MIBG-Therapie

Autor: Maria Yiallouros, erstellt am: 17.10.2011, Zuletzt geändert: 11.11.2019

Bei manchen Patienten wird radioaktiv markiertes Methyljodbenzylguanidin (123-I-MIBG) nicht nur zur Diagnose eines Neuroblastoms, sondern auch zu dessen Behandlung eingesetzt (MIBG-Therapie). Voraussetzung für eine solche Behandlung ist, dass das Neuroblastom auf die im Rahmen der Diagnose durchgeführte MIBG-Szintigraphie angesprochen hat, sich also als MIBG-positiv erwiesen hat.

MIBG lagert sich hauptsächlich an Neuroblastomzellen an und kann diese durch die radioaktive Markierung sichtbar machen. Für Behandlungszwecke wird die radioaktive Dosis so hoch gewählt, dass die Tumorzellen durch die Anreicherung von MIBG im Tumorgewebe zerstört werden. Das Tumorgewebe wird quasi „von innen“ bestrahlt. Zur Durchführung dieser Therapie werden die Patienten in einer nuklearmedizinischen Abteilung für einige Tage unter besonderen Schutzmaßnahmen stationär aufgenommen.

Die Therapie kann zum Beispiel dann eingesetzt werden, wenn nach einer Chemotherapie anhand der MIBG-Szintigraphie noch Reste des Tumors und/oder der Metastasen im Körper zu finden sind, also keine völlige Rückbildung (Remission) des Tumors erzielt werden konnte. Mit der MIBG-Therapie wird das Ziel verfolgt, eine solche Remission doch noch zu erreichen [SCH2006b] [SCH2008c] [SCH2016e].

Im Rahmen der derzeitigen Behandlungsrichtlinien erfolgt die Therapie mit 131-Iod-meta-Iodobenzylguanidine (131-I-MIBG) bei Hochrisiko-Patienten, die nach der Induktions-Chemotherapie eine Megatherapie (Hochdosis-Chemotherapie und autologe Stammzelltransplantation) erhalten sollen, aber nicht in Remission sind. Letzteres ist jedoch eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die Megatherapie zu einer Heilung des Patienten führen kann. Die MIBG-Therapie soll diese Heilungschance erhöhen. Sie wird zu diesem Zweck im Anschluss an die Induktionstherapie und vor der Hochdosis-Chemotherapie durchgeführt [EGG2018a] [SIM2017] [SIM2019].