Molekulargenetische Eigenschaften des Neuroblastoms

Autor: Maria Yiallouros, erstellt am: 17.10.2011, Zuletzt geändert: 12.07.2016

Die Gewebegewinnung ist nicht nur für die feingewebliche, sondern auch für die molekulargenetische Untersuchung des Tumors erforderlich. Bestimmte molekulargenetische Eigenschaften im Erbgut (DNA) des Neuroblastoms geben Aufschluss darüber, wie bösartig der Tumor ist und welche Behandlung dementsprechend erforderlich ist, um die Heilungschancen des Patienten zu erhöhen.

Es gibt vor allem zwei Veränderungen in der Tumor-DNA, die aufgrund ihres ungünstigen Einflusses auf die Prognose des Patienten bei den molekulargenetischen Untersuchungen und nachfolgend bei der Therapieplanung besonders berücksichtigt werden: die so genannte MYCN-Amplifikation- und Veränderungen im Chromosom 1(1p-Deletionen).

  • MYCN-Amplifikation: Das MYCN-Onkogen ist ein kleiner Chromosomenabschnitt (auf Chromosom 2), den alle Menschen haben. Wenn er zahlreich kopiert, also mehrfach vorliegt, dann spricht man von einer MCYN-Amplifikation. Sie gilt generell als ein ungünstiges Zeichen für die Heilbarkeit eines Neuroblastoms, unabhängig vom Alter des Patienten [BRO1984] [FIS2008].
  • 1p-Deletion: Bei der 1p-Deletion ist ein Teil des Genmaterials auf dem kurzen Arm von Chromosom 1 verloren gegangen. Auch diese Veränderung ist mit einer ungünstigen Prognose verbunden [ATT2005a] [FIS2008].

Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl weiterer bekannter molekulargenetischer Veränderungen (oder "molekulare Marker", wie die Experten sagen), die mit ungünstigen oder aber auch mit günstigen Prognosen korrelieren. Sie alle werden bei der Beurteilung eines Neuroblastoms berücksichtigt und in ihrer Bedeutung auch weiter erforscht [FIS2008] [OBE2009] [ORA2011] [PEI2015] [SCH2003i].