Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Autor: PD Dr. med. Gesche Tallen, erstellt am: 08.02.2016, Redaktion: Maria Yiallouros, Zuletzt geändert: 11.05.2016

Das Herz und die Gefäße können sowohl durch Chemotherapie als auch durch Strahlentherapie geschädigt werden.

Risikofaktoren

Ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben ehemalige Patienten:

  • nach Behandlung mit hohen Dosen bestimmter Zytostatika (wie Cyclophosphamid)
  • nach meist nicht vermeidbarer Mitbelastung des Herzens durch eine Bestrahlung des Wirbelkanals, vor allem im Brustbereich
  • mit ungenügender Zahnhygiene beziehungsweise therapiebedingt eingeschränkter Zahn- und Mundgesundheit (siehe Kapitel „Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten“)
  • mit Störungen des Zuckerstoffwechsels (siehe Kapitel „Hormonstörungen“)
  • mit Störungen des Fettstoffwechsels (siehe Kapitel Hormonstörungen“)

Beschwerden und Komplikationen

Beschwerden treten oft erst 15 bis 25 Jahre nach Ende der Behandlung oder noch später auf. Folgende gesundheitlichen Probleme können entstehen:

  • Herzklappenfehler
  • Herzmuskelerkrankungen mit Herzschwäche (Kardiomyopathien)
  • Entzündungen des Herzbeutels und der Blutgefäße des Herzens
  • Herzrhythmusstörungen
  • "Arterienverkalkung" (Arteriosklerose)
  • erhöhtes Herzinfarktrisiko

Wichtige Nachsorgeuntersuchungen

Nach Abschluss der Krebstherapie sollten die Gesprächstermine mit den nachsorgenden Ärzten und die in den Nachsorgeplänen vorgegebenen Termine zur körperlichen Untersuchung unbedingt wahrgenommen werden.

Dasselbe gilt für die im Behandlungsprotokoll empfohlenen Herzuntersuchungen durch einen Herzspezialisten (Kardiologen) unter Einschluss eines Herz-Ultraschalls (Echokardiographie) sowie die empfohlenen Termine in der Hormonsprechstunde (siehe Kapitel „Hormonstörungen“). Denn manchmal sind Störungen schon nachweisbar, wenn noch gar keine Beschwerden vorliegen.

Weitere Nachsorgeempfehlungen zur Überprüfung von Herz- und Herzfunkton finden Sie in unserem Patiententext zu Spätfolgen am Herzen.

Vorbeugung / Behandlung

Verschiedene vorbeugende Maßnahmen können dazu beitragen, das Gesamtrisiko für Herz- und Gefäßkrankheiten nach einer ZNS-Tumor-Behandlung zu verringern.

Vor allem wird empfohlen, alle vermeidbaren Risikofaktoren für das Herz – wie Rauchen, Alkoholmissbrauch, Übergewicht oder Bewegungsarmut – zu vermeiden. Darüber hinaus sollten Krankheiten wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), erhöhter Blutdruck oder erhöhte Cholesterinwerte im Blut fachgerecht behandelt werden, ebenso wie ein sanierungsbedürftiger Zahnstatus.

Die im Einzelfall erforderliche Behandlung richtet sich nach der Art der Herz-Kreislauf-Erkrankung und sollte gemeinsam mit dem Herz- und dem Hormonspezialisten besprochen und festgelegt werden.

Weitere Informationen

Weitere, allgemeine Informationen zur Herzfunktion und zu therapiebedingten Spätfolgen am Herzen finden Sie hier.

Basisliteratur

  1. Schuster S, Beck JD, Calaminus G, am Zehnhoff-Dinnesen A, Langer T: Nachsorge von krebskranken Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen - Erkennen, Vermeiden und Behandeln von Spätfolgen. AWMF online 2013 [URI: https://www.awmf.org/ uploads/ tx_szleitlinien/ 025-003l_S1_Nachsorge_von_krebskranken_Kindern_Jugendlichen_06-2013-abgelaufen.pdf]
  2. Langer T, Meitert J, Dörr H-G, Beck J-D, Paulides M: Langzeitfolgen von onkologischen Erkrankungen bei Kindern - Erkennen, Vermeiden und Behandeln von Spätfolgen. Im Focus Onkologie 7-8, 2011 [URI: http://www.nachsorge-ist-vorsorge.de/ wp-content/ uploads/ 2013/ 06/ Erkennen-Vermeiden-und-Behandeln-von-Sp%C3%A4tfolgen.pdf]