Blasenentleerungsstörung

Autor: PD Dr. med. Gesche Tallen, erstellt am: 04.02.2016, Redaktion: Maria Yiallouros, Zuletzt geändert: 11.05.2016

Blasenentleerungsstörungen können bei ehemaligen ZNS-Tumorpatienten durch Schädigungen des unteren Rückenmarks entstehen. Eine solche Schädigung ist beispielsweise möglich durch einen Tumor im Hirnstamm oder Rückenmark, nach einer Operation in diesen Bereichen, im Zusammenhang mit einer systemisch bedingten Schädigung peripherer Nerven (Polyneuropathie) oder auch nach einer Strahlentherapie im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule.

Jede der genannten Ursachen kann zu einer Schädigung von Nerven führen, die für die Funktion des Wasserlassens eine Rolle spielen. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang auch von einer neurogenen Blasenentleerungsstörung. Sie kann sowohl die Urinsammelfunktion der Blase betreffen als auch den Vorgang der Blasenentleerung.

Beschwerden und Komplikationen

Zu den Anzeichen einer neurogenen Blasenentleerungsstörung beziehungsweise den möglicherweise damit einhergehenden Komplikationen gehören:

  • häufiges Wasserlassen kleiner Harnmengen (so genannte Überlaufblase) mit Verbleib von größeren Urinmengen in der Harnblase (Harnstau) und Urin-Rückstau in die Harnleiter
  • Harnwegsinfektionen /-entzündungen
  • Nierenerkrankungen

Wichtige Nachsorgeuntersuchungen

In den ersten Jahren nach Abschluss der Krebstherapie ist es sehr wichtig, sowohl die Gesprächstermine mit den nachsorgenden Ärzten als auch die Termine zur körperlichen und neurologischen Untersuchung sowie zur Blutentnahme entsprechend den Vorgaben der Nachsorgepläne wahrzunehmen.

So können neben der Blasenentleerungsstörung selbst auch Infektionen der Harnblase und/oder Harnwege oder erste Anzeichen einer Mitbeeinträchtigung der Nieren erkannt und gegebenenfalls weitere Untersuchungen eingeleitet werden. Hierzu können zum Beispiel ein Ultraschall von Harnblase und Nieren sowie eine Restharnbestimmung gehören. Später sollte in Absprache mit den nachsorgenden Ärzten eine Diagnostik in Absprache mit einem Neurologen erfolgen.

Förderung / Behandlung

Die Behandlung einer neurogenen Blasenentleerungsstörung kann aus Blasentraining, Medikamenten oder auch chirurgischen Maßnahmen bestehen. Sie sollte gemeinsam mit einem Neurologen festgelegt werden [JOS2015].