Einteilung des Neuroblastoms nach feingeweblichen Eigenschaften

Autor: Dipl.-Biol. Maria Yiallouros, erstellt am: 17.10.2011, Zuletzt geändert: 06.08.2019

Während oder nach der Operation wird der Tumor feingeweblich (histopathologisch) untersucht. Dies ermöglicht zum einen, die Diagnose „Neuroblastom“ endgültig zu sichern und andere in Frage kommende Erkrankungen (zum Beispiel ein Ewing-Sarkom, einen Wilms-Tumor, bestimmte Weichteiltumoren oder ein Non-Hodgkin-Lymphom) auszuschließen. Zum anderen dient die feingewebliche Untersuchung dazu, Neuroblastome je nach Art ihrer Gewebe-Zusammensetzung weiter zu unterteilen und zu charakterisieren. Denn oft lässt sich anhand des Tumoraufbaus auch auf das Tumorverhalten schließen.

International erfolgt die histopathologische Einteilung nach der so genannten INPC-Klassifizierung (INPC steht für International Neuroblastoma Pathology Committee). Sie unterscheidet Neuroblastome mit günstigen und ungünstigen feingeweblichen Eigenschaften [SHI1999].

In Deutschland wird häufig auch das Grading-System nach Hughes angewandt [HUG1974]. Es orientiert sich daran, wie ausgereift (differenziert) die Zellen des Neuroblastoms sind. Charakteristischerweise besteht ein Neuroblastom aus unterschiedlichen Anteilen unreifer, also undifferenzierter Nervenzellen, den so genannten Neuroblasten, und teilweise oder komplett ausgereiften Nervenzellen und Schwann-Zellen. Je größer der Anteil der unreifen Nervenzellen ist und je unreifer (embryonaler) die Zellen sind, umso schneller wächst in der Regel der Tumor (siehe auch Kapitel „Krankheitsverläufe“).