Vorbeugung und Linderung von Schleimhautschäden (Mukositis)

Autor: Dipl.-Biol. Maria Yiallouros, erstellt am: 29.07.2009, Freigabe: Prof. Dr. med. Dr. h.c. Günter Henze, Zuletzt geändert: 21.11.2014

Die Schleimhäute des Verdauungstraktes (Mund, Rachen, Speiseröhre, Magen und Darm) reagieren sehr empfindlich auf die schädigende Wirkung der Zytostatika. Im Verlauf einer Chemotherapie kommt es daher häufig zu Entzündungen dieser Schleimhäute. Schleimhautentzündungen im Mund- und Rachenbereich äußern sich zum Beispiel in Form von Bläschen, Geschwüren und/oder wunden Stellen, Schluckbeschwerden, Trockenheit der Mundhöhle und Veränderung der Geschmacksempfindungen.

Sind Magen und Darm betroffen, so kann sich dies durch Übelkeit, Verdauungsbeschwerden und Durchfälle bemerkbar machen. Das Wundsein der Schleimhäute wird auch als Mukositis bezeichnet.

Da die Schleimhäute insbesondere von Mund und Darm immer bakteriell besiedelt sind, können über die Wundflächen körpereigene Bakterien in den Körper eindringen und zusätzlich schwere Infektionen hervorrufen. Auch für Viren- und Pilzinfektionen sind die geschädigten Schleimhäute anfällig. Die Infektionsgefahr wird durch die Abwehrschwäche des Körpers zusätzlich begünstigt.

Gut zu wissen: Um Schleimhautentzündungen zu lindern und Infektionen vorzubeugen, ist eine regelmäßige und sorgfältige Spülung des Mundes mit desinfizierenden Lösungen besonders wichtig. Eine Verletzung der Schleimhäute durch harte Zahnbürsten, scharfkantige oder heiße Nahrungsmittel ist unbedingt zu vermeiden. Auch sollte auf stark gewürzte oder saure Nahrung, unter Umständen auch einige Zeit auf frisches Obst oder Gemüse verzichtet werden, um die Schleimhäute nicht zusätzlich zu reizen.

Ist eine schwere Mukositis eingetreten, erfolgt in erster Linie eine Behandlung der damit verbundenen Schmerzen, gegebenenfalls auch eine Behandlung mit Antibiotika oder antiviralen Medikamenten. Da die zum Teil erheblichen Schluckbeschwerden eine ausreichende Nahrungszufuhr über den natürlichen Weg oft nicht erlauben, muss der Patient unter Umständen längerfristig über die Vene (parenteral, das heißt, unter Umgehung des Magen-Darm-Traktes) ernährt werden.

Bei Durchfall kann, je nach Befund, zunächst ein Verzicht auf Nahrung oder eine Darm schonende Ernährung erforderlich sein. Unter Umständen kann die Behandlung mit antibakteriellen Medikamenten (Antibiotika), mit Infusionen gegen den Flüssigkeits- und Salzverlust und mit einer Diät intensiviert werden. Eine Antibiotikabehandlung gegen Durchfall erfolgt allerdings nur in Ausnahmefällen, denn oft können gerade diese Medikamente zu Durchfall führen.

Bei einer Strahlentherapie ist die Situation ähnlich. Strahlenfolgen sind jedoch in der Regel leichter und besser zu handhaben, auch wenn sie oft länger andauern.