Register und Studien der CWS-Studienzentrale

Autor: Dipl. Biol. Maria Yiallouros, Dr. med. Stefanie Kube, erstellt am: 05.07.2012, Freigabe: Prof. Dr. med. Ewa Koscielniak, Zuletzt geändert: 09.06.2016

SoTiSaR

Durch das CWS-Register "SoTiSaR" (Soft Tissue Sarcoma Registry) wird die flächendeckende Registrierung aller Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Weichteilsarkomen und -tumoren gewährleistet.

Das Register schafft die Voraussetzung zur Durchführung von klinischen Studien und Begleitstudien und für die Beratung von behandelnden Ärzten. Außerdem ermöglicht es die Zusammenarbeit mit anderen Studien-/Arbeitsgruppen wie zum Beispiel LESS (Late Effects Surveillance System, Projekt zur Erfassung der Spätfolgen der Therapie) oder der Arbeitsgemeinschaft Lebensqualität (Studien zur Beurteilung der Lebensqualität nach einer Krebsbehandlung). Möglich wird auch der Datenaustausch mit anderen Registern wie dem Kindertumorregister in Mainz und Kiel.

Nur über eine komplette, nicht verfälschte Erfassung aller Patienten (und ihrer Therapieverläufe) mit diesen seltenen Tumoren ist die Kenntnis der tatsächlichen Überlebenschancen solcher Patienten sowie auch ein vertieftes Verständnis der Häufigkeit (Epidemiologie) und Biologie dieser Tumorgruppe möglich. Dies kann dazu führen, dass neue Prognosefaktoren und Therapieansätze gefunden werden. Das oberste Ziel ist, auf diese Weise die Therapie weiter zu verbessern und ihre Qualität zu sichern.

Auch die seltenen erwachsenen Patienten mit einem Rhabdomyosarkom (RMS) sollten nach der CWS-Guidance behandelt und in das CWS-Register SoTiSaR gemeldet werden.

Als erste auf diesem Modell basierende klinische Phase-III Studie wurde CWS-2007-HR am 01.07.2009 auf den Weg gebracht (siehe unten).

CWS-Guidance

Die CWS-Guidance ("Leitlinie") enthält die nach derzeitigem Wissen bestmöglichen, standarisierten Therapieempfehlungen für unterschiedliche Weichteilsarkome und Weichteiltumore. Sie wurde auf der Basis von Ergebnissen der europäischen Studien CWS-81, 86, 91, 96 und 2002P sowie anderer internationaler Studien (SIOP-MMT; italienische AIEOP- STSC, ehemals ICG; amerikanische STS COG, ehemals IRS) erarbeitet.

Für Patienten mit Rhabdomyosarkomen (RMS) wird eine Therapie empfohlen, die die CWS-Studiengruppe 2004 mit den Experten der anderen europäischen Studiengruppen im Rahmen der "European paediatric Soft Tissue Sarcoma Study Group (EpSSG)" als europäischen Standard entwickelt hat.

Zahlreiche Kinderkliniken und Behandlungseinrichtungen in ganz Deutschland sowie in anderen europäischen Ländern behandeln Kinder und Jugendliche mit einem Weichteilsarkom, seltenen Weichteiltumor oder auch mit einem Rückfall gemäß der "CWS-Guidance".

CWS-2007-HR

Die Studie CWS-2007-HR ist eine klinische Phase-III-Studie für Patienten mit einem lokalisierten Hochrisiko-Rhabdomyosarkom (Hochrisiko-RMS-Gruppe) oder einem lokalisierten rhabdomyosarkomartigen Weichteiltumor (RMS-artige Weichteilsarkom-Gruppe).

Die Studie wird randomisiert durchgeführt, das heißt, die Patienten werden nach dem Zufallsverfahren verschiedenen Therapiegruppen zugeteilt: Bei einem Teil der Patienten endet die Behandlung wie bisher mit der intensiven, stationären Chemotherapie. Der andere Teil der Patienten erhält nach Abschluss dieser Chemotherapie zusätzlich eine orale Erhaltungstherapie mit denZytostatika Etoposid, Idarubicin und Trofosfamid (O-TIE). Da die Medikamente in Tablettenform eingenommen werden, kann die Therapie ambulant erfolgen.

Mit dieser Studie soll festgestellt werden, ob eine Erhaltungstherapie bei diesen Patienten die Rate der Krankheitsrückfälle senken und die Überlebenswahrscheinlichkeit erhöhen kann. An der Studie sind zahlreiche Kinderkliniken und Behandlungseinrichtungen in ganz Deutschland sowie in anderen europäischen Ländern beteiligt.

Tumorbank

1992 wurde in der CWS-Studienzentrale in Stuttgart eine Tumorbank etabliert. Es handelt sich dabei um eine zentrale Aufbewahrungsstelle für Probenmaterial von Patienten mit Weichteilsarkomen und seltenen Weichteiltumoren. Diese Tumorbank ist Teil der zentralen Tumorbank der GPOH für solide Tumoren unter der Leitung von Prof. Dr. F. Berthold, Köln.

Ziel ist es, die Gewebeproben aller Patienten optimal auf molekularbiologische Marker hin zu untersuchen, wodurch häufig eine wesentlich präzisere Diagnosestellung möglich ist. Analysen zwischen verschiedenen Mustern an molekularbiologischen Markern und dem entsprechenden klinischen Verlauf sollen Rückschlüsse auf die prognostische Bedeutung der Marker ermöglichen und den Patienten zukünftig eine individuelle Behandlung anbieten können.

CWS-Studienzentrale

Leitung: Prof. Dr. med. Ewa Koscielniak, Prof. Dr. med. Thomas Klingebiel

CWS - Studienzentrale
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