Überblick Pädiatrische Onkologie und Vorstellung nationaler/ internationaler Fachgesellschaften und Organisationen

Hier erhalten Sie einen Überblick über den Stand der Pädiatrischen Onkologie und Hämatologie in Deutschland. Weiterhin werden Fachgesellschaften und Organisationen in Deutschland, Europa und der Welt vorgestellt.

Autor: Gesche Tallen, MD, PhD, Ingrid Grüneberg, erstellt am: 26.05.2010, Freigabe: Prof. Dr. med. U. Creutzig, Zuletzt geändert: 15.10.2015

Die pädiatrische Onkologie in Deutschland

Häufigkeitsverteilung der verschiedenen Krebserkrankungen

Krebs bei Kindern und Jugendlichen macht zwar insgesamt nur 1% aller Erkrankungen beim Menschen aus, ist aber dennoch die häufigste tödliche Erkrankung und die zweithäufigste Todesursache bei europäischen Kindern nach dem ersten Lebensjahr. In Deutschland wird bei ca. 2000 Kindern und Jugendlichen im Jahr eine Krebserkrankung diagnostiziert, in ganz Europa bei 15.000.

Die häufigsten Krebserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland (in Prozent):
Leukämien (31%), ZNS-Tumoren (24%) und Lymphome (14%).
Abkürzungen: ZNS - zentrales Nervensystem
Quelle: Deutsches Kinderkrebsregister 2015

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Entwicklung der Überlebensraten bei Kindern und Jugendlichen mit Krebserkrankungen in Deutschland

Eine tödliche Erkrankung ist heilbar geworden.

Bis Ende der 60-er Jahre kam die Aussage "Ihr Kind hat Krebs" einem Todesurteil gleich, denn die durchschnittlichen Überlebensraten lagen damals unter 20%. Diese ungünstige Prognose konnte in den letzten 40 Jahren deutlich verbessert werden: In den Industrienationen überleben heute etwa 80% aller Kinder und Jugendlichen mit Krebserkrankungen.

Kontinuierliche Zunahme der Überlebensraten in Deutschland.
Diese Auswertung umfasst den Zeitraum 1940 - 2014.

Anstieg der Überlebensraten in Deutschland. Bis 1980 werden 2-Jahres-Überlebensraten dargestellt, seit 1980 5-Jahres-Überlebensraten. Quelle: Deutsches Kinderkrebsregister, Kompetenznetz Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (KPOH).

Deutsche Fachgesellschaft

In Deutschland waren dies anfangs die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Leukämieforschung (DAL) und die Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie (GPO), die sich im November 1991 zur Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) e.V. zusammengeschlossen haben. Sitz des Vereins ist Frankfurt am Main. Die Aufgaben der GPOH e.V. sind vielfältig; sie lassen sich in die Aufgaben der unmittelbaren Behandlung der Patient/innen, der Erforschung der Erkrankungen, die Fort-und Weiterbildung und in die Kooperation mit anderen Fachgesellschaften differenzieren.

Durch den kontinuierlichen Fortschritt in der Grundlagen- und klinischen Forschung, mit neuen Therapiekonzepten und neuen Medikamenten in der Tumortherapie und Verbesserung der supportiven Maßnahmen, sind die Heilungsaussichten schrittweise verbessert worden. Entscheidend dafür war der Zusammenschluss von Kinderonkologen in nationalen und internationalen Fachgesellschaften und die Durchführung von multizentrischen kooperativen Therapiestudien.

Europäische und weltweite Fachgesellschaften

Auf internationaler Ebene sind die Internationale Berlin-Frankfurt-Münster-Studiengruppe (I-BFM-SG, für Leukämien und Lymphome) und die Internationalen Gesellschaft für Kinderonkologie (International Society of Paediatric Oncology, SIOP) zu erwähnen.

Hier erfahren Sie Näheres über die Fachgesellschaften und Organisationen: