Störungen des Zucker- und Fettstoffwechsels

Autor: PD Dr. med. Gesche Tallen, erstellt am: 14.03.2016, Redaktion: Maria Yiallouros, Zuletzt geändert: 12.05.2016

Überlebende einer ZNS-Tumorerkrankung haben gegenüber der Normalbevölkerung ein erhöhtes Risiko, später zuckerkrank zu werden, das heißt, einen Diabetes mellitus zu entwickeln. Auch Veränderungen des Fettstoffwechsels (Dyslipidämie) mit dadurch bedingter Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) kommen häufiger vor [DEN2014].

Sowohl ein Diabetes mellitus als auch eine Dyslipidämie können zur Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (zum Beispiel Bluthochdruck, Erkrankung der Herzkranzgefäße) beitragen.

Risikofaktoren

Ein erhöhtes Risiko für Störungen des Zuckerstoffwechsels (Diabetes mellitus) haben ehemalige Patienten

  • nach Chemotherapie mit Alkylantien (wie Cyclophosphamid, Ifosfamid, Temozolomid)
  • nach einer Schädelbestrahlung
  • nach einer Strahlentherapie, bei der der Bauchraum im Strahlenfeld lag

Ein erhöhtes Risiko für Fettstoffwechselstörungen haben ehemalige Patienten

  • nach Chemotherapie mit Platinsubstanzen (Cisplatin, Carboplatin)
  • mit Übergewicht
  • mit Fettstoffwechselstörungen in der Familie

Nachsorge zur Vermeidung / Behandlung von Zuckerkrankheit und Fettstoffwechselstörung

Nach einer Ganzkörperbestrahlung und / oder einer Bestrahlung von Schädel oder Bauchraum sollten ehemalige Patienten, unabhängig von Übergewicht oder anderen Risikofaktoren, regelmäßig folgende Nachsorgeuntersuchungen wahrnehmen:

  • mindestens jedes zweite Jahr Nüchternblutzucker bestimmen lassen
  • mindestens jedes zweite Jahr Nüchternblutfette (Cholesterin, HDL, LDL, Triglyzeride) bestimmen lassen

Ergibt sich im Rahmen dieser Blutuntersuchungen ein Verdacht auf eine Zucker- beziehungsweise Fettstoffwechselstörung, sollte die weitere Nachsorge von einem Hormonspezialisten oder Diabetologen mitbetreut werden. Außerdem sollten Ernährungsberatungen wahrgenommen und regelmäßig Sport betrieben werden.