Erbliche Veranlagung / genetische Faktoren

Autor: Maria Yiallouros, Zuletzt geändert: 01.08.2018

Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) sind nicht im eigentlichen Sinne erblich. Allerdings hat man festgestellt, dass das Risiko für die Entstehung dieser Krebsarten erhöht ist, wenn in der Familie schon häufiger bösartige Blutkrankheiten aufgetreten sind oder wenn bestimmte angeborene oder erworbene Erbgutveränderungen vorliegen [BUR2017] [LIN1992] [ZHU1998].

So haben beispielsweise Kinder, die an bestimmten angeborenen Erkrankungen des Immunsystems (zum Beispiel Wiskott-Aldrich-Syndrom, Louis-Bar-Syndrom, Schwerer kombinierter Immundefekt (SCID), Chediak-Higashi-Syndrom) leiden, ein deutlich erhöhtes Risiko, an einem NHL zu erkranken [BUR2017] [FIL1992] [MOR1986] [KNO1999] [SUA2015]. Auch bei Patienten mit einer HIV-Infektion, einem erworbenen Immundefekt, lassen sich ungewöhnlich häufig hochmaligne NHL (B-Zell-Lymphome) beobachten [BIG2000]. Dies spricht dafür, dass eine Beeinträchtigung des körpereigenen Immunsystems die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von bösartigen Erkrankungen erhöht.

Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass manche Lymphomzellen Veränderungen der Chromosomenstruktur aufweisen. Häufig entstehen solche Chromosomenveränderung durch den Austausch von Genabschnitten zwischen zwei verschiedenen Chromosomen, einer so genannten Translokation. Der daraus resultierende Gendefekt ist daran beteiligt, dass aus einer gesunden Zelle eine Lymphomzelle wird [BUR2018] [LIO2004] [SEI2000]. Solche Genveränderungen sind jedoch nicht ererbt. Sie entstehen durch spontane Erbgutveränderungen während der Schwangerschaft oder im Laufe der weiteren Entwicklung des Kindes, auf die die Eltern jedoch keinen Einfluss haben.