Bewegungsstörungen

Autor: PD Dr. med. Gesche Tallen, erstellt am: 04.02.2016, Redaktion: Maria Yiallouros, Zuletzt geändert: 11.05.2016

Bewegungsstörungen können die Selbstständigkeit sowie Alltagsaktivitäten und Alltagsteilhabe mancher Überlebender stark beeinträchtigen. Sie können Folge mehrerer Langzeitfolgen gleichzeitig sein. Zu diesen gehören beispielsweise:

  • Lähmungen bei Großhirn- und Rückenmarkstumoren
  • Koordinationsstörungen (das heißt, Gleichgewichtsstörungen und Störungen der Fein- und/oder Grobmotorik) nach Tumoren in der hinteren Schädelgrube [siehe hintere Schädelgrube]
  • eine Schädigung der peripheren Nerven (Polyneuropathie) nach Behandlung mit bestimmten Zytostatika (siehe Kapitel „Polyneuropathie“)
  • Knochenschmerzen oder Skelettfehlstellungen bei hormonell bedingten Störungen des Knochenstoffwechsels (siehe Kapitel „Störungen des Knochenstoffwechsels“)
  • starke Erschöpfung (Fatigue) (siehe Kapitel „Fatigue“)

Beschwerden und Komplikationen

Zu den Anzeichen einer Bewegungsstörung beziehungsweise den möglicherweise damit einhergehenden Komplikationen gehören:

  • Schwierigkeiten bei der Koordination und dem Erlernen von Bewegungen und bei Aufgabenbewältigungen; allgemeine Ungeschicklichkeit und Unselbständigkeit
  • Spielstörungen
  • Lernstörungen (zum Beispiel hinsichtlich der Erlernung (fein-)motorischer Fähigkeiten)
  • körperliche Entwicklungsverzögerung
  • verminderte Gehstrecke, Fallneigung, häufiges Stürzen
  • Gelenkversteifungen (als Folge von Lähmungen)

Wichtige Nachsorgeuntersuchungen

In den ersten Jahren nach Abschluss der Krebstherapie sollten die Termine zum Gespräch mit den nachsorgenden Ärzten, zur körperlichen Untersuchung und neuropsychologischen Testung gemäß der Nachsorgepläne aus den Therapiestudien (siehe oben) wahrgenommen werden. Später sollte in Absprache mit den nachsorgenden Ärzten eine Diagnostik nach individuellem Bedarf erfolgen.

Förderung / Behandlung

Je nach individueller Beeinträchtigung beziehungsweise den Ergebnissen der Nachsorgeuntersuchungen können eine gezielte Ergotherapie und Physiotherapie, gegebenenfalls auch eine Logopädie (bei Bewegungsstörungen im Gesichtsbereich) als unterstützende und behandelnde Maßnahmen in Frage kommen.