LBL 2018

Autor: LBL 2018 Studienzentrale, Julia Dobke, erstellt am: 25.09.2019, Zuletzt geändert: 25.09.2019

Titel LBL 2018- Internationales Protokoll zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit lymphoblastischen Lymphomen
Erkrankung Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren mit neu diagnostiziertem lymphoblastischen Lymphom (LBL)
Art Internationale, gruppenübergreifende, multizentrische, offene, randomisierte, prospektive klinische Phase 3 Studie
Fragestellung / Ziel

Primäre Fragestellung

Randomisierung R1 (für alle Patienten der Schwerpunkt-Studienkohorte): Kann die kumulative Inzidenz für Rezidive mit Beteiligung des ZNS (ZNS Rezidiv, pCICR) durch eine Induktionsphase, in der die dreiwöchige Standard-Glukokortikoidtherapie mit Prednison (60mg/m²/d) plus Ausschleichen über 9 Tage
durch eine 2-wöchige Dexamethasonbehandlung (10mg/m²/d) ersetzt wird, reduziert werden?
Randomisierung R2 (für Hochrisiko-Patienten der Schwerpunkt-Studienkohorte): Kann für diese Patienten die ereignisfreie Überlebenswahrscheinlichkeit (pEFS) durch den intensivierten Behandlungsarm (Protokoll Ib* und intensiviertes Protokoll M) im Vergleich zum Standard-Behandlungsarm (Protokoll Ib und Protokoll M) verbessert werden?

Sekundäre Fragestellung

  • das pEFS und die kumulative Inzidenz für Rezidive/ZNS-Rezidive im Vergleich zur klinischen Studie EURO-LB 02
  • das Gesamtüberleben (OS), definiert als Zeitraum von Diagnosestellung bis zum Tod (jeder Ursache) oder bis zum Datum des letzten Kontakts zu lebenden Patienten im Vergleich zur Studie EURO-LB 02
  • die therapiebedingte Mortalität in den randomisierten Armen und im Vergleich zu EURO-LB02
  • das Profil von unerwünschten Ereignissen und schweren unerwünschten Ereignissen in protokollspezifischen Elementen, in den Randomisierungs-Armen, während der Nachsorge und im Vergleich zu EURO-LB02
  • die Durchführbarkeit und Ergebnisse der Risikostratifizierung
  • die Identifikation prognostischer molekularer Marker für T-LBL
  • die Durchführbarkeit der Evaluation der minimalen Resterkrankung (MRD) bei Kindern und Jugendlichen mit LBL
Therapie / Studienarme

Stratifizierungsgruppen

Patienten werden nach ZNS-Status, Immunphänotyp, genetischen Markern und Stadium bei Diagnosestellung stratifiziert.
Die Standardrisikogruppe I/II> (SR I/II) Die Standardrisikogruppe (SR) beinhaltet Patienten, die die folgenden Kriterien
erfüllen: T-Zell-lymphoblastisches Lymphom (T-LBL) inklusive MPAL LBL (T/myeloid oder T/B) Stadium I-IV ZNS negativ (Typ 1 oder 2) mit Mutationen in NOTCH1 und/oder FBXW7 (N/Fmut) oder nicht durchgeführter oder nicht eindeutiger molekularer Analyse, alle LBL mit insuffizienter Stratifizierung
Die Hochrisikogruppe (HR) beinhaltet Patienten, die die folgenden Kriterien
erfüllen: LBL jedes Immunphänotyps mit ZNS-Befall (ZNS Typ 3), T-LBL inklusive MPAL LBL (T/myeloid oder T/B) Stadium I-IV mit NOTCH1 und FBXW7 Wildtyp (N/Fwt), pB-LBL inklusive MPAL LBL (B/myeloid) Stadium III und IV

Behandlungsplan

Induktion: alle Patienten werden in die 1. Randomisierung eingeschlossen, unabhängig von der Risikostratifizierung. Die Patienten erhalten das Protokoll Ia entweder mit Prednison oder Dexamethason.
Die weitere Behandlung findet entsprechend der Riskogruppen statt.
Standardrisiko I/II: Alle Patienten erhalten das Protokoll Ib und das Protokoll M. Im Anschluss erhalten ale patienten eine Erhaltungstherapie.
Standardrisiko: Alle Patienten erhalten das Protokoll Ib, das Protiokoll M und das Protokoll II. Im Anschluss erhalten alle Patienten eine Erhaltungstherapie.
Hochrisiko: Alle Patienten werden in die 2. Randomisierung eingeschlossen. Die Patienten erhalten entweder die Standardtherapie mit Protokoll Ib, Protokoll M und Protokoll II oder den intensivierten Behandlungsarm mit Protokoll Ib* und intensiviertes Protokoll M und dann Protokoll II. Im Anschluss erhalten alle Patienten eine Erhaltungstherapie.

Einschluss-Kriterien
  • Neu diagnostiziertes lymphoblastisches Lymphom
  • Alter bei Diagnose <18 Jahre
  • Registrierung des Patienten in einem teilnehmenden Prüfzentrum
  • Schriftliche Einwilligung des Patienten (>14 Jahre oder gemäß lokaler Gesetzgebung und Regelung) und der Eltern oder der Sorgeberechtigten zur Studienteilnahme und zur Datenweitergabe und –Verarbeitung
  • Bereitschaft der Patienten und der Prüfer/Pathologen adäquate Schnitte/Blöcke für die Referenz-(Molekular-)Pathologie und das Internationale Pathologie Panel und/oder frisches oder frisch gefrorenes
  • Material für die genetische Stratifizierung zur Verfügung zu stellen, wenn diese Materialen nach diagnostischen Standardprozeduren verfügbar sind
Ausschluss-Kriterien
  • Lymphoblastisches Lymphom als Zweitmalignom
  • Nicht Lymphom-bezogene relevante medizinische, psychiatrische oder soziale Bedingungen, die mit der Studien-Behandlung nicht vereinbar sind, wie unter anderem: Vorausgegangene Organtransplantation, Schwere Immunschwäche, Demyelinisierendes Charcot-Marie Tooth Syndrom, Schwere akute oder chronische Infektionen wie HIV, VZV und Tuberkulose, Harnwegsinfekt, Zystitis, Harnabflussstörungen, schweres Nierenversagen (Kreatinin-Clearance <20ml/min), Schwere Leberfunktionsstörung (Bilirubin >3x ULN,
  • Transaminasen >10x ULN), Myokardiale Insuffizienz, schwere Arrhythmien, Orale Ulcera und bekannte aktive Ulcera des Gastrointestinaltraktes, Bekannte Überempfindlichkeit/allergische Reaktion auf die Prüfmedikation und auf die Trägerstoffe (gelistet im Abschnitt 6.1 der jeweiligen Fachinformation)
  • Vorbehandlung mit Steroiden ≥1mg/kg/d für mehr als zwei Wochen im letzten Monat vor Diagnosestellung
  • Impfungen mit Lebendimpfstoffen innerhalb der letzten 2 Wochen vor Therapiebeginn
  • Behandlungsbeginn mit einem anderen Protokoll oder Vorbehandlung mit zytostatischen Arzneimitteln
  • Teilnahme an einer anderen klinischen Studie die mit dem Behandlungsprotokoll interferiert. Ausgenommen sind die Teilnahme am NHL-BFM Registry 2012 und an Studien mit anderen Endpunkten, die Aspekte der Supportivtherapie einbeziehen und parallel zur Studie LBL2018 durchgeführt werden können, ohne Einfluss auf das Ergebnis der LBL 2018 Studie zu nehmen (z.B. Studien zu Antiemetika, Antibiotika, Strategien zur psychosozialen Unterstützung)
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Jugendliche, die sexuell aktiv sind und nicht bereit sind, hocheffektive Verhütungsmittel (pearl index <1) bis zu 12 Monaten nach Beendigung der zytostatischen Therapie anzuwenden
Patientenanzahl 130 Pro Jahr
Status Start: 1.09.2019, geplantes Rekrutierungsende 31.10.2024
EudraCT 2017-001691-39
Eintrag Studien- Register
Leiter Prof. Dr. Dr. Birgit Burkhardt
E-Mail mailto:birgit.burkhardt@ukmuenster.de
Kontakt

Koordinierender Investigator

Prof. Dr. Dr. Birgit Burkhardt
Universitätsklinikum Münster
Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Pädiatrische Hämatologie und Onkologie
Albert-Schweitzer-Campus 1
48149 Münster
Telefon +49 (251) 83 55696
Fax +49 (251) 83 43405
birgit.burkhardt@ukmuenster.de

NHL-Studienzentrale

NHL-Studienzentrale
Universitätsklinikum Münster
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Pädiatrische Hämatologie und Onkologie
Domagkstr. 24
48149 Münster
Telefon +49(0)251 83-55696
Fax +49 0)251 83-43405
nhl.studien@uke.de

Teilnehmer AIEOP: Associazione Italiana Ematologia Oncologia Pediatrica (Italy) BSPHO: Belgian Society of Paediatric Haematology Oncology (Belgium) CoALL (Germany) DCOG: Dutch Childhood Oncology Group (The Netherlands) HKPHOSG: Hong Kong Paediatric Haematology and Oncology Study Group (Hong Kong) HPOG: Hungarian Paediatric Oncology Network (Hungary) ISPHO: Israel Society of Pediatric Hematology and Oncology (Israel) NHL-BFM: Non-Hodgkin Lymphoma Berlin-Frankfurt-Münster (Austria, Czech Republic, Germany, Switzerland) NOPHO: Nordic Society of Pediatric Hematology and Oncology (Denmark, Finland, Norway, Sweden) NSPHO: National Society of Pediatric Hematologists and Oncologists (Moscow) PHOAI: Paediatric Haematology Oncology Association of Ireland (Ireland) PPLLSG: Polish Paediatric Leukaemia/Lymphoma Study Group (Poland) SEHOP: Sociedad Española de Hematología y Oncología Pediátricas (Spain) SFCE: Société Française de lutte contre les Cancers et Leucémies de l’Enfant et l’Adolescent (France) SHOP: Sociedade de Hematologia e Oncologia Pediatrica (Portugal) SPS: Slovak Pediatric Association, Section of Pediatric Hemato-Oncology (Slovak Republic)
Weitere Informationen Sponsor: Universitätsklinikum Münster