Beschreibung: Was ist ein Hodgkin-Lymphom?

Autor: Maria Yiallouros, erstellt am: 04.02.2009, Zuletzt geändert: 19.06.2018

Das Hodgkin-Lymphom ist eine bösartige (maligne) Erkrankung des lymphatischen Systems [lymphatisches System]. Es gehört zu den malignen Lymphomen.

Der Begriff „malignes Lymphom“ bedeutet wörtlich übersetzt „bösartige Lymphknotengeschwulst“. In der medizinischen Fachsprache ist damit eine große Gruppe von Krebserkrankungen gemeint, die von Zellen des lymphatischen Systems ausgehen und als ein Hauptmerkmal Lymphknotenschwellungen (Lymphome) hervorrufen können.

Maligne Lymphome werden prinzipiell in das nach dem Arzt und Pathologen Dr. Thomas Hodgkin benannte Hodgkin-Lymphom und die Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) eingeteilt. Das Hodgkin-Lymphom wird häufig auch als Morbus Hodgkin bezeichnet (Morbus ist lateinisch und bedeutet Krankheit).

Zu den NHL gehören, wie der Name vermuten lässt, alle bösartigen Lymphome, die kein Morbus Hodgkin sind. Die Unterscheidung zwischen Hodgkin- und Non-Hodgkin-Lymphomen ist nur durch die feingewebliche (histologische) Untersuchung von befallenem Gewebe möglich.

Ein Hodgkin-Lymphom kann überall dort im Körper entstehen, wo sich lymphatisches Gewebe befindet. Am häufigsten sind die Lymphknoten betroffen, aber auch andere Organe wie Milz, Lunge, Knochenmark, Knochen oder Leber können – vor allem in fortgeschrittenen Krankheitsstadien – befallen sein.

Von welchen Zellen geht ein Hodgkin-Lymphom aus?

Der Morbus Hodgkin entsteht durch eine bösartige Veränderung (Entartung) der B-Lymphozyten, einer Gruppe weißer Blutkörperchen (Blutzellen), die sich vor allem im Blut und in den lymphatischen Geweben aufhalten [KUP1999]. Lymphozyten sind, wie alle weißen Blutzellen, wesentliche Bestandteile des Immunsystems. Sie haben eine Schlüsselfunktion bei der Abwehr von Infektionen, denn sie können gezielt Krankheitserreger und veränderte körpereigene Zellen erkennen und beseitigen.

Beim Hodgkin-Lymphom lassen sich in befallenen Lymphknoten oder anderen befallenen Organen unter dem Mikroskop mehrkernige Riesentumorzellen nachweisen, die nach ihren Erstbeschreibern, den Ärzten Dorothy Reed und Carl Sternberg, „Reed-Sternberg-Zellen“ genannt werden. Sie entstehen, wie man heute weiß, durch den Zusammenschluss einkerniger „Hodgkin-Zellen“, welche entartete B-Lymphozyten darstellen. Hodgkin-Zellen und Reed-Sternberg-Zellen sind charakteristisch für das Hodgkin-Lymphom. Sie kommen bei Non-Hodgkin-Lymphomen nicht vor.

Welche Formen des Hodgkin-Lymphoms gibt es?

Aufgrund von Unterschieden im mikroskopischen Erscheinungsbild lassen sich beim Hodgkin-Lymphom insgesamt fünf feingewebliche Formen der Erkrankung unterscheiden. Hierzu zählen:

  • der „lymphozytenprädominante“ Typ,
  • der „knotige“ (nodulär-sklerosierende) Typ,
  • der „lymphozytenreiche“ Typ,
  • der „gemischtzellige“ Typ und der
  • „lymphozytenarme“ Typ.

Die vier zuletzt genannten Hodgkin-Formen werden unter dem Begriff „klassisches Hodgkin-Lymphom“ zusammengefasst (siehe auch Kapitel „Therapieplanung“).

Die verschiedenen Formen des Hodgkin-Lymphoms treten unterschiedlich häufig auf und weisen zum Teil auch Unterschiede im Krankheitsverlauf und in ihrer Heilbarkeit auf.