HIT HGG 2013

Autor: Marion Hoffmann, PhD, erstellt am: 07.03.2018, Zuletzt geändert: 26.05.2020

HIT HGG 2013

Internationale kooperative Phase III Studie der HIT-Studiengruppe zur Behandlung des hochgradig malignen Glioms, des diffusen intrinsischen Ponsglioms und der Gliomatosis cerebri bei Kindern und Jugendlichen < 18 Jahre

Erkrankung

hochgradig malignes Gliom, diffuses intrinsisches Ponsgliom und Gliomatosis cerebri

Art

Erstbehandlung von hochgradigen Gliomen, diffusen intrinsi-schen Ponsgliomen und Gliomatosis cerebri bei Kindern <18 Jahre.

Fragestellung / Ziel

Ziel der vorliegenden Studie ist die Klärung der Frage, ob die zusätzliche Verabreichung des Histon-Deacetylase (HDAC)-Inhibitors Valproinsäure (VP) parallel zur Radiochemotherapie und Erhaltungstherapie mit Temozolomid ein verbessertes Überleben in der zu untersuchenden Patientenpopulation bedingen kann. Dazu soll die Temozolomid-Radiochemotherapie mit VPA mit einer Temozolomid-Radiochemotherapie-Vergleichskohorte aus der klinischen Vorgängerstudie HIT-HGG-2007 verglichen werden.
Neben der therapeutischen Effizienz mittels Bestimmung des ereignisfreien Überlebens (event-free survival, EFS) und des Gesamtüberlebens (overall survival, OS) werden auch behandlungsbedingte Toxizitäten untersucht.

Therapie / Studienarme

Nach der Sicherung der Diagnose durch das Referenzzentrum erfolgt der Einschluss in die Studie.
Nach Beginn der Induktionstherapie mit VPA erfolgt die kombinierte Radiochemotherapie (Fraktionierte Lokalbestrahlung mit einer Gesamtdosis von 54-60 Gy und täglich dazu orales Temozolomid für maximal 49 Tage) und zusätzlich täglich orale Valproinsäure.
Vier Wochen nach Beendigung der simultanen Radiochemotherapie beginnt eine jeweils 5 Tage dauernde Behandlung mit oralem Temozolomid [150-200 mg/m2/d], die im Abstand von 28 Tagen insgesamt 12 Mal wiederholt wird. VPA wird bis zum 28. Tag des 12. Temodal-Zyklus verabreicht.

Einschluss-Kriterien
  • Neu diagnostiziertes, bisher unbehandeltes und durch referenzhistologische Begutachtung bestätigtes hochgradiges diffuses Gliom (WHO Grad IV), anaplastisches Astrozytom (WHO Grad III).
  • Neudiagnostiziertes, bisher nicht behandeltes und durch referenzradiologische Begutachtung gesichertes diffuses intrinsisches Ponsgliom.
  • Neudiagnostizierte, bisher nicht behandelte, durch referenzradiologische Begutachtung gesicherte Gliomatosis cerebri aller WHO-Grade
  • Patientenalter bei Diagnosestellung ≥ 3 Jahre und < 18 Jahre
  • Schriftliche Einwilligung zur Studienteilnahme durch den Patienten bzw. dessen gesetzlichen Vertreter
Ausschluss-Kriterien
  • Vom Studienprotokoll abweichende Vorbehandlung eines pädiatrischen hochgradigen Glioms (WHO Grad IV), anaplastischen Astrozytoms (WHO Grad III), (radiologisch gesicherten) diffusen intrinsischen Ponsglioms und (radiologisch gesicherter) Gliomatosis cerebri.
  • Bekannte Allergien/Überempfindlichkeit gegen die Studienmedikation und/oder Dacarbazin
  • Eine vorausgegangene Chemotherapie innerhalb der letzten 30 Tage vor Beginn der Behandlung nach HIT-HGG-2013 oder Bestrahlung, welche die protokollgerechte Durchführung der Radiotherapie entsprechend des vorliegenden Protokolls nicht mehr erlaubt
  • Andere (simultane) Malignome
  • Schwangerschaft / Stillen
  • Sexuell aktive Patienten, die eine zuverlässige Kontrazeption ablehnen (z.B. Orale Kontrazeption; Intrauterinpessar, Kondome in Kombination mit Spermiziden)
  • Aktuelle oder kürzlich (innerhalb der letzten 30 Tage vor Start der Behandlung nach HIT-HGG-2013) stattgefundene Behandlung mit einer anderen Studienmedikation oder Teilnahme in einer anderen Behandlungsstudie.
  • Klinische Hinweise (z. B. ein constitutional mismatch repair deficiency score ≥ 3; Wimmer et al. 2014) und/oder andere Hinweise (z. B. fehlende intratumorale immunhistochemische Expression von mindestens einem der Mismatch-Repair-Proteine MLH1, MSH2, MSH6 und PMS2, und/oder eine hohe Mikrosatelliten-Instabilität) auf einen vorliegenden biallelischen (konstitutionellen) Mismatch-Repair-Defekt (bMMRD/CMMRD) oder einen vorliegenden heterozygoten Mismatch-Repair-Defekt (hereditäres nicht-polypöses Kolonkarzinom-Syndrom/HNPCC Syndrom/Lynch Syndrom).
  • Sehr schlechter klinischer Allgemeinzustand mit Notwendigkeit einer mechanischen Beatmung und/oder intravenösen Katecholamingabe und/oder schwerster neurologischer Schädigung
  • Vorbekannte schwere Begleiterkrankung (z. B. schwerer angeborener Immundefekt)
  • Bekannte HIV-Positivität
  • Vorbekannte schwerwiegende, manifestierte Lebererkrankungen wie Porphyrie oder eine eigen- oder familienanamnestische schwere hepatische Dysfunktion, insbesondere medikamentenassoziiert
  • Vorbekannte schwerwiegende Erkrankung der Bauchspeicheldrüse
  • Vorbekannte tödliche Leberdysfunktion bei Geschwistern, die mit Valproinsäure behandelt wurden
  • Bekannter Defekt des Harnsäurezyklus
  • Vorbekannte Erkrankungen mitochondrialen Ursprungs, hervorgerufen durch genetische Mutationen im Gen der Polymerase Gamma (POLG), z .B.: Alpers-Huttenlocher Syndrom oder bei Verdacht auf POLG-ähnliche Erkrankungen bei Kindern im Alter von unter zwei Jahren
  • Vorbekannte schwerwiegende Gerinnungsstörungen (im Fall einer Thrombopenie bitte vor Behandlungsbeginn die Grundvoraussetzungen zum Blutbild beachten)
  • Der Einsatz von Valproinsäure im Rahmen der Behandlung einer vorbestehenden Epilepsie (Ausnahme: Die Behandlung einer tumorassoziierten Epilepsie mit Valproinsäure wird toleriert, sofern der Zeitabstand zwischen Start der Behandlung mit VPA und Studieneinschluss ≤ 8 Wochen beträgt.
Patientenanzahl 167
Status Dauer: 5,4 Jahre
EudraCT 2013-004187-56
Eintrag Studien- Register
Leiter Prof. Dr. med. C. Kramm
E-Mail hit-hgg-studie@med.uni-goettingen.de
Kontakt

Studienleiter

Prof. Dr. med. Christof Kramm Klinik- für Kinder- und Jugendmedizin Leiter Abteilung Pädiatrische Hämatologie/Onkologie Robert-Koch-Str. 40 37075 Göttingen Telefon +49 551/39-63080/63081 Fax +49 551/39 63083 christof.kramm@med.uni-goettingen.de

Studienkoordination

Marion Hoffmann, PhD Universitätsmedizin Göttingen Klinik für Kinder und Jugendmedizin, Pädiatrische Onkologie und Hämatologie Robert-Koch-Str. 40 37075 Göttingen Telefon +49 (551) 39 63085 Fax +49 (551) 39 63083 mhoffmann@med.uni-goettingen.de

Nationaler Leiter Österreich

Univ. Prof. Dr. med. Martin Benesch Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde Abt. Pädiatrische Hämatologie/Onkologie Auenbruggerplatz 30 A 8010 Graz Telefon +43-316-385-80427 Fax +43-316-385-3450 martin.benesch@klinikum-graz.at

Nationaler Leiter Schweiz

Dr. med. Nicolas Gerber Kinderspital Zürich Onkologie Steinwiesstr. 75 8032 Zürich Telefon +41 (044) 266 74 55 Fax +41 (044) 266 78 34 nicolas.gerber@kispi.uzh.ch

Studiendokumentation

Silke Kullmann Georg-August-Universität Universitäts-Kinderklinik, Pädiatrie I Robert-Koch-Str. 40 37075 Göttingen Telefon +49 (551) 39 63086 Fax +49 (551) 39 63087 silke.kullmann@med.uni-goettingen.de

Denise Lauerer UMG Universitätsmedizin Göttingen HIT-HGG-Studienzentrale Robert-Koch-Str. 40 37075 Göttingen Telefon +49 (551) 39 20 632 denise.lauerer@med.uni-goettingen.de

Weitere Informationen Sponsor: Georg-August-Universität Göttingen, Stiftung Öffentlichen Rechts, Universitätsmedizin Göttingen, Vorstand, Robert-Koch-Straße 42, 37075 Göttingen; Deutschland
Förderung Deutsche Kinderkrebsstiftung, Bonn, Deutschland