Therapieabweichungen bei AML-Patienten mit Down-Syndrom

Autor: Maria Yiallouros, erstellt am: 14.04.2008, Zuletzt geändert: 02.03.2021

AML-Patienten mit Down-Syndrom erhalten eine weniger intensive Behandlung als die übrigen Standardrisikopatienten: Die zu verabreichenden Zytostatika werden zum Teil schwächer dosiert (zum Beispiel Anthrazykline wie Daunorubicin und Idarubicin). Außerdem erhalten die Patienten weniger intrathekale Zytostatikagaben und es erfolgt keine Schädelbestrahlung und keine Dauertherapie.

Grund für die Therapiereduzierung ist, dass Patienten mit Down-Syndrom in besonderem Maße durch Infektionen gefährdet sind, die im Zuge einer intensiven Chemotherapie auftreten können. Da AML-Patienten mit Down-Syndrom andererseits besonders gut auf die Behandlung mit Zytostatika ansprechen und ihre Prognose sehr gut ist, ist die abgeschwächte Therapie nicht nur ausreichend, sondern infolge der geringeren Nebenwirkungen sogar günstiger als eine intensivere Behandlung. Die guten Therapieergebnisse werden dadurch nicht geschmälert. [CRE2012a] [CRE2005] [CRE1995b] [HAS2016] [UFF2017]

Für Kinder und Jugendliche mit Down-Syndrom und AML wurde Anfang 2021 die neue Therapieoptimierungsstudie ML-DS 2018 eröffnet. Ihr Ziel ist, die Möglichkeit einer weiteren Therapiereduzierung bei Patienten mit gutem Therapieansprechen zu überprüfen (siehe auch Kapitel „Therapieoptimierungsstudien und Register“)