Stadieneinteilung und Therapieplanung: Wie werden Wilms-Tumoren eingeteilt und nach welchen Kriterien wird die Behandlungsstrategie festgelegt?

Autor: Maria Yiallouros, erstellt am: 06.12.2011, Zuletzt geändert: 27.05.2016

Nachdem die Diagnose feststeht, erfolgt die Therapieplanung. Um eine möglichst individuelle, auf den Patienten zugeschnittene (risikoadaptierte) Behandlung durchführen zu können, berücksichtigt das Behandlungsteam bei der Planung bestimmte Faktoren, die die Prognose des Patienten beeinflussen (so genannte Risiko- oder Prognosefaktoren).

Die wichtigsten Prognosefaktoren bei Patienten mit einem Wilms-Tumor sind:

  • das Krankheitsstadium: das heißt, die Ausbreitung des Tumors zum Zeitpunkt der Diagnose und das Ausmaß der Tumorentfernung im Rahmen der Operation;
  • die Unterform des Wilms-Tumors: das heißt, die feingeweblichen Eigenschaften des Tumors, die Aufschluss über sein Wachstumsverhalten und somit seine Bösartigkeit geben können.

Für die Prognose des Patienten ist auch wichtig, wie gut die Erkrankung auf die präoperative Chemotherapie anspricht; Krankheitsstadium und Unterform des Tumors spielen dabei eine entscheidende, aber nicht die alleinige Rolle.

Die Wissenschaftler haben zum Beispiel herausgefunden, dass neben den feingeweblichen auch die molekulargenetischen Eigenschaften des Tumors die Entwicklung der Krankheit beeinflussen können. So scheinen bestimmte Gen- und Chromosomenveränderungen im Tumorgewebe mit einer schlechten Prognose einherzugehen.

Die verschiedenen Faktoren fließen mit unterschiedlicher Gewichtung in die Behandlungsplanung ein mit dem Ziel, für jeden Patienten durch die Auswahl der jeweils adäquaten Therapie das bestmögliche Behandlungsergebnis zu erreichen.