Knochenwachstum

Autor: PD Dr. med. Gesche Tallen, erstellt am: 12.04.2013, Redaktion: Maria Yiallouros, Zuletzt geändert: 28.08.2017

Für die Bildung und das Wachstum der Knochen sind die Knochenbildungszellen oder Osteoblasten zuständig. Diese Zellen bilden zunächst die noch unverkalkte Knochengrundsubstanz, das Osteoid. Mit der Zeit wird in diese Grundsubstanz Kalziumphosphat eingelagert, das den Knochen hart und stabil macht.

Je nach Art des Knochens läuft das Knochenwachstum unterschiedlich ab.

  • Kurze und platte Knochen wachsen durch äußere Anlagerung von Knochensubstanz.
  • Auf diese Weise erfolgt auch das Dickenwachstum der langen Röhrenknochen.
  • Das Längenwachstum der Röhrenknochen findet dagegen im Bereich einer Knorpelscheibe statt, die sich zwischen dem Mittelteil (Diaphyse) und dem Endstück (Epiphyse) des Knochens befindet. Diese Knorpelscheibe wird auch Wachstumsfuge oder Epiphysenfuge genannt.

In der Wachstumsfuge vermehren sich zunächst die Knorpelzellen. Der neu gebildete Knorpel wird in Richtung der Diaphyse (in mehreren Schritten) allmählich in Knochen umgebaut. Mit dem Wachstumsabschluss (im Alter von etwa 20 Jahren) verschwindet die Wachstumsfuge vollständig und Diaphyse und Epiphyse wachsen knöchern zusammen.

Auch Knochenbrüche, Operationen und andere mechanische Traumen und Bestrahlungen im Bereich der Wachstumsfuge können dazu führen, dass diese das Wachstum einstellt und der Knochen nicht mehr wächst.

Aus diesem Grund spielt die Lage eines Knochentumors bei Kindern und Jugendlichen eine entscheidende Rolle bei der Behandlungsplanung. Denn man möchte unbedingt vermeiden, dass die Wachstumsfuge durch die Therapie beschädigt und damit das Körperwachstum des Patienten im Nachhinein beeinträchtigt wird.