Weitere Therapieformen

Autor: Maria Yiallouros, erstellt am: 17.10.2011, Zuletzt geändert: 12.07.2016

Bei Patienten, die ein erhöhtes Rückfallrisiko haben (zum Beispiel durch ein fortgeschrittenes Krankheitsstadium und/oder ungünstige molekulargenetische Tumoreigenschaften), schließt sich an die intensive Therapiephase eine meist weniger intensive Behandlungsphase (so genannte Konsoliderungsphase) an, die sich über einen längeren Zeitraum erstreckt.

Retinsäure-Behandlung

Ein Beispiel ist die Behandlung mit Retinsäure, die dazu dient, eventuell im Körper verbliebene Krebszellen zu vernichten und somit einem Rückfall (Rezidiv) vorzubeugen.

Die Retinsäurebehandlung erfolgt in mehreren Therapiezyklen; dabei wechseln sich in der Regel 14-tägige Behandlungsphasen mit 14-tägigen oder längeren Therapiepausen ab. Da das Medikament in Tablettenform eingenommen wird, kann die Behandlung weitgehend zu Hause oder ambulant durchgeführt werden. Die Gesamtdauer der Behandlung beträgt etwa ein Jahr (sechs Monate Therapie, drei Monate Pause, drei Monate Therapie).

Neue Therapieansätze

Abgesehen von der Retinsäure-Behandlung werden weitere Methoden erprobt, die die Therapie dieser Erkrankung verbessern sollen.

So versucht man zum Beispiel mit neuen Methoden, das körpereigene Abwehrsystem des Patienten so zu beeinflussen, dass es die Krebszellen selbst besser bekämpfen kann (Immuntherapie). Hierzu werden Antikörper verwendet, die eine Oberflächenstruktur (Antigen) auf Neuroblastomzellen (das Gangliosid GD2) erkennen und attackieren. Zusätzlich werden körpereigene Immunzellen mit Zytokinen wie GM-CSF und Interleukin-2 aktiviert [PAR2013] [SIM2011a].

Außerdem können molekulare Zielstrukturen, das heißt, Moleküle der Tumorzellen, die wesentlich für das Tumorgeschehen sind, mit neu entwickelten Medikamenten therapeutisch genutzt werden. Der enorme Erkenntnisgewinn aus molekularbiologischen Studien trägt langsam Früchte.

Beispielsweise wird derzeit die therapeutische Wirkung von Hemmstoffen für ALK-Mutationen derzeit klinisch bei Patienten mit Neuroblastom-Rückfall geprüft. ALK-Mutationen sind eine Genveränderungen, die wesentlich an der Krebsentstehung und -entwicklung beteiligt ist. Durch Einsatz passender Wirkstoffe, die die mutierten Anteile der Tumorzellen blockieren, wird versucht, dem Gendefekt entgegenzuwirken [OBE2009]. Andere Wirkstoffe sind in der Entwicklung und dürften in den nächsten Jahren Anwendungsreife erreichen].