Therapieabweichungen bei AML-Patienten mit Down-Syndrom

Autor: Maria Yiallouros, erstellt am: 14.04.2008, Zuletzt geändert: 05.10.2017

AML-Patienten mit Down-Syndrom erhalten eine weniger intensive Behandlung als die übrigen Standardrisikopatienten: Die zu verabreichenden Zytostatika werden zum Teil schwächer dosiert (zum Beispiel Anthrazykline wie Daunorubicin und Idarubicin). Außerdem erhalten die Patienten weniger intrathekale Zytostatikagaben und es erfolgt keine Schädelbestrahlung und keine Dauertherapie.

Grund für die Therapiereduzierung ist, dass Patienten mit Down-Syndrom in besonderem Maße durch Infektionen gefährdet sind, die im Zuge einer intensiven Chemotherapie auftreten können. Da AML-Patienten mit Down-Syndrom andererseits besonders gut auf die Behandlung mit Zytostatika ansprechen und ihre Prognose relativ günstig ist, ist die abgeschwächte Therapie nicht nur ausreichend, sondern sogar günstiger als eine intensivere Behandlung [CRE2012a] [CRE2005] [CRE1995b] [RAV1992].

Kinder und Jugendliche mit Down-Syndrom und AML werden seit Juni 2007 im Rahmen eines Registers (Register ML-DS 2006) erfasst, das auch eine Behandlungsleitlinie bereitstellt.