Einteilung des Wilms-Tumors nach Krankheitsstadien

Autor: Dipl.-Biol. Maria Yiallouros, erstellt am: 17.10.2011, Zuletzt geändert: 24.07.2019

Das Krankheitsstadium, in dem sich der Patient zum Zeitpunkt der Diagnose befindet, ist ein wichtiges Kriterium bei der Wahl der geeigneten Behandlungsstrategie. Bei der Einteilung des Wilms-Tumors nach Krankheitsstadien wird berücksichtigt, ob der Tumor die Tumorkapsel schon überschritten hat oder nicht, ob Blutgefäße oder benachbarte Lymphknoten befallen sind oder gar Fern-Metastasen vorliegen und letztlich, ob eine oder beide Nieren betroffen sind.

Ein wichtiges Kriterium bei der Definition des Stadiums ist außerdem, ob der Tumor durch eine Operation vollständig entfernt werden kann oder nicht. Aus diesem Grund ist die exakte Beurteilung des Krankheitsstadiums erst nach dem operativen Eingriff möglich.

Nach der in Deutschland üblichen Stadieneinteilung nach SIOP (der Internationalen Fachgesellschaft für Krebserkrankungen im Kindes- und Jugendalter) werden die folgenden Krankheitsstadien beim Wilms-Tumor unterschieden:

Einteilung der Wilms-Tumoren nach Krankheitsstadien (Tumorstadien)

Krankheitsstadien

Definition

Stadium I

Der Tumor ist auf die Niere beschränkt.
Die Tumorkapsel wird nicht überschritten.
Der Tumor kann vollständig entfernt werden.

Stadium II

Der Tumor überschreitet die Tumorkapsel.
Der Tumor kann vollständig entfernt werden.
Lymphknoten sind nicht befallen.

Stadium III

Der Tumor kann nicht vollständig entfernt werden oder
regionale Lymphknoten sind befallen oder
es liegt eine Tumorruptur (Riss in der Gewebestruktur) vor.
Es liegen keine Fernmetastasen vor.

Stadium IV

Fernmetastasen, insbesondere in Lunge, Leber, Knochen und Gehirn

Stadium V

Beidseitiges (bilaterales) Nephroblastom