Hautveränderungen

Autor: PD Dr. med. Gesche Tallen, Maria Yiallouros, erstellt am: 05.02.2016, Redaktion: Maria Yiallouros, Zuletzt geändert: 11.05.2016

Alle Überlebenden, die eine Strahlentherapie und/oder Chemotherapie erhalten haben, können Hautveränderungen, auch Hautkrebs, entwickeln [STA2016].

Beschwerden und Komplikationen

Folgende Hautveränderungen, die insbesondere im Bereich des Bestrahlungsfeldes häufiger auftreten, sind harmlos:

  • Spider naevi: erweiterte kleine Blutgefäße der Haut (Teleangiektasien)
  • trockene Haut (Fibrose)
  • dunkle Hautverfärbungen in der Bestrahlungsregion beziehungsweise Dunkelverfärbungen von Finger- und/oder Fußnägeln (Hyperpigmentierungen)

Es kann allerdings auch zu Hautkrebs (Basalzellkarzinom, Malignes Melanom) kommen.

Das Risiko für Hautkrebs ist in folgenden Fällen erhöht:

  • bei ehemaligen Patienten, die im Kindesalter starken Sonnenbrand erlitten haben
  • bei ehemaligen Patienten, bei denen schon Hautkrebs in der Familie vorgekommen ist
  • bei ehemaligen Patienten, die zum Zeitpunkt der Krebstherapie bereits auffällige Muttermale hatten (siehe hierzu Folgeabschnitt)

Wichtige Nachsorgeuntersuchungen

Nach Abschluss der Krebstherapie sollte die Haut etwa einmal im Monat vom Betroffenen selbst und mindestens einmal im Jahr vom nachsorgenden Arzt untersucht werden [STA2016]. Hat ein Betroffener Muttermale, so sollte auf die so genannten "ABCDE"-Zeichen geachtet werden (siehe auch Anmerkung unten):

  • A – für Asymmetrie: Eine Hälfte des Muttermals sieht anders aus als die andere.
  • B – für Begrenzung: Die Ränder des Muttermals sind unregelmäßig, zackig, unscharf begrenzt, buckelig.
  • C – für Colour (Farbe): Das Muttermal ist uneinheitlich gefärbt, das heißt, es enthält hellere und dunklere Flecken, die von hautfarben über rötlich bis schwarz reichen können
  • D – für Durchmesser oder Dynamik: Das Muttermal überschreitet eine bestimmte Größe. Die Größenangaben in der Fachliteratur variieren allerdings: Sie reichen von zwei bis sechs Millimeter Durchmesser. Zum Teil steht D auch für Dynamik, das heißt, für die Geschwindigkeit, mit der sich das Muttermal verändert.
  • E – für Erhabenheit / Entwicklung: Das Mal ragt mehr als einen Millimeter über das Hautniveau hinaus, und die Oberfläche ist rau und schuppend / Das Mal ist neu in kurzer Zeit entstanden.

Wichtig: Wenn eines der oben genannten Zeichen vorliegt, sollte der nachsorgende Arzt informiert werden. Achten sie generell auch auf Farbveränderungen, Größenzunahmen, Blutungen und Juckreiz im Zusammenhang mit einem Pigmentmal. Auch diese Zeichen erfordern unbedingt eine Abklärung beim Hautarzt.

Anmerkung: Bitte beachten Sie, dass die Informationen zu den oben genannten Kriterien je nach Informationsquelle leicht variieren können. Zum Teil werden die einzelnen Kriterien etwas unterschiedlich definiert; in manchen Quellen wird das Kriterium E nicht berücksichtigt und somit nur von „ABCD“-Regeln gesprochen.

Förderung / Behandlung

Bei Hautkrebs-verdächtigen Auffälligkeiten muss das Muttermal entfernt und unter dem Mikroskop untersucht werden. Das gilt insbesondere dann, wenn zusätzliche Risiken bestehen (siehe oben). Das weitere Vorgehen richtet sich nach dem Ergebnis der mikroskopischen Untersuchungen.

Alle anderen, harmlosen Hautveränderungen (siehe oben) sind in der Regel nicht behandlungsbedürftig. Grundsätzlich sollten gängige Sonnenschutzmaßnahmen (bedeckende Kleidung und Cremes mit Sonnenschutzfaktor von mindestens 15) getroffen werden.

Weitere Informationsquellen