Welche Nebenwirkungen hat die Chemotherapie?

Autor: Dipl.-Biol. Maria Yiallouros, PD Dr. med. Gesche Tallen, erstellt am: 09.11.2009, Freigabe: Prof. Dr. med. Ursula Creutzig, Zuletzt geändert: 31.03.2015

Die Chemotherapie schädigt nicht nur die Krebszellen, sondern auch gesunde Zellen, die sich häufig und schnell teilen, wie zum Beispiel Zellen der Mund- und Darmschleimhaut, Haarwurzelzellen und Knochenmarkzellen. Dadurch kommt es im Laufe der Behandlung zu einer Reihe von Nebenwirkungen, die je nach Art und Dosierung der Medikamente unterschiedlich stark sind.

Einige unerwünschte Begleiterscheinungen der Chemotherapie werden im Folgenden genannt. Wichtig vorab zu wissen ist allerdings, dass nicht alle Patienten in gleicher Weise auf die Behandlung reagieren. Das heißt: Nicht bei jedem Patienten treten alle der hier aufgeführten Nebenwirkungen auf. Auch empfindet jeder Patient einzelne Nebenwirkungen unterschiedlich stark.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen einer Chemotherapie zählen:

  • Störungen im Verdauungstrakt, Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle
  • Haarausfall
  • Schädigung des Knochenmarks mit beeinträchtigter Bildung gesunder roter und weißer Blutkörperchen und Blutplättchen. Der Mangel an Blutzellen kann wiederum zu einer akuten, unter Umständen lebensbedrohlichen Infektionsgefahr sowie zu erhöhter Blutungsneigung und Blutarmut führen.
  • Schädigung und Funktionsstörungen von Nieren, Gehör, Gehirn und Nervensystem, Leber und Lunge
  • Beeinträchtigte Fruchtbarkeit / Zeugungsfähigkeit durch Funktionsstörungen der männlichen und weiblichen Keimdrüsen – der Eierstöcke und der Hoden.

Das Ausmaß der Schädigung und die Dauer der Erholung hängen von der Art und der Dosis der verabreichten Zytostatika sowie vom Alter und von der allgemeinen körperlichen Verfassung des Patienten ab.

Wir empfehlen: Lassen Sie sich vom Behandlungsteam, zum Beispiel in einem persönlichen Gespräch, aufklären über: Jede neue Substanz, den Grund und die Form ihrer Verabreichung, mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, mögliche allgemeine und spezielle Nebenwirkungen und Komplikationen, Vorbeugung und Behandlungsmöglichkeiten von Nebenwirkungen und Komplikationen, und zwar möglichst bevor das neue Medikament zum ersten Mal verabreicht wird. Auf diese Weise können Sie Ihr Kind und sich selbst auf die neue Situation vorbereiten.

Das Behandlungsteam wird auf jeden Fall verschiedene unterstützende Behandlungsmaßnahmen (Supportivtherapie) ergreifen, um den Nebenwirkungen der Chemotherapie vorzubeugen oder diese zu behandeln. Hier erhalten Sie ausführliche Informationen zur Supportivtherapie.

Auch der Patient selbst beziehungsweise seine Angehörigen können durch verschiedene (vorbeugende) Maßnahmen dazu beitragen, Nebenwirkungen zu mildern und Komplikationen so gut wie möglich zu vermeiden. Dies gilt vor allem für Behandlungszeiten, die der Patient zu Hause verbringt (zum Beispiel Therapiepausen oder ambulante Behandlungsphasen).

Hier finden Sie Empfehlungen für zu Hause, zum Beispiel zur Ernährung, zur Vorbeugung von Infektionen, im Umgang mit Blutungen oder zur Linderung behandlungsbedingter Nebenwirkungen. Individuelle Empfehlungen erhalten Sie von Ihrem Behandlungsteam.