Künstliche Ernährung

Autor: Dipl.-Biol. Maria Yiallouros, erstellt am: 29.07.2009, Freigabe: Prof. Dr. med. Dr. h.c. Günter Henze, Zuletzt geändert: 19.09.2013

Eine ausgeglichene regelmäßige Ernährung mit ausreichenden Mengen aller Nährstoffe ist für Krebspatienten besonders wichtig. Häufig ist jedoch infolge von Chemotherapie und Strahlentherapie und auch durch die Erkrankung selbst die Nahrungsaufnahme vermindert [SKO1997].

Ursache dafür sind zum Beispiel Übelkeit, Appetitlosigkeit und/oder Schleimhautentzündungen der oberen Verdauungswege, die zu Schluckbeschwerden und Schmerzen führen können. Appetitlosigkeit und Veränderungen der Geschmacksempfindung können eine einseitige Ernährung verursachen. Erbrechen, eingeschränkte Verdauung und Durchfall führen zu weiteren Verlusten.

Bei Kindern und Jugendlichen sind – zumal sie wachstumsbedingt einen erhöhten Nahrungsbedarf haben – Gewichtsverlust und extreme Magerkeit (Kachexie) eine häufige Komplikation vor allem während der chemotherapeutischen Behandlung. In gewissem Umfang kann ein Gewichtsverlust toleriert werden. Denn die Kinder erholen sich nach einer Therapie relativ rasch und bauen Körpersubstanz wieder auf, wenn die Chemotherapiepause eingetreten ist.

Bei einzelnen Patienten jedoch ist das Ausmaß der Komplikationen und der damit einhergehende Gewichtsverlust so groß, dass vorübergehend eine so genannte parenterale Ernährung notwendig wird: Der Patient erhält dabei über eine Vene, in der Regel über den bereits implantierten zentralen Venenkatheter [zentraler Venenkatheter], eine Infusionslösung, die alle notwendigen Nährstoffe enthält (Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, gegebenenfalls Mineralien, Vitamine und Spurenelemente). In der Regel verträgt der Patient dann auch die nachfolgende Chemotherapie besser [AND1998].