EURO-E.W.I.N.G. 99

Titel EURO-E.W.I.N.G. 99 (EUROpean Ewing tumour Working Initiative of National Groups - Ewing Tumour Studies 1999)
Erkrankung Ewing-Tumoren (Ewing-Sarkom, PNET, Askin-Tumor, Weichteil Ewing-Tumor)
Art Prospektive, randomisierte, multizentrische Therapieoptimierungsstudie
Fragestellung / Ziel

Die EURO-E.W.I.N.G. 99-Studie ist eine randomisierte, prospektive, internationale, multizentrische Studie zur Behandlung von Patienten mit lokalisierten und primär metastasierten Ewing-Tumoren. Die Studie wird in Kooperation der GPOH, UKCCSG, EORTC, SFOP, SIAK und COG durchgeführt. Alle Patienten erhalten zunächst 6 Kurse einer einheitlichen Induktionschemotherapie mit VIDE. Danach ist die Lokaltherapie vorgesehen. Für Chemotherapie, die sich an die Lokaltherapie anschließt, werden die Patienten nach Risikofaktoren in unterschiedliche Therapiearme gruppiert.

Für drei Risikogruppen werden randomisierte Fragestellungen gestellt:
Gruppe 1: Patienten mit lokalisiertem Tumorbefall und günstigem Risikoprofil (Therapiearm R1) erhalten eine Fortsetzung der Therapie im Standardarm VAI oder im Therapiearm VAC.
Gruppe 2: Patienten mit lokalisiertem Tumorbefall und ungünstigem Risikoprofil erhalten eine Fortsetzung im Standardarm VAI oder eine Hochdosistherapie (Bu-Mel) mit anschließender autologer Stammzellretransfusion.
Gruppe 3: Patienten mit initial pulmonaler Metastasierung erhalten eine Fortsetzung mit der Standardtherapie VAI oder eine Hochdosistherapie (Bu-Mel) mit anschließender autologer Stammzellretransfusion.

Ein weiteres Studienziel besteht in der Entwicklung neuer Therapiestrategien für Hochrisikopatienten mit primär extrapulmonaler Metastasierung. Eine Phase-II-Studie ermittelt, ob eine vorgeschaltete Therapie aus 2 Kursen Irinotecan eine Verbesserung in der Behandlung der Patienten erbringt. Die Irinotecantherapie kann nur an ausgewählten Zentren durchgeführt werden. Ein Kontakt zu diesen Zentren kann über die Studienleitung hergestellt werden. Für die Hochrisikopatienten sind ebenfalls 6 Kurse VIDE und nachfolgend unterschiedliche Hochdosistherapieregime mit autologer Stammzellretransfusion vorgesehen.

Darüber hinaus sind weitere Fragestellungen an das Studienprotokoll geknüpft, insbesondere die prognostische Bedeutung unterschiedlicher molekulargenetische Veränderungen (Fusionstranskripte) beziehungsweise deren Nachweis in Knochenmark- und Stammzellpräparaten. Beim Ewing-Tumor treten unterschiedliche Gruppen charakteristischer Fusionstranskripte auf. Es soll überprüft werden, ob die unterschiedlichen Fusionstranskripte mit einer unterschiedlichen Prognose vergesellschaftet sind. Außerdem soll überprüft werden, welche Bedeutung der Nachweis einer minimalen Resterkrankung, bei der nur molekulargenetisch, nicht aber mikroskopisch Hinweise auf Tumorreste festgestellt werden.

Einschluss-Kriterien
  1. Histologisch bestätigter Ewing-Tumor des Knochens oder Weichgewebes
  2. Alter: jünger als 50 Jahre
  3. Basisdiagnostik abgeschlossen, Ausdehnung der Erkrankung bekannt
  4. Nicht mehr als ein Kurs einer protokollfremden Chemotherapie
  5. Einwilligungserklärung durch Erziehungsberechtigte und/oder Patienten gemäß nationalen Richtlinien
  6. Genehmigung des Protokolls durch die zuständige Ethikkommission des behandelnden Krankenhauses
Ausschluss-Kriterien
  1. Zeitraum zwischen Datum der definitiven Biopsie und Meldung > 45 Tage
  2. Zeitraum zwischen Datum der definitiven Biopsie und Beginn der Chemotherapie > 45 Tage
  3. Pathologische Herzfunktion (SF < 29 % oder EF < 40 %)
  4. Pathologische Nierenfunktio (GFR < 60 ml/min/1.73 m²)
  5. Sonstige medizinische, psychologische oder soziale Gründe, die einer protokollgerechten Therapie entgegenstehen
Patientenanzahl 1702 (insgesamt), 1287 (zugelassen zur Randomisation) davon 770 randomisiert
Status 01.12.1999 bis voraussichtlich 31.12.2007 (Anschlussstudie Beginn 2009)
EudraCT
Eintrag Studien- Register Controlled Trials: ISRCTN61438620
Deutsches Krebsstudienregister: DKR-ID 257
Leiter Prof. Dr. med. H. Jürgens
E-Mail mailto:ewing@uni-muenster.de
URL http://euro-ewing.uni-muenster.de
Kontakt

Koordination Deutschland

Prof. Dr. med. Uta Dirksen
Univ.-Klinikum Essen, Klinik für Kinderheilkunde III
Päd. Hämatologie und Onkologie
Hufelandstr.45
45122 Essen
Telefon +49 (201) 723 3784
Fax +49 (201) 7235386
uta.dirksen@uk-essen.de

Koordination Österreich

Prof. Dr. med. Ruth Ladenstein
St. Anna-Kinderspital
Children´s Cancer Research Institute (CCRI)
Kinderspitalgasse 6
1090 Wien
Telefon +43 (1) 40470 4750
Fax +43 (1) 40470 7430
ruth.ladenstein@ccri.at

Koordination Schweiz

Prof. Dr. med. Ruth Ladenstein
St. Anna-Kinderspital
Children´s Cancer Research Institute (CCRI)
Kinderspitalgasse 6
1090 Wien
Telefon +43 (1) 40470 4750
Fax +43 (1) 40470 7430
ruth.ladenstein@ccri.at

Weitere Informationen Seit Beginn der Studie sind in der zentralen Datenbank in Leicester 1702 Studienpatienten mit einem neu diagnostizierten Ewing-Sarkom registriert worden (Stand: März 2006). Dabei stellt sich aufgrund des guten histologischen Response auf die Induktionschemotherapie mit VIDE eine Patientenüberrekrutierung im R1- Arm zu ungunsten des R2loc-Arms dar. Erfreulicherweise haben sich im weiteren Verlauf des Projekts COG, Belgien, Hongkong, Niederlande, Schweden und Tschechien der EURO-E.W.I.N.G. 99 - Studie angeschlossen. In Schweden werden Patienten mit lokalisierten Ewing-Tumoren im Rahmen der EE 99-Studie (R1-, R2loc-Arm) behandelt, die COG-Gruppe nimmt an der Therapie für Patienten mit primären Lungenmetastasen teil.

[PAU2001c] [SCH2003g] [DIR2005] [JüR2006]
Verweis(e) Studienliteratur Ewing-Sarkom
Förderung Die EURO-E.W.I.N.G. 99-Studie wird von der Deutschen Krebshilfe gefördert.