinweise im Erbgut der Krebszellen, die eine Vorhersage des Krankheitsverlaufs ermöglichen. So kann die Behandlungsmethode der individuellen Erkrankung angepasst werden. Die Ergebnisse eröffnen außerdem neue Ansätze für spezifische und zielgerichtete Behandlungsmöglichkeiten.

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Europäisches Kinder-Hodgkin Netzwerk wird aufgebaut

Leipzig, 01.09.2008 Am 1. September hat das im Rahmen des Public Health Programms der EU geförderte Projekt „Europäisches Kinder-Hodgkin Netzwerk“ seine Arbeit aufgenommen. Am Hodgkin Lymphom erkrankte Kinder und Jugendliche werden in 13 Europäischen Ländern im Rahmen eines gemeinsamen Behandlungsprotokolls betreut. Wichtigstes Ziel dieser wissenschaftlich durch die Deutsche Krebshilfe e.V. geförderten EuroNet-PHL-C1 Studie ist eine hohe Heilungsrate bei gleichzeitiger Abschwächung der Therapieintensität zur Vermeidung von Spätfolgen.
Verantwortlich für das Projekt ist Frau Prof. Dr. Regine Kluge, leitende Oberärztin der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Leipzig.
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Wenn das Immunsystem Amok läuft

Hamburg, 20.08.2008 Sie ist selten, aber lebensbedrohlich: Bei der hämophagozytischen Lymphohistiozytose (HLH) spielt das Immunsystem des Körpers verrückt. Um die Diagnostik und Therapie dieser Krankheit zu verbessern, hat die Europäische Union jetzt fast drei Millionen Euro für ein dreijähriges Projekt bewilligt, an dem neun Forschungseinrichtungen aus fünf Ländern beteiligt sind. Rund 560.000 Euro fließen an das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), das die Studie koordiniert. In dem aktuellen, breit angelegten Forschungsvorhaben ("CureHLH") unter der Leitung von Prof. Dr. Gritta Janka-Schaub, Klinik für Pädiatrische und Hämatologie und Onkologie des UKE, werden in Tiermodellen und an Zellkulturen die Mechanismen untersucht, die der Erkrankung zugrunde liegen.
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Newsletter August 2008 der Kraniopharyngomstudie 2007

Pädiatrische Palliativmedizin:
Dtsch Arztbl 2008; 105(25):A 1376-80 B. Zernikow, F. Nauck: Kindern ein "gutes Sterben ermöglichen"

In diesem bemerkenswerten Artikel plädieren die Autoren für einen breiten multidisziplinären Ansatz, der die Familie und öffentliche Ressourcen mit einbezieht. In Deutschland ist noch viel zu tun, um Kindern "ein gutes Sterben" zu ermöglichen. Hierzu zählt auch, dass eine gute pädiatrische Palliativversorgung nicht nur in Krankenhäusern, sondern auch zu Hause beim Patienten möglich sein muss.

Der ausführliche Artikel steht hier zum Lesen bereit.

IMPaCCT: Standards pädiatrischer Pallativversorgung in Europa

Die Standards pädiatrischer Palliativversorgung in Europa werden von IMPaCCT (einer Gruppe von Ärzten des International Meeting für Palliative Care in Children, Trento) beschrieben, publiziert im European Journal of Palliative Care 2007; 14 (3): 109 - 114

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Dtsch Arztebl 2008; 105(28-29):511-22
Boris Zernikow, Tanja Hechler
Schmerztherapie bei Kindern und Jugendlichen

Der Artikel enthält Instrumente zur Einschätzung der Stärke von Schmerzen bei Kindern und Jugendlichen sowie Angaben zu den am häufigsten eingesetzten Analgetika.

Der ausführliche Artikel steht hier zum Lesen bereit.

Risiken bei Erythropoetin

Münster, 20.06.2008 Risiken, die in der Therapie mit Erythropoetin auftreten, sind in den vergangenen Jahren mehrfach evaluiert worden. Über den aktuellen Stand der Risikobewertung und sich daraus ergebende Konsequenzen berichten D. Schrey und Joachim Boos vom Universitätsklinikum Münster in der Juli-Ausgabe der Monatsschrift Kinderheilkunde. Die Online-Version stellt der Springer Medizin Verlag berechtigten Personen unter http://springerlink.com/content/6v2304t43777m006/ zur Verfügung. Ergänzende Informationen liefert die U.S. Food & Drug Administration (FDA) im Internet unter http://www.fda.gov/medwatch/safety/2008/safety08.htm#ESA2

40th Congress of the International
Society of Paediatric Oncology
Chair 2008: Prof. Dr. med. Dr. h.c. Günter Henze
Charité-Universitätsmedizin Berlin
Campus Virchow-Klinikum

FÜRSORGE UND HEILUNG – NEUE HORIZONTE
FÜR DIE KREBSKRANKEN KINDER UND JUGENDLICHEN DIESER WELT



Die Überlebenswahrscheinlichkeiten für krebskranke Kinder und Jugendliche sind in den letzten drei Jahrzehnten von 10 % auf über 70 % gestiegen! Diese dramatische Steigerung beruht auf dem strukturierten Austausch wissenschaftlicher und klinischer Informationen und der daraus resultierenden, kontinuierlichen Optimierung von standardisierten internationalen und multizentrischen Behandlungsprotokollen und ist größtenteils den Mitgliedern und Freunden der Internationalen Gesellschaft für Kinderonkologie (International Society of Paediatric Oncology, SIOP) zu verdanken.
       SIOP ist die internationale Hauptorganisation, die sich global um sämtliche Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen mit Krebserkrankungen kümmert. In den späten Sechziger Jahren von ein paar Enthusiasten ins Leben gerufen, ist SIOP heute eine Gesellschaft mit mehr als 1.350 aktiven Mitgliedern, die sich mit der herausfordernden Komplexität der Behandlung von jungen Patienten mit bösartigen Erkrankungen intensiv auseinandersetzen. Innerhalb der letzten 35 Jahre konnte die Gesellschaft Ärzte und Grundlagenforscher aus zahlreichen verschiedenen Fachbereichen zusammenführen, um die Behandlungsmöglichkeiten für bösartige Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen stetig zu verbessern. Seit einigen Jahren sind auch das Pflegepersonal und die Eltern aktiv involviert. Damit ein regelmäßiger Kontakt zwischen allen Mitgliedern und Freunden aufrechterhalten bleibt, veröffentlicht die Gesellschaft zweimal im Jahr einen Newsletter, der über die SIOP-Website, www.siop.nl, sowohl für Mitglieder als auch für Nicht-Mitglieder zugänglich ist.
       SIOP’s Mission ist es, die beste Behandlung für krebskranke Kinder und Jugendliche zu entwickeln und diese überall auf der Welt möglich zu machen. In den Anfängen von SIOP starben 75 % der jungen Krebspatienten. Heute können – optimale Behandlungsbedingungen vorausgesetzt – 75 % geheilt werden! Dennoch ist die Mission aus verschiedenen Gründen noch lange nicht erfüllt: Zum einen sind in vielen Ländern dieser Welt, wenn überhaupt, nur eingeschränkte Behandlungsmöglichkeiten gegeben. Zum anderen heißt “geheilt” leider noch lange nicht “gesund” - Die Mehrzahl krebskranker Kinder und Jugendlicher überlebt heutzutage zwar, jedoch kämpfen mindestens zwei Drittel dieser jungen Menschen danach mit schweren Spätfolgen und einer dadurch stark eingeschränkten Lebensqualität. Deshalb muss eine weitere Steigerung der Heilungsraten unbedingt mit der Entwicklung neuer Therapiestrategien, die für weniger Nebenwirkungen und mehr Lebensqualität sorgen, für alle jungen Krebsopfer weltweit Hand in Hand gehen. Ein weiteres Hauptziel von SIOP ist daher, die Evaluierung und das Management der Grundlagen- und klinischen Krebsforschung zu optimieren, um lokal wie global eine bessere Verständigung und Zusammenarbeit zwischen Forschungslabor und Krankenbett – “translational research” – zu schaffen. denn “translational research” ist die Basis für eine bessere Zukunft von Kindern und Jugendlichen mit Krebs.
       Um diesen Zielen Schritt für Schritt näher zu kommen, legt SIOP Jahr für Jahr einen Weltkongress für Kinderonkologie aus. Dort treffen sich Ärzte, Grundlagenforscher, Psychologen, Krankenschwestern und Krankenpfleger, Eltern und ehemalige Patienten aus aller Welt, um neue Entwicklungen zu diskutieren. Außerdem haben die aktive Zusammenarbeit mit, um nur ein paar zu nennen, der Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization, WHO) zu Themen wie Palliativ-Versorgung, oder mit dem Internationalen Netzwerk für Krebstherapie und –forschung (International Network for Cancer Treatment and Research, INCTR) zur Entwicklung von Behandlungsprotokollen für junge Krebspatienten in den Entwicklungsländern, SIOP zur stärksten Stimme krebskranker Kinder und Jugendlicher überall auf der Welt gemacht.
       Dieses Jahr trifft sich SIOP zum vierzigsten Mal - in Deutschland in Berlin - ganz besonders, um unter dem Motto “Care and Cure – New Horizons” neue Ziele und Zukunftsperspektiven zu erarbeiten. Beispielsweise konnten, basierend auf Ergebnissen verschiedener molekularbiologischer Krebsforschungsprojekte, in den letzten Jahren Chemotherapeutika entwickelt werden, deren Wirkung weniger den gesunden Zellen schadet, die also weniger Nebenwirkungen erzeugen. Außerdem haben bestimmte Gesetzesreformen in Europa zur Intensivierung und Verbesserung der pädiatrischen Pharmaforschung geführt, während andere die Rolle des Pflegepersonals in der Kinderonkologie neu definieren und so den Klinikalltag für Behandlungsteam und Patienten verändern werden. So entstehen neue Aussichten für Kinder und Jugendliche mit Krebs.
       Über 2000 Kinder und Jugendliche erkranken, und 500 sterben in Deutschland jährlich immer noch aufgrund einer bösartigen Erkrankung. Somit ist Krebs nach Autounfällen immer noch die häufigste Todesursache in dieser Altersgruppe! Um die Heilungsraten weiter zu steigern sind innovative, doch oft auch kostspielige Behandlungsstrategien unbedingt erforderlich. Hier setzt das Kompetenznetz für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (KPOH) ein: durch gebündelte Expertise aus verschiedenen medizinischen und basiswissenschaftlichen Bereichen, durch die Etablierung neuer Kommunikations- und Kooperationsstrukturen sowie durch die Realisierung multidisziplinärer Projekte. Die Stimme des KPOH und auch offizielle Website der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) ist www.kinderkrebsinfo.de, ein Informationsportal, das allen Kindern, Jugendlichen, Familien, Krankenschwestern und –pflegern, Ärzten, Studenten, Wissenschaftlern und allen anderen gewidmet ist, die sich mit dem Schicksalsschlag Krebs auseinandersetzen müssen oder mussten.

Neben der finanziellen Unterstützung durch ihre Mitglieder und Freunde haben sich vorausschauende Unternehmen und Organisationen wie Aventis, Behring, Baxter, als ‘My Child matters’- Programm zusammengetan und SIOP stetig und enthusiastisch unterstützt. Das Engagement und die bereitgestellten Gelder dieser Sponsoren sind für SIOP’s Mission unentbehrlich. Durch treue Partnerschaft helfen sie SIOP dabei, krebskranken Kindern und Jugendlichen noch mehr Liebe, Hoffnung und Fürsorge zu geben.

G. Tallen, 20.02.2008
                              





Neuer Schritt bei der Tumorentstehung durch Adenoviren entdeckt

Hamburg, 22.01.2008 Bei der Entstehung von Krebs spielt das Adenovirus häufig eine wichtige Rolle. Es setzt nicht nur die Kontrolle über gesundes Zellwachstum außer Kraft, sondern zerstört auch die Reparaturmöglichkeiten der gesunden Zellen. Am Heinrich-Plette-Institut an der Universität Hamburg, einem außeruniversitären Forschungsinstitut der Leibniz Gemeinschaft, entdeckten Wissenschaftler, dass Adenovieren des Typs 5 (Ad5) in der gesunden Zelle einen Proteinkomplex so verändern, dass Komplexe, die das Erbgut reparieren und Prozesse, die die natürliche Zellalterung steuern, nicht mehr funktionieren. Die Forscher haben damit einen zweiten Mechanismus im Zellgeschehen herausgefunden, der eine Tumorbildung verursachen kann. Bisher war nur bekannt, dass Ad5-Viren zelluläres Protein binden und auf diese Weise außer Funktion setzen können, das normalerweise die Zellteilung kontrolliert und als Tumorsuppressor wirkt. Mehr



Ursachen für Leukämieentstehung
SCIENCE 1/2008