Bildgebende Verfahren

Autor: Maria Yiallouros, Dr. med. habil. Gesche Tallen, erstellt am: 26.09.2010, Zuletzt geändert: 31.01.2018

Bildgebende Verfahren sind Untersuchungstechniken, mit denen das Körperinnere bildlich dargestellt werden kann. Zu den Standard-Diagnoseverfahren bei hochmalignen Gliomen gehören die Magnetresonanztomographie (MRT) und die Computertomographie (CT).

In Einzelfällen können weitere Untersuchungsmethoden zum Einsatz kommen, zum Beispiel eine Ultraschalluntersuchung bei Patienten im Säuglingsalter oder eine Magnetresonanzangiographie (MRA) zur Beurteilung der Blutgefäße im Gehirn. Die genannten Verfahren stellen wir im Folgenden vor. Allgemeine Informationen zu diesen wie auch weiteren bildgebenden Untersuchungen finden Sie in unserem allgemeinen Patientenbereich hier.

Magnetresonanztomographie (MRT)

Die Magnetresonanztomographie (Kernspintomographie, MRT) des Gehirns und/oder (seltener) des Rückenmarks ist ein wichtiges bildgebendes Verfahren bei der Diagnose von ZNS-Tumoren. Mit ihrer Hilfe kann ein Tumor mit fast 100-prozentiger Sicherheit nachgewiesen und seine genaue Lage, Größe und Abgrenzbarkeit bestimmt werden. Letzteres ist insbesondere vor einem (diagnostischen oder kurativen) Eingriff am Gehirn oder Rückenmark zur Planung der Operation wichtig.

In der Regel erfolgt zunächst eine MRT des Gehirns (craniale MRT). Eine MRT des Rückenmarks (spinale MRT) wird nur durchgeführt, wenn aufgrund der MRT des Gehirns oder aufgrund von bestimmten Symptomen ein Verdacht auf Befall des Rückenmarks besteht. Bei Patienten mit einem Tumor des Kleinhirns oder Hirnstamms (infratentorieller Tumor) kann eine im Rahmen der MRT erforderliche Narkose, aber auch bereits bei der Erstuntersuchung dazu genutzt werden, den gesamten Rückenmarkskanal zu untersuchen.

Die MRT erfolgt in der Regel mit und ohne Kontrastmittel (Gadolinium). Das Kontrastmittel dient der besseren Unterscheidung zwischen krankem und gesundem Gewebe. Aus dem Kontrastmittelverhalten können sich außerdem Rückschlüsse auf die Art des Tumors und die weitere Therapiestrategie (Operation, Bestrahlung, Chemotherapie) ergeben.

Die Magnetresonanztomographie arbeitet mit Magnetfeldern. Sie tut nicht weh, verursacht keine Strahlenbelastung, dauert jedoch relativ lange und ist mit langem Stillliegen in einem relativ engen Untersuchungsgerät verbunden, das zudem Geräusche macht. Da die meisten Kinder aus diesem Grund die MRT nicht mögen, ist oft eine Ruhigstellung durch Sedierung oder Narkose notwendig oder zweckmäßig. In den meisten großen Behandlungszentren sind mittlerweile jedoch kindgerechte Untersuchungsräume und -geräte etabliert, so dass eine MRT-Untersuchung heutzutage für Kinder weniger belastend ist. Allgemeine Informationen zur Magnetresonanztomographie finden Sie hier.

Computertomographie (CT) des Gehirns (CTT)

Eine Computertomographie (CT) des Gehirns (craniale Computertomographie; CTT) ermöglicht, wie die Magnetresonanztomographie (MRT), den Nachweis und die Lokalisation eines Hirn- oder Rückenmarktumors.

Heutzutage erfolgt eine CT nur in bestimmten Fällen, zum Beispiel wenn eine MRT nicht zur Verfügung steht oder wenn eine sehr schnelle Diagnose erforderlich ist, beispielsweise in einer akuten Notsituation. Denn während die MRT relativ lange dauert und das Kind dafür unter Umständen ruhiggestellt werden muss, ist die CT eine Untersuchung von wenigen Minuten, so dass sie selbst bei Säuglingen und Kleinkindern oft ohne Sedierung oder Narkose erfolgen kann. Die CT ersetzt aber in solchen Fällen nicht die MRT, das heißt, die MRT wird nachgeholt, wenn die Notfallsituation vorüber ist.

Die Computertomographie ist ein spezielles Röntgenverfahren, mit dem der Körper (mit Hilfe von Röntgenstrahlen***‎) Schicht für Schicht durchleuchtet werden kann. Allgemeine Informationen zur Computertomographie finden Sie hier.

Ultraschalluntersuchungen

Bei ZNS-Tumoren im Säuglingsalter

Im Säuglingsalter, das heißt, so lange manche Knochenlücken am kindlichen Schädel, besonders die große Fontanelle, noch offen sind, kann ein Hirntumor, abhängig von seiner Lage und Größe, auch mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung durch die offene Fontanelle festgestellt werden. Der sichere Ausschluss eines Tumors ist durch die Ultraschalluntersuchung in der Regel nicht möglich. Bestätigt sich der Verdacht auf einen ZNS-Tumors, so wird zur genaueren Diagnostik und weiteren Therapieplanung/Operationsvorbereitung auch bei Säuglingen eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt.

Die Ultraschalluntersuchung ist schmerzfrei und birgt keine Strahlenbelastung. Allgemeine Informationen zur Ultraschalluntersuchung erhalten Sie hier.

Magnetresonanzangiographie (MRA)

Die Magnetresonanzangiographie (MRA) ermöglicht durch Einsatz eines Kernspingerätes, Bilder vom Gefäßsystem des Gehirns zu erstellen (siehe auch Informationen zu Aufbau und Funktion des Zentralnervensystems, Abschnitt "Das Gefäßsystem").

Das Verfahren kann in manchen Fällen ergänzend zur Magnetresonanztomographie (MRT) nützlich sein, um vor einem operativen Eingriff den Verlauf von Blutgefäßen in der Nachbarschaft des Tumors sowie die Versorgung des Tumors mit Blutgefäßen (Vaskularisation) zu überprüfen. Die Untersuchung funktioniert wie die MRT, das heißt, mittels Magnetfeldern und ohne Röntgenstrahlung.

In manchen Fällen reicht die Magnetresonanzangiographie (MRA) nicht aus, um die Blutversorgung im Gehirn vor einer Operation gut genug beurteilen zu können. In diesen Fällen kann zusätzlich oder ergänzend eine digitale Subtraktionsangiographie (DSA) erforderlich sein.

Es handelt sich dabei um ein spezielles Röntgenverfahren, mit dessen Hilfe besonders Hirntumoren mit einer sehr starken eigenen Gefäßversorgung sehr gut sichtbar gemacht werden können. Das ist sehr wichtig, denn um Gefäßverletzungen und damit Blutungen vorzubeugen, muss der Operateur Lage und Verlauf der Blutgefäße vor Beginn einer Operation genau kennen. Weitere, allgemeine Informationen zur Subtraktionsangiographie und allgemein zu angiographischen Methoden finden Sie hier.