Nachsorge

Autor: Ursula Creutzig/ Ingrid Grüneberg, Redaktion: Prof. Dr. med. Ursula Creutzig, Zuletzt geändert: 28.02.2017

Etwa 80 % aller Kinder und Jugendlichen mit einer bösartigen Erkrankung können heute geheilt werden. Die Etablierung zentralisierter, nationaler pädiatrisch-onkologischer Therapiestudien und die Einrichtung von Schwerpunktabteilungen in vielen Kinderkliniken haben zu einer derart positiven Entwicklung beigetragen.

Die Erfassung der Erkrankungs- und Therapienebenwirkungen auf den Gesundheitszustand und das Wohlbefinden der Patienten gewinnt zunehmend an Bedeutung. Während der Behandlungsphase erleben die Kinder den Verlust sozialer Kontakte und von Freundschaften. Die Patienten müssen Belastungen wie Hospitalismus, Schmerzen und Haarverlust ertragen, die durch die Therapie hervorgerufen werden.

Nach Behandlungsende treten die Langzeitfolgen mehr und mehr in den Vordergrund. Sie sind abhängig von der individuellen Krankheitsgeschichte. Die Langzeitfolgen können sein: Verändertes Größenwachstum, verzögerte Pubertätsentwicklung bis zur Unfruchtbarkeit als auch die eingeschränkte Funktion von Organsystemen wie Gehör, Niere, Herz oder Lunge. Psychosoziale Probleme wie eine erschwerte Reintegration können ebenfalls auftreten. Einen weiteren, maßgeblichen Faktor im Bereich der Nachsorge stellt das Risiko der Entwicklung von Zweitmalignomen dar.

Die GPOH befasst sich seit längerem mit dem Thema Langzeitfolgen. Bereits 1989 wurde durch den Vorstand der GPOH eine Arbeitsgruppe "Spätfolgen" (Leitung Prof. Dr. J. D. Beck, Erlangen) eingesetzt, um sich mit diesem Themenfeld intensiv zu beschäftigen. Aus dieser Arbeitsgruppe entstand unter anderem das "Late Effects Surveillance System" (LESS) zur Erfassung und Analyse von Daten über Spätfolgen.