ALL SCTped 2012 FORUM

Autor: Julia Dobke, erstellt am: 19.06.2014, Zuletzt geändert: 20.08.2019

Titel Allogeneic Stem Cell Transplantation in Children and Adolescents with Acute Lymphoblastic Leukaemia
Erkrankung Akute lymphoblastische Leukämie
Art Offene, randomisierte, multizentrische, kontrollierte, prospektive Phase III Studie
Fragestellung / Ziel

Hintergrund

Kinder und Jugendliche mit akuter lymphoblastischer Leukämie (ALL) werden mit modernen Chemotherapiekonzepten in mehr als 80% der Fälle geheilt. Es gibt aber Patientinnen mit deutlich schlechterer Prognose. Hier bietet die allogene Stammzelltransplantation neben der antileukämischen Wirkung durch Strahlen- und Chemotherapie zusätzliche immunologische Kontrolle an: Spenderabwehrzellen können Leukämiezellen des Patienten als fremd erkennen und zerstören. In den letzten 10 Jahren wurden 900 pädiatrische Patienten mit ALL in mehr als 60 Studienzentren (in Dänemark, Deutschland, Frankreich, Österreich, Israel, Italien, den Niederlanden, Polen, Slowakei, Schweden, Schweiz, Tschechien und Türkei) nach einem gemeinsamen Studienkonzept (ALL-SZT BFM 2003 Studie und ALL SCT BFM international Studie) transplantiert. Die Ergebnisse zeigen, dass diese Patienten weniger Komplikationen und Rückfälle als vergleichbare Patientengruppen haben und das Überleben nach Transplantationen von Geschwisterspendern oder gewebsverträglichen unverwandten Spendern vergleichbar ist, allerdings mit weniger Komplikationen assoziiert ist. Besonders wichtig sind die Beobachtung und Erfassung von späteren Komplikationen der Chemotherapie und Transplantation, die einen anderen Stellenwert als in der Erwachsenenmedizin haben.

Fragestellung

Besonders die wirksame Ganzkörperbestrahlung (TBI) verursacht bleibende gesundheitliche Langzeitbeeinträchtigungen: Zweitmalignome, Hormonstörungen und Unfruchtbarkeit sind die schwerwiegendsten. Deshalb untersucht die Folgestudie „ALL SCTped FORUM“ vor allem die Frage, ob die Ganzkörperbestrahlung durch eine weniger gefährliche Kombination aus Chemotherapien eine gleichwertige Leukämiekontrolle darstellen könnte.

Therapie / Studienarme

Zweig 1

Alle Patienten > 4 Jahren mit einem matched (MD) oder matched sibling donor (MSD) werden zwischen einer TBI/VP16 und einer Chemo-Konditionierung (entweder Busulfan/Fludarabin/Thiotepa oder Treosulfan/Fludarabin/Thiotepa) randomisiert. Seit dem 20.12.2018 ist die Randomisierung geschlossen: alle Patienten sollen wieder mit dem Standardarm TBI/VP16 behandelt werden, da im reinen Chemotherapiearm eine deutlich erhöhte Rezidivrate im Vergleich zum Standardarm festgestellt wurde.

Zweig 2

Patienten mit einem mismatched donor (MMD) werden nach behandelndem Zentrum stratifiziert: Als Stammzellquelle ist entweder ein klassischer mismatch-donor, ein haploidenter Familienspender oder Nabelschnurblut zu verwenden. MMD transplantierte Patienten erhalten länderstratifiziert eine bestrahlungsfreie Konditionierung aus Fludarabine/Thiotepa/Treosulfan oder Fludarabin/Thiotepa/Busulfan.

Patienten ≤ 4 Jahren werden ausschließlich mit einer Chemo-Konditionierung ( Fludarabin/Thiotepa/Treosulfan oder Fludarabin/Thiotepa/Busulfan) behandelt.

Einschluss-Kriterien
  • Alter zum Zeitpunkt des Screenings <18 Jahre
  • Indikation für eine HSZT liegt vor
  • Komplette Remission (CR) vor HSZT
  • Schriftliches Einverständnis der Eltern und, falls notwendig, des minderjährigen Patienten
  • Keine Schwangerschaft
  • ALL ist kein Zweitmalignom
  • Keine vorhergegangene SZT
  • HSZT in teilnehmenden Studienzentrum
Ausschluss-Kriterien
  • Nichterfüllung der Einschlusskriterien
  • Diagnose eines Non-Hodgkin-Lymphoms
  • ALL mit extramedulärer Beteiligung und einer SZT-Indikation
  • ZNS-Beteiligung zum Screeningzeitpunkt
  • Trisomie 21
  • Ablehnung des ganzen oder essentieller Teile des Protokolls durch den Patienten oder seiner Sorgeberechtigten
  • Keine Einwilligung zur anonymen Datenspeicherung und -veröffentlichung für Studienzwecke
  • Schwere Begleiterkrankung, die eine protokollgerechte Behandlung ausschließt (z.B. Missbildungen, Herzfehler, Stoffwechselerkrankung)
  • Karnofsky / Lansky score < 50%
  • Patienten, die sich weigern oder nicht in der Lage sind, an den Studienprozeduren teilzunehmen
Patientenanzahl 1000 in 5 Jahren
Status Start: November 2013
EudraCT 2012-003032-22
Eintrag Studien- Register National Cancer Institute: Protocol ID NCT01949129
Leiter Christina Peters
E-Mail mailto:christina.peters@stanna.at
Kontakt

Internationale Studienkoordination

Prof. Dr. Christina Peters
St. Anna Kinderspital
Zimmermann Platz 10
A-1090 Wien
Telefon +43 (1) 40170 3100
Fax +43 (1) 40170 7430
Christina.Peters@stanna.at

Studiendokumenation und zentrales Datenoffice

Barbara Kristufek
St. Anna Kinderkrebsforschung e.V.,
CCRI
Zimmermammplatz 10
1090 Wien
Telefon +43 (1) 40470 4755
Fax +43 (1) 40470 7430
barbara.kristufek@ccri.at

Zsuzsanna Lehner
St. Anna Kinderkrebsforschung e.V.
Zimmermannplatz 10
1090 Wien
Telefon +43(1)40470 4069
Fax +43(1)40470 7015
szuzsanna.lehner@ccri.at

Verantwortlicher Studienleiter Deutschland

Prof. Dr. med. Peter Bader
Klinikum der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Klinik III
Theodor-Stern-Kai 7
60590 Frankfurt
Telefon +49 (69) 6301 7542
Fax +49 (69) 6301 6700
peter.bader@kgu.de

Studienbüro Deutschland

Bettina Steinmetz
Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität
Pädiatrische Onkologie und Hämatologie
Theodor-Stern-Kai 7
60590 Frankfurt
Telefon +49 (69) 6301 85366
Fax +49 (69) 6301 4202
bettina.steinmetz@kgu.de

Teilnehmer Austria, Australia, Belgium, Brazil, Canada, Czech Republic, Denmark, Finland, France, Germany, Hungary, Israel, Italy, Jordan, Netherlands, New Zealand, Norway, Saudi Arabia, Slovakia, Sweden, Switzerland, Turkey, Great Britain
Weitere Informationen Sponsor: St. Anna Kinderspital
Verweis(e) Studienliteratur SCT