Möglichkeiten der Vorbeugung und Behandlung von Spätfolgen

Autor: Dipl.-Biol. Maria Yiallouros, erstellt am: 23.03.2007, Zuletzt geändert: 23.04.2020

Die Vermeidung von Nebenwirkungen und Spätfolgen gehört mit zu den wichtigsten Zielen einer Krebsbehandlung.

Therapiestudien

Im Rahmen der heutigen Therapieoptimierungsstudien wird nicht nur versucht, die Wirksamkeit der Therapie weiter zu verbessern. Ein zentrales Ziel ist auch, ohne Einbußen im Behandlungserfolg die Neben- und Nachwirkungen der Therapie stetig zu reduzieren, zum Beispiel durch Einsatz moderner Therapieplanungs- und -durchführungstechniken, durch die Suche nach weniger aggressiven Behandlungsmöglichkeiten (wie Verzicht auf Bestrahlung, Einsatz von Zytostatika mit geringeren Nebenwirkungen oder Herabsetzung der jeweiligen Behandlungsdosis).

Im Rahmen wissenschaftlicher Begleituntersuchungen zur HIT-HGG-Studie werden Patienten mit hochmalignem Gliom (beziehungsweise deren Angehörige) zu bestimmten Zeitpunkten der Behandlung zu ihrem Wolhbefinden (Lebensqualität) befragt, damit behandlungsbedingte Veränderungen möglichst frühzeitig erkannt werden. Ziel der Untersuchungen ist es, die zukünftigen Behandlungen für hochgradig maligne Gliome und andere ZNS-Tumoren zu verbessern und Erkenntnisse für eine gezielte Förderung der ehemaligen Patienten zu gewinnen.

Rückwirkende Analysen

Das Deutsche Kinderkrebsregister (DKKR) Mainz sammelt im Rahmen eines langfristig angelegten Forschungsprojekts zu Zweitkrebserkrankungen nach Krebs im Kindesalter sämtliche Daten zu Zweittumoren und führt diese mit den entsprechenden Therapiedaten aus der Behandlung der ersten bösartigen Erkrankung zusammen [KAA2019] [KAA2009] [KAA2009a]. Das Ziel ist, auf diese Weise mögliche Zusammenhänge zwischen einzelnen Therapieelementen (zum Beispiel bestimmten Zytostatika, Strahlendosen) und dem späteren Auftreten einer Zweitkrebserkrankung festzustellen. Die Auswertung der Daten soll zur Entwicklung entsprechend nebenwirkungsärmerer Therapien beitragen.

Auch andere Arbeitsgruppen befassen sich mit der Erforschung von Spätfolgen und Lebensqualität mit dem Ziel, Erkenntnisse zur Minimierungen therapiebedingter Langzeitwirkungen zu erhalten [BOE2005a] [CAL2004c] [LAN2011] [CAL2007] [CAL2008a] [LIM2015] [REI2013b] [TAL2015].

Therapieüberwachung und Supportivtherapie

Lässt sich der Einsatz bestimmter Medikamente oder Behandlungsformen nicht vermeiden, wird durch die ständige und intensive Therapieüberwachung (mittels diagnostischer Verfahren wie Echokardiographie, Elektrokardiographie [EKG] und Laboruntersuchungen) sowie durch den Einsatz unterstützender Behandlungsmaßnahmen (Supportivtherapie) alles getan, um eventuell auftretende Folgeerscheinungen zu reduzieren und langfristige Schäden zu vermeiden (siehe Informationen zur Supportivtherapie).

Nachsorge

Darüber hinaus wird der Patient auch nach Abschluss der Therapie durch regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen und im Rahmen spezifischer Rehabilitationsmaßnahmen weiter überwacht und betreut, so dass körperliche und seelische Folgeerscheinungen der Therapie schnellstmöglich entdeckt und behandelt werden können. Besonders in den ersten fünf bis zehn Jahren nach Ende der Therapie finden zahlreiche Kontrolluntersuchungen zur Erfassung und Behandlung von Spätfolgen statt [LAN2011] [SCH2013b] [TAL2015].