mIBG-Szintigraphie

Autor: PD Dr. med. Gesche Tallen, erstellt am: 18.08.2011, Redaktion: Maria Yiallouros, Freigabe: Prof. Dr. med. Dr. h.c. G. Henze, Zuletzt geändert: 04.12.2014

Die I123-MIBG-Szintigraphie ist ein nuklearmedizinisches bildgebendes Verfahren [Nuklearmedizin], das spezifisch zur Diagnose von Tumoren des sympathischen Nervensystems eingesetzt wird [siehe sympathisches Nervensystem].

Dazu zählen bei Kindern und Jugendlichen zum Beispiel das Neuroblastom und das Phäochromozytom sowie deren Metastasen.

Tumoren des sympathischen Nervensystems können Katecholamine produzieren. Die Substanz „meta-Jodobenzlyguanidin“ (kurz: MIBG), die bei diesem Untersuchungsverfahren zur Anwendung kommt, ist in seiner chemischen Struktur mit den körpereigenen Katecholaminen verwandt. Es reichert sich deshalb typischerweise in Tumoren an, die Katecholamine bilden.

Da an das mIBG schwach radioaktives Iod (in diesem Fall das Iod-Isotop I123) gekoppelt ist, senden die Tumorzellen, wenn sie mit dieser Substanz angereichert sind, Signale aus. Diese können wiederum von einer speziellen Kamera aufgenommen und zu einem Bild verarbeitet werden.

Vor jeder nuklearmedizinischen Untersuchung werden der Patient und (solange dieser jünger als 18 Jahre ist) seine Angehörigen von einem erfahrenen Facharzt für Röntgen- und Strahlentherapie (Neuroradiologe, Kinderradiologe) unter anderem über die Notwendigkeit und die Durchführung dieser Untersuchung aufgeklärt. Ohne Ihre schriftliche Einwilligung nach der Aufklärung darf die Untersuchung nicht durchgeführt werden.

In der Kinderkrebsheilkunde wird das Verfahren vor allem in der Diagnostik von Neuroblastomen eingesetzt.