Krankheitsbild: Was ist ein Neuroblastom?

Autor: Maria Yiallouros, erstellt am: 17.10.2011, Zuletzt geändert: 24.09.2019

Neuroblastome sind bösartige solide Tumoren, die aus entarteten unreifen Zellen des sympathischen Nervensystems entstehen. Das sympathische Nervensystem [siehe sympathisches Nervensystem] ist Teil des autonomen Nervensystems, welches die unwillkürlichen Funktionen wie Herz- und Kreislauf, Darm- und Blasentätigkeit steuert.

Neuroblastome können überall dort auftreten, wo sich sympathisches Nervengewebe befindet. Am häufigsten entstehen sie im Nebennierenmark (circa 50 % der Fälle) und im Bereich der Nervengeflechte beidseits der Wirbelsäule, im so genannten Grenzstrang.

Ist der Grenzstrang betroffen, können Neuroblastome auf jeder Höhe entlang der Wirbelsäule vorkommen: im Bauch-, Becken-, Brust- und Halsbereich. In der Mehrzahl der Fälle (zu etwa 75 %) befindet sich der Tumor im Bauchraum, davon zu über 50 % in den Nebennieren. Etwa ein Fünftel der Tumoren findet sich im Brust- und Halsbereich.

Manche Neuroblastome sind auf den Ursprungsort begrenzt, andere streuen in nahe gelegene Lymphknoten. Bei etwa der Hälfte der Patienten lassen sich zum Zeitpunkt der Diagnose bereits Absiedlungen der bösartigen Zellen (Metastasen) in andere Organe nachweisen. Am häufigsten sind das Knochenmark (mit circa 86 %), die Knochen (62 %), entfernte Lymphknoten (19 %) oder die Leber betroffen (19 %), seltener Gehirn (9 %), Haut (2 %) oder Lunge (1 %). Bei 1 % der Patienten kann kein Primärtumor entdeckt werden. Eine Besonderheit der Neuroblastome ist, dass sie sich spontan zurückbilden können [EGG2018a] [SIM2019].