Einteilung des Wilms-Tumors nach feingeweblichen Eigenschaften

Autor: Dipl.-Biol. Maria Yiallouros, erstellt am: 17.10.2011, Zuletzt geändert: 27.05.2016

Wilms-Tumoren können feingeweblich (histologisch) sehr unterschiedlich aufgebaut sein, je nachdem, aus welchen Gewebearten sie bestehen und wie ausgereift (differenziert) die Zellen der einzelnen Gewebe sind.

Der Gewebe-Aufbau des Tumors steht wiederum in engem Zusammenhang damit, wie gut die Erkrankung behandelt werden kann und wie gut folglich die Prognose des Patienten ist. Aus diesem Grund ist es für die Therapieplanung entscheidend zu wissen, welche Unterform (Subtyp) des Wilms-Tumors beim einzelnen Patienten vorliegt – beziehungsweise ob es sich überhaupt um einen Wilms-Tumor und nicht einen anderen Tumor handelt.

Anhand der feingeweblichen Eigenschaften (Histologie) werden Wilms-Tumoren in drei große Gruppen eingeteilt, die die Bösartigkeit (Malignität) der Krankheit widerspiegeln:

  • Nephroblastom – niedriger Malignitätsgrad (günstige Histologie )
  • Nephroblastom – intermediärer (oder mittlerer) Malignitätsgrad (Standardhistologie)
  • Nephroblastom – hoher Malignitätsgrad (ungünstige Histologie)

Jeder dieser drei Gruppen werden bestimmte Unterformen des Wilms-Tumors zugeordnet. Welche Unterformen das im Einzelnen sind, also wie die Einteilung (Klassifikation) genau erfolgt, richtet sich danach, ob das Tumorgewebe vor oder nach einer Chemotherapie untersucht und bewertet wird. In Deutschland und in anderen europäischen Ländern ist bei der Mehrheit der Patienten Letzteres der Fall: Die Gewebeentnahme und -untersuchung erfolgen nach einer präoperativen Chemotherapie.