Archiv Preisträger des Dietrich-Niethammer-Preises

Autor: Ingrid Grüneberg, erstellt am: 13.10.2014, Redaktion: Prof. Dr. med. Ursula Creutzig, Zuletzt geändert: 13.10.2014

Preisträger 2013

Der Dietrich-Niethammer-Preis ist 2013 an zwei Preisträger für ihr Lebenswerk vergeben worden: an Prof. em. Dr. Günther Schellong (Münster) und an Prof. em. Dr. Ulrich Göbel (Düsseldorf). Die Preisverleihung erfolgte auf der GPOH-Tagung in Frankfurt/Main am 22.11.2013.

Die beiden Preisträger unter sich: Prof. Dr. Günther Schellong (links) und
Prof. Dr. Ulrich Göbel (rechts)

Preisverleihung Prof. Dr. Günther Schellong

(v.l.n.r.) Prof. Dr. Ursula Creutzig (Laudatio), Prof. Dr. Günther Schellong (Preisträger), Prof. Dr. Angelika Eggert (GPOH-Vorsitzende), Peter Pfuhlmann (Pierre Fabre)

Professor Schellong gab durch sein nachhaltiges Engagement und seine wissenschaftlichen Leistungen der Deutschen Kinderonkologie neue Impulse und Antrieb. Er hat sich seit 1978 der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Morbus Hodgkin gewidmet. Im Rahmen der fünf von ihm geleiteten Therapiestudien konnte bereits das Risiko für Langzeitnebenwirkungen nach Strahlen- aber auch nach Chemotherapie verringert werden. Nach seiner Emeritierung 1991 widmete er sich der Analyse der Langzeitfolgen der Behandlung des Morbus Hodgkin bei den früheren Studienpatienten. Diese Langzeitüberlebenden wurden anschließend über ihre Risiken informiert, wie z.B. über schwere Infektionen nach Milzentfernung, über das Risiko für Sekundärmalignome, über Herzklappenfehler nach Bestrahlungen der Brust und über Brustkrebs bei Mädchen. Das erreichte Langzeit-Follow-up bei Morbus Hodgkin ist weltweit führend (Median 18 Jahre, Altersmedian 31 Jahre).
Die Ergebnisse zum Brustkrebs-Screening werden Januar 2014 im Deutschen Ärzteblatt publiziert.

Zu den kürzlich publizierten Arbeiten Prof. Schellongs gehört:

  1. Schellong G, Riepenhausen M, Bruch C, Kotthoff S, Vogt J, Bölling T, Dieckmann K, Pötter R, Heinecke A, Brämswig J, Dörffel W: Late valvular and other cardiac diseases after different doses of mediastinal radiotherapy for hodgkin disease in children and adolescents: Report from the longitudinal GPOH follow-up project of the German-Austrian DAL-HD studies. Pediatric blood & cancer 2010, 55: 1145-52. [PMID: 20734400]

Preisverleihung Prof. Dr. Ulrich Göbel

(v.l.n.r.) Prof. Dr. Arndt Borkhardt (Laudatio), Prof. Dr. Ulrich Göbel, Prof. Dr. Angelika Eggert (GPOH-Vorsitzende), Peter Pfuhlmann (Pierre Fabre)

Professor Göbel war von 1984 – 2006 Direktor der Klinik für Kinder-Onkologie, -Hämatologie und Klinischen Immunologie am Universitätsklinikum Düsseldorf. Sein wissenschaftlicher Schwerpunkt betraf die Entwicklung einer effektiven Therapie für Kinder und Jugendliche mit Keimzelltumoren. Er leitete seit 1983 federführend die MAKEI-Studiengruppe über mehr als 20 Jahre. In Düsseldorf baute er die überregional angesehene Gerinnungsambulanz auf sowie eine große hämatologische Ambulanz zur Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit Sichelzellanämie und Thalassämie. Nach seiner Emeritierung engagierte sich Professor Göbel im Kinderonko- hämalologischen Zentrum in Perm/Russland und erhielt dort als erster ausländischer Hochschullehrer die Ehrenprofessur der Medizinischen Akademie Perm. Ihm war die Langzeitnachsorge der ehemaligen Patienten ebenfalls ein wesentliches Anliegen.

Preisträger 2012

Die Überreichung des Preises erfolgte während der feierlichen Eröffnung der 108. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. in Hamburg. Die 108. Jahrestagung fand gemeinsam mit der 80. Wissenschaftlichen Halbjahrestagung der GPOH statt.

Preisträgerin:
Prof. Dr. med. Gritta Janka

 

Die Preisträgerin wurde ausgezeichnet für ihr jahrelanges Engagement, das nachhaltig die „Studienlandschaft in Deutschland erfolgreich mitgeprägt und außerdem die Forschung in der Pädiatrischen Hämato-Onkologie maßgeblich vorangebracht hat“ (aus der Preisbegründung).
G. Janka ist Koordinatorin des von der Europäischen Union initiierten Projektes CureHLH. Das Projekt beschäftigt sich mit der seltenen hämatologischen Erkrankung Hämophagozytische Lymphohistiozytose (HLH), einer Immunerkrankung. G. Janka leitet die Studie HLH 2004 an der Universitätsklinik Hamburg Eppendorf und dient als bundesweite Ansprechpartnerin bei Diagnose und Rückfragen dieser seltenen Erkrankung. Des weiteren ist G. Janka Studienleiterin der kooperativen ALL-Studie, CoALL-07-03 (Aku­te lym­pha­ti­sche Leuk­ämie). Diese Studie befindet sich im Status der Nachbeobachtung.

Preisträger 2011

Prof. Dr. Hermann Müller

Herr Prof. Dr. Hermann Müller (Oldenburg) ist der erste Preisträger des Dietrich Niethammer-Preises. Der Preis wurde am 4. November 2011 auf der GPOH Tagung in Frankfurt überreicht.
H. Müller hat sich insbesondere um die Versorgung von krebskranken Kindern in dem großen ländlichen Einzugsgebiet Weser-Ems gekümmert. Er hat das Netzwerk zur Koordination der ambulanten Versorgung „Verbund PädOnko Weser-Ems“ 2001 ins Leben gerufen und damit den Betroffenen lange Anfahrtswege und stationäre Kurzaufenthalte erspart. Der „Verbund PädOnko Weser-Ems“ sichert eine qualitativ hochwertige ambulante Versorgung und hat damit Modellcharakter auch für andere Einzugsgebiete.
H. Müller engagiert sich weiterhin für Patienten mit Kraniopharyngeom. Er ist Leiter der gleichnamigen Studie. Er hat den ersten internationalen Interdisciplinary Postgraduate Course on Childhood Craniopharyngioma 2011 ins Leben gerufen und wissenschaftlich geleitet. Für Patienten mit Kraniopharyngeom veranstaltet die Deutsche Kinderkrebsstiftung jährliche Treffen, die von H. Müller geleitet werden. Zahlreiche wissenschaftliche Publikationen stammen von ihm und seiner Arbeitsgruppe.

Das Projekt „Verbund Pädiatrische Onkologie Weser-Ems“ wurde 2009 mit dem Nachsorgepreis der Deutschen Kinderkrebsnachsorgestiftung ausgezeichnet.
2007 erhielt H. Müller den Förderpreis der Niedersächsischen Krebsgesellschaft und 2010 den Best Practice Award der Deutschen Krebsgesellschaft.

Preisverleihung auf der GPOH-Tagung am 04.11.2011 in Frankfurt
H. Müller, P. Pfuhlmann (Pierre Fabre), D. Niethammer, T. Klingebiel (GPOH-Vorsitzender)