Glossar

Glossar der Begriffe, die in kinderkrebsinfo und kinderblutkrankheiten verwendet werden.

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idiopathisch syn. essentiell (in der Medizin)
aus noch unklarer Ursache Der Begriff idiopathisch wird in der Medizin benutzt, um in der Benennung der Krankheit einen Hinweis darauf zu geben, dass die Ursache der Erkrankung noch nicht genau erforscht ist. Die Begriffsverwendung gibt keine Wertung im Hinblick auf eine vermutete Ursache oder die Schwere der Erkrankung ab.

IGF-1
Abk. für Insulinähnlicher Wachstumsfaktor 1 (engl. Insulin-like growth factor 1); körpereigenes Eiweiß, das in seiner Struktur dem Insulin ähnelt und als Wachstumsfaktor wirkt (Wachstum und Differenzierung von Zellen). Es wird hauptsächlich in der Leber nach Stimulation durch das Wachstumshormon Somototropin gebildet und spielt vor allem in der Wachstumsphase des Organismus eine große Rolle.
Querverweise: Hormon - Differenzierung - Insulin

Ileus syn. Darmverschluss, Darmlähmung
Störung der Darmpassage; als lebensbedrohliche Komplikation ist bei einem Ileus eine sofortige Krankenhauseinweisung und Behandlung erforderlich. Ein Ileus kann: a) infolge mechanischer Störungen entstehen, z. B. angeborenen Fehlbildungen des Darmes, Darmtumoren, Verwachsungen nach Bauchoperationen, chronischen Darmerkrankungen (so genannter mechanischer Ileus ) oder b) als Folge einer Lähmung der Darmmuskulatur, beispielsweise nach schweren Entzündungen im Bauchraum, nach operativen Eingriffen in Vollnarkose oder auch bei Störungen des Elektrolythaushaltes (so genannter paralytischer Ileus).
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Tumoren und/oder Operationen im Bauchraum, Elektrolytstörungen im Rahmen der Chemotherapie und auch manche Medikamente können einen mechanischen oder paralytischen Ileus verursachen. Die Patienten leiden unter Verstopfung und starken Bauchschmerzen, oft mit Erbrechen, und befinden sich in der Regel in einem herabgesetzten Allgemeinzustand (z. B. Schweißausbrüche, Schockzeichen). Bei der körperlichen Untersuchung durch den Arzt finden sich Druckschmerz des Bauches und Abwehrspannung, d.h. sich hart und gespannt anfühlende, vorgewölbte Bauchdecken. Ein Ileus oder nur der Verdacht auf einen Ileus ist ein absoluter Notfall, denn Zeitverlust kann zu schwerwiegenden Schäden des Darmes führen. Um derartige Komplikationen zu verhindern, werden Kinder und Jugendliche mit Krebserkrankungen während der Therapie intensiv von einem spezialisiertem Behandlungsteam überwacht.
Querverweise: akut - Chemotherapie - Elektrolyte - Vollnarkose - Tumor

immun
geschützt, unempfindlich, z.B. gegen Krankheitserreger

Immunabwehr
Fähigkeit des Körpers, Krankheitserreger und andere, dem eigenen Organismus fremde Substanzen (Antigene) durch das Immunsystem mit Hilfe spezifischer Antikörper bzw. bestimmter Abwehrzellen (z.B. zytotoxischer T-Lymphozyten) abzuwehren
Querverweise: Antigen - Antikörper - Immunsystem - Lymphozyten - T-Lymphozyten

Immundefekt syn. Immunmangelkrankheit
angeborene oder erworbene Störung des Immunsystems, die eine Schwächung der körpereigenen Immunantwort zur Folge hat; dies führt dazu, dass Krankheitserreger und folglich Infekte nicht ausreichend oder adäquat abgewehrt werden können.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Angeborene Immundefekte (z.B. Louis Bar-Syndrom, Wiskott-Aldrich-Syndrom) werden durch eine Störung der Entwicklung des Immunsystems bzw. bestimmter Immunzellen verursacht. Erworbene Immundefekte treten im Verlauf einer Erkrankung (z.B. Virusinfektionen, Leukämie, Lymphom) oder als unerwünschte Folge bestimmter therapeutischer Maßnahmen (Immunsuppression, Behandlung mit Zytostatika; Strahlentherapie) auf.
Querverweise: AIDS - Immunsuppression - Immunsystem - Leukämie - Lymphom - Strahlentherapie - Wiskott-Aldrich-Syndrom - Zytostatikum - Louis-Bar-Syndrom - Virus

Immunglobuline (Abk.: IG)
Gruppe von Eiweißen (Proteinen), die als Antikörper im Blut und in Gewebeflüssigkeiten für die körpereigene Immunabbwehr wichtig sind; sie werden nach Kontakt des Organismus mit einem Antigen von den Lymphozyten und anderen Zellen des Immunsystems gebildet.
Querverweise: Antigen - Antikörper - Immunsystem - Lymphozyten - Protein - Immunabwehr

Immunhistologie syn. Immunhistochemie, Immunzytochemie,
Methode, mit der Proteine (zum Beispiel Tumorantigene) in oder auf Zellen oder Geweben mit Hilfe von Antikörpern sichtbar gemacht werden können.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: In der Medizin wird die Immunhistologie vor allem zur Identifikation und Klassifikation von Tumoren eingesetzt, denn jeder Tumortyp präsentiert andere Antigene auf oder in seinen Zellen. Auf diese Weise können feingeweblich gleich erscheinende Tumoren, die sich aber in ihrem Wachstums- oder Metastasierungsverhalten oder in ihrer Therapieantwort unterscheiden, richtig zugeordnet werden. Dies wiederum ermöglicht eine individuelle und risikoangepasste Behandlung des Patienten.
Querverweise: Tumorantigen - Protein - Antikörper

Immunität
Unempfindlichkeit des Organismus gegenüber einer Infektion mit bestimmten Krankheitserregern; bei einer Immunität ist durch Bildung von Antikörpern die Reaktionsfähigkeit des Organismus gegenüber einem Antigen (z.B. einem Krankheitserreger) in bestimmter Weise verändert
Querverweise: Antigen - Antikörper - Immunsystem - Infektion

immunologisch
Struktur und Funktion des körpereigenen Abwehrsystems (Immunsystem) betreffend; beinhaltet die Erkennungs- und Abwehrmechanismen eines Organismus für körperfremde und körpereigene Substanzen und Gewebe
Querverweise: Immunsystem - Immunabwehr

Immunphänotypisierung
diagnostische Untersuchungsmethode, bei der mit Hilfe verschiedener Spezialverfahren und unter Verwendung monoklonaler Antikörper nach bestimmten Eiweißen (Antigenen) auf der Oberfläche von Zellen gesucht wird; das am häufigsten angewandte Verfahren zum Nachweis der einzelnen Antigene ist die Durchflusszytometrie.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Die Immunphänotypisierung wird bei manchen bösartigen Erkrankungen (z.B. Leukämien; Lymphomen) im Rahmen der Erstdiagnostik eingesetzt. Bei der akuten lymphoblastischen Leukämie (ALL) z.B. ermöglicht dieses Verfahren, die Art der bösartigen Zellen und ihr Reifungsstadium genau zu bestimmen. Dadurch ist eine Einteilung der Erkrankung in verschiedene Unterformen und somit eine gezielte Therapieplanung möglich.
Querverweise: Antigen - Lymphom - Antikörper - Leukämie - Durchflusszytometrie - akute lymphoblastische Leukämie

Immunsuppression
Unterdrückung der körpereigenen Abwehr
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Die Immunsuppression ist z.B. eine der Nebenwirkungen der Chemotherapie. Im Rahmen einer Stammzelltransplantation wird mit Hilfe von Medikamenten das körpereigene Abwehrsystem des Transplantat-Empfängers unterdrückt, um eine Abstoßung des körperfremden Gewebes zu vermeiden.
Querverweise: Chemotherapie - Immunsystem - Stammzelltransplantation

immunsuppressiv
die körpereigene Immunabwehr unterdrückend
Querverweise: Immunabwehr - Immunsuppression

Immunsuppressiva
Medikamente zur Unterdrückung der körpereigenen Immunabwehr
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: z.B. im Rahmen einer Stammzelltransplantation, um eine Abstoßung des Transplantats durch den Organismus des Empfängers zu vermeiden
Querverweise: Immunabwehr - Stammzelltransplantation

Immunsystem
körpereigenes System zur Erhaltung des gesunden Organismus durch Abwehr körperfremder Substanzen und Vernichtung anomaler Körperzellen (z.B. Krebszellen); das Immunsystem hat die Fähigkeit, zwischen selbst und fremd bzw. gefährlich und harmlos zu unterscheiden; beteiligt sind hauptsächlich die Organe des lymphatischen Systems sowie im ganzen Körper verteilte Zellen (z.B. Leukozyten) und Moleküle (z.B. Immunglobuline).
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Das Immunsystem kann durch bösartige Erkrankungen des blutbildenden oder lymphatischen Systems (Leukämien, Lymphome) oder durch eine knochenmarkschädigende Therapie im Rahmen einer Krebsbehandlung (Strahlen-/Chemotherapie) in seiner Funktion beeinträchtigt sein.
Querverweise: Chemotherapie - Immunglobuline - Leukämie - Leukozyten - lymphatisches System - Lymphom - Molekül - Strahlentherapie

Immuntherapie
Behandlungsform, bei der das Immunsystem beeinflusst wird mit dem Ziel, Tumoren oder andere Erkrankungen abzuwehren oder zu bekämpfen.
Querverweise: Immunsystem - Tumor

Impfung syn. Schutzimpfung, Vakzination, Immunisierung
vorbeugende Maßnahme gegen Infektionskrankheiten (Schutzimpfung). Hierbei wird ein Agens, der Impfstoff, in den Körper eingebracht, um einen Impfschutz zu erreichen. Meist wird er mittels einer Spritze verabreicht.
Querverweise: aktive Impfung - Lebendimpfung - passive Impfung - Totimpfung

in vitro
im Reagenzglas, d.h. außerhalb des lebenden Organismus (in vivo)

Indikation (Abk.: Ind.) syn. Heilanzeige
Grund für die Anwendung bestimmter Untersuchungs- und Behandlungsmethoden, die für den jeweiligen Krankheitsfall hinreichend gerechtfertigt sind und für die grundsätzlich Aufklärungspflicht besteht.

Infarkt
Gewebsuntergang (Nekrose) eines Organs, Organteils oder Gewebes infolge einer Durchblutungsstörung; meist hervorgerufen durch einen akuten Arterienverschluss, der durch ein Blutgerinnsel (Thrombus) oder, seltener, durch einen Gefäßkrampf entsteht
Querverweise: Thrombus - Nekrose - Arterie

Infektion
Eindringen kleinster Organismen (z.B. Bakterien, Viren, Pilze) in den Körper und anschließende Vermehrung in diesem. Je nach Eigenschaften der Mikroorganismen und der Abwehrlage des Infizierten kann es nach Infektionen zu verschiedenen Infektionskrankheiten kommen.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Infektionen und nachfolgende Infektionskrankheiten sind eine nicht seltene Komplikation bei der Behandlung von Krebserkrankungen. Die betroffenen Patienten sind oft stark abwehrgeschwächt (immunsupprimiert) und dadurch infektionsgefährdet. Der Vorbeugung bestimmter Infektionen während einer Krebsbehandlung dient u.a. die unterstützende Behandlung mit Medikamenten (Supportivmedikation).
Querverweise: Bakterien - Immunsuppression - Supportivtherapie - Viren

infratentoriell
unterhalb des Kleinhirnzeltes (Tentorium), also in der hinteren Schädelgrube liegend.
Querverweise: Kleinhirnzelt - hintere Schädelgrube
Hauptinformationsseite: Hirntumoren - Tumoren des Zentralnervensystems (ZNS)

Infusion (Abk.: Inf.)
Einbringen von Flüssigkeiten in den Körper, meist über einen längeren Zeitraum und über einen zentralen Venenkatheter; eine Infusion erfolgt zum Beispiel zur Zufuhr von Wasser, Elektrolyten, Eiweißen und/oder Medikamenten im Rahmen einer intensiven Behandlung.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Viele Zytostatika, Blutplasmaprodukte sowie Medikamente zur unterstützenden Behandlung (Supportivtherapie) im Rahmen einer Krebstherapie werden in Form von Infusionen verabreicht.
Querverweise: Elektrolyte - Supportivtherapie - zentraler Venenkatheter - Zytostatikum - Blutplasma

initial
anfangs-, am Anfang stehend
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: z.B. diagnostische Untersuchungen im Rahmen der Erstdiagnose (so genannte Initialdiagnostik)
Querverweise: Diagnostik

Injektion (Abk.: Inj.)
relativ schnelles (im Gegensatz zur Infusion) Einbringen von gelösten Arzneimitteln in den Körper (z.B. über die Vene, in den Muskel, unter die Haut)
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Viele Zytostatika und behandlungsunterstützende Medikamente (s. Supportivtherapie) werden werden im Rahmen einer Krebstherapie in Form von Injektionen verabreicht.
Querverweise: Infusion - Supportivtherapie - Zytostatikum - Vene

Insulin
Hormon, das den Blutzucker senkt und auf viele verschiedene Stoffwechselvorgänge Einfluss nimmt; es wird in den Langerhans-Zellen der Bauchspeicheldrüse gebildet.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Durch die Behandlung im Rahmen einer Krebserkrankung kann es u. U. zu Störungen des Zuckerstoffwechsels kommen (z. B. bei einer Stammzelltransplantation).
Querverweise: Hormon - Stammzelltransplantation

Interferon
Proteine oder Protein-Zucker-Moleküle (Glykoproteine), die als Botenstoffe des körpereigenen Immunsystems v.a. der Abwehr von Virusinfektionen dienen und auch antitumorale Wirkung haben. Sie werden von verschiedenen Zellen gebildet, v.a. von weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und Zellen des Bindegewebes (Fibroblasten). Interferon kann auch gentechnologisch hergestellt und bei verschiedenen Virus- und Krebserkrankungen im Rahmen einer Therapie eingesetzt werden (Immuntherapie).
Querverweise: Protein - Immunsystem - Tumor - Virus - Infektion - Leukozyten - Zelle - Bindegewebe - Immuntherapie

intra-
Wortteil mit der Bedeutung in, hinein, innerhalb

intraarteriell (Abk.: i.a.)
in eine Arterie hinein oder in einer Arterie liegend; ein Arzneimittel wird in die Arterie hineingespritzt (Injektion).
Querverweise: Injektion - Arterie

intramuskulär (Abk.: i.m.)
"in den Muskel hinein" oder "in einem Muskel"; ein Medikament kann z.B. in den Muskel injiziert werden.
Querverweise: Injektion

intrathekal (Abk.: i.th.)
"in den Nervenwasserkanal / Liquorraum hinein", der die Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit (Liquor) enthält
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Im Rahmen einer Chemotherapie (z.B. bei einer Leukämie) kann ein Medikament mittels Injektion direkt in den Nervenwasserkanal verabreicht werden.
Querverweise: Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit - Chemotherapie - Injektion - Leukämie

intrathekale Chemotherapie
Verabreichung von zellwachstumshemmenden Medikamenten (Zytostatika) in den Nervenwasserkanal (Liquorraum), der die Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit enthält.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Eine intrathekale Chemotherapie wird z.B. bei Leukämien und manchen Lymphomen durchgeführt, um bösartige Zellen im Zentralnervensystem zu bekämpfen.
Querverweise: Zytostatika - Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit - Liquor - Zentralnervensystem - Leukämie - Lymphom

intravenös (Abk.: i.v.)
bedeutet "in eine Vene hinein" oder "in einer Vene"; hier: z.B. Verabreichung eines Medikaments oder einer Flüssigkeit / Suspension in die Vene durch eine Injektion, Infusion oder Transfusion;
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Zytostatika im Rahmen einer Chemotherapie werden größtenteils intravenös verabreicht.
Querverweise: Vene - Injektion - Infusion - Transfusion

intraventrikulär
in das Ventrikelsystem, das heißt, in die Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit
Querverweise: Hirnventrikel - Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit

Intubation
Einführen eines Beatmungsrohrs über Mund / Nase und Kehlkopf in die Luftröhre zur Beatmung während der Narkose oder Intensivtherapie
Querverweise: Intubationsnarkose - Narkose

Intubationsnarkose (Abk.: ITN)
Narkose, bei der ein Beatmungsrohr (Tubus) über Mund oder Nase in die Luftröhre eingeführt wird. Die Beatmung erfolgt dann über diesen Tubus.
Querverweise: Narkose - Intubation

invasiv
"eindringend"; steht z.B. für einwuchernde Tumoren, eindringende Krankheitserreger oder auch in den Körper eindringende Diagnose- oder Behandlungsverfahren;
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Invasiv im Zusammenhang mit Tumoren bedeutet, dass Teile des Tumors (einzelne Zellen oder ganze Zellverbände) in Nachbargewebe oder -organe eindringen. Einige Hirntumoren wachsen z. B. ohne scharfe Grenzen in das umgebende Gewebe ein. Invasive diagnostische bzw. therapeutische Maßnahmen sind Maßnahmen, die die Körperintegrität / das Körpergewebe verletzen (z. B. Endoskopie; Laparoskopie; Operation).
Querverweise: Endoskopie - Hirntumor - Laparoskopie - Tumor - Operation - Diagnostik

Inversion
Chromosomenveränderung, die durch einen Austausch von Genabschnitten auf diesem Chromosom zustandekommt; ein Abschnitt des Chromosoms ist dabei um 180° gedreht (invertiert). Eine Inversion findet statt, wenn ein Chromosom an zwei Stellen bricht (DNA-Doppelstrangbruch) und wieder zusammengefügt wird, der Abschnitt zwischen den beiden Bruchstellen dabei aber umgekehrt eingebaut wird. Die Folge davon ist, dass auch die Reihenfolge der Gene auf dem Chromosomenabschnitt umgedreht wird.
Querverweise: Chromosom - Gen - DNA

Inzidenz(rate)
statistische Maßeinheit; hier: Anzahl der Neuerkrankungsfälle einer Erkrankung bei einer bestimmten Bevölkerungsgruppe (definierter Größe, z.B. 100.000 Einwohner) innerhalb eines bestimmten Zeitraums; von altersspezifischer Inzidenzrate spricht man, wenn nur Personen einer bestimmten Altersgruppe berücksichtigt werden.
Querverweise: Epidemiologie

ionisierende Strahlen
Strahlung mit sehr hoher Energie, die beim Durchgang durch eine Zelle oder einen Organismus zu Strahlenschäden führen kann. Ionisierende Strahlung bricht chemische Verbindungen auf und es entstehen chemische Radikale, die ihrerseits wieder chemische Reaktionen auslösen. Hierin liegt ihre biologisch schädliche Wirkung. Zu den ionisierenden Strahlen gehören u.a. elektromagnetische Strahlen (wie Röntgen-, Gamma- und kurzwellige UV-Strahlen) sowie Teilchenstrahlung (z.B. Alpha-, Beta- und Neutronenstrahlung).
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Ionisierende Strahlen werden bei der Krebsbekämpfung eingesetzt, um Krebszellen zu vernichten.
Querverweise: elektromagnetisch - Zelle - UV-Strahlen - Röntgenstrahlen - Gammastrahlung - Atom - Molekül