Untersuchung der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit (Lumbalpunktion)

Autor: Maria Yiallouros, erstellt am: 23.03.2007, Zuletzt geändert: 29.01.2018

Bei den Erstuntersuchungen zur Ausbreitung des hochmalignen Glioms wird generell auch eine Untersuchung des Nervenwassers empfohlen. Dazu muss der Nervenwasserkanal punktiert werden (Lumbalpunktion). Diese Untersuchung sollte in jedem Fall dann durchgeführt werden, wenn sich durch bildgebende Verfahren oder klinische Symptome der Verdacht auf einen Befall des Rückenmarks ergibt.

Der Nervenwasserkanal enthält die Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit (Liquor), die das Gehirn gegen Stöße und Druck von außen schützt. Sind das Rückenmark oder die Rückenmarkshäute von der Erkrankung betroffen (Tumorzell-Disseminierung), so lassen sich im Liquor ebenfalls Tumorzellen nachweisen.

Dies ist zwar selten der Fall bei der Ersterkrankung an einem malignen Gliom, hat aber weiterreichende Konsequenzen für die nachfolgende Behandlung, da dann zusätzlich auch der Rückenmarkskanal bestrahlt werden muss.

In der Regel findet die Lumbalpunktion zwischen der Operation und der Strahlen-/Chemotherapie statt. Zur Gewinnung der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit sticht der Arzt, meist unter örtlicher Betäubung, mit einer sehr feinen und langen Hohlnadel zwischen zwei Wirbeln der Lendenwirbelsäule in den Nervenwasserkanal ein. Denn dort ist der Liquorraum am besten zu erreichen. Anschließend wird die Flüssigkeit auf Tumorzellen untersucht.

Kinderzeichnung zur Lumbalpunktion

Gut zu wissen: Bei der Punktion kann das Kind sitzen oder liegen, die Eltern können zugegen sein, um dem Kind Trost und Ruhe zu vermitteln und, nach Anleitung des Arztes, bei der richtigen Lagerung zu helfen. Die Lumbalpunktion ist ein zügiger Eingriff, nach dem die Patienten normalerweise selten über Beschwerden klagen. In seltenen Fällen treten Kopfschmerzen auf; diese können aber in der Regel verhindert werden, wenn sich der Patient nach der Punktion eine Stunde lang hinlegt.